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Markkleeberg Alpaka Karl und Berner Sennenhung Nicky erobern Seniorenherzen
Region Markkleeberg Alpaka Karl und Berner Sennenhung Nicky erobern Seniorenherzen
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17:01 19.05.2015
Quelle: Ulrike Witt

Während der sanftmütige Karl vor Aufregung noch ein kleines Geschäft im Garten machte, rannte Nicky zielstrebig über die offene Terrassentür in den Gruppenraum. Dort wartete Ergotherapeutin Claudia Iseler mit 15 Damen und Herren.

"Da ist sie ja endlich. Komm zu mir, meine Schöne", ruft Martha Schlippe. Als sich die sechs Jahre alte Hündin vor ihren Stuhl setzt, strahlt die 99-Jährige übers ganze Gesicht, streichelt das Tier hinter den Ohren und macht ihm ein Geständnis: "Du bist so eine Liebe, Dich würde ich sogar in mein Bett lassen."

In dem Moment steckt Karl I., begleitet von Tiertrainer Günter Bollbuck, seinen Kopf durch die Tür, die dunklen Augen unter einem frechen Pony versteckt, zieht er alle Blicke auf sich. Als Erster macht er bei Gerhard Lindner Station. Der 80-Jährige legt sofort seine Hände um den langen Hals und lächelt: "Du bist aber wunderbar weich."

Seit über einem Jahr kommt Günter Bollbuck mit den speziell ausgebildeten Tieren einmal im Monat ins Awo-Seniorenheim. "Tiere haben auf Menschen, insbesondere auf Demenzkranke und depressive Patienten, eine ausgesprochen gute, beruhigende Wirkung", erklärt Bollbuck. Karl I. und Nicky, die Schöne, spenden Wärme und Geborgenheit, die im Alter viele schmerzlich vermissen. "Tiere haben keine Vorbehalte. Ihnen ist egal, wie alt und krank jemand ist", betont der Tierpsychologe und -therapeut aus Altengroitzsch.

Ein Mann liegt, angeschlossen an eine Infusion, in einer Art mobilem Bett. Seine Mimik ist verkrampft. Als Bollbuck dessen Hand auf das Alpaka legt, entspannt sich der Patient von einer Sekunde auf die andere. "Das sind traumhafte Momente. Wenn die Tiere da sind, zeigen manche Reaktionen, mit denen wir gar nicht mehr gerechnet haben", sagt die junge Ergotherapeutin Claudia Iseler. Sie schätzt den Wert dieser besonderen Trainingseinheit als sehr hoch ein.

"Die Tiere steigern das allgemeine Wohlbefinden, nehmen Angst und Kummer. Sie motivieren, die Finger und Hände zu bewegen und auch mal aufzustehen", erläutert die Fachfrau. Zudem würden alle Sinne stimuliert, das Gedächtnis angeregt. "Karl und Nicky geben unseren Bewohnern Lebensmut und Vertrauen zurück und das ist das Wichtigste", sagt Claudia Iseler.

Mitte Juni kommen Karl I. und Nicky auf jeden Fall wieder nach Markkleeberg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2013

Ulrike Witt

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