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Altenpfleger gesucht: "Übernahmechancen so gut wie nie zuvor"

Altenpfleger gesucht: "Übernahmechancen so gut wie nie zuvor"

Altenpfleger ist für viele nicht gerade der Traumberuf: Körperlich und psychisch anstrengende Schichtarbeit, Wochenend- und Feiertagsdienste inklusive bei bescheidenem Lohn - die Kombination schreckt viele ab.

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Nachwuchs gesucht: Die 25-jährige Michaela Tietgen wird im DRK-Altenheim in Zwenkau zur Altenpflegerin ausgebildet.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Nicht so Michaela Tietgen. Die 25-jährige Groitzscherin ist im zweiten Lehrjahr zur Altenpflegerin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Leipzig-Land. Die Praxiseinheiten absolviert Tietgen, wie vier weitere Azubis - darunter ein Mann - im Altenheim in der Schulstraße in Zwenkau.

"Für mich ist der Beruf genau das Richtige. So wie ich den alten Menschen helfe, sind sie auch für mich da. Das Miteinander ist es, was mich reizt und was einen für die schwere Arbeit entschädigt", sagt die junge Frau. Es ist 10 Uhr, der morgendliche Teildienst geschafft. Fünf Stunden später muss sie wieder da sein - dann beginnt die zweite Schicht. Meist fährt Tietgen die zehn Kilometer mit dem Rad - bei Wind und Wetter, Tag wie Nacht. Sie weiß längst: "Ohne starken Willen und Rückhalt in der Familie packt man das nicht."

Für Tietgen ist es nicht die erste Ausbildung. Sie hat bereits eine bei der Lehmbaugesellschaft in Borna abgeschlossen, ist staatlich geprüfte Hauswirtschafterin. Gebracht hat ihr das nichts. Zwei Jahre war sie danach arbeitslos, bezog Hartz IV. "Ich wollte endlich was tun. Deshalb habe ich mich 2010 für ein freiwilliges soziales Jahr beim DRK beworben", erzählt sie. Aus zwölf wurden schließlich 18 Monate und ein übergangsweiser Einsatz als Pflegehelferin, bis sie die Zusage für die Ausbildungsstelle bekam.

"Das ist typisch. Viele finden erst auf Umwegen in die Altenpflege", bestätigt Ines Morgenstern vom DRK. Leider gebe es immer weniger Jugendliche, die gleich nach der Schule die Ausbildung beginnen. "Dabei gehen wir regelmäßig in die Mittelschulen, veranstalten Projekttage, präsentieren uns auf Ausbildungsmessen wie am kommenden Sonnabend in der Dinter-Schule in Borna." Entscheiden sich die Jugendlichen doch für einen sozialen Beruf, bevorzugten sie oft die Krankenpflege. "Fachleute werden dort einfach besser bezahlt", sagt Tietgen.

DRK-Personalleiter Enrico Sanftleben hofft dennoch, dass sich auch in diesem Jahr wieder genug geeignete Leute mit Realschulabschluss bewerben. "Aktuell suchen wir vier Azubis für die Pflegeheime in Zwenkau und Taucha, fünf für den ambulanten Bereich." Prekär sei die Situation besonders bei letzterem. "Für unsere sechs Sozialstationen haben wir noch nicht einen Azubi." Dabei haben ausgebildete Fachkräfte - weibliche und männliche - gute Chancen. "Aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer steigenden Zahl alter, pflegebedürftiger Menschen und immer weniger jungen Leuten ist es inzwischen so, dass wir jedem unserer Azubis einen unbefristeten Arbeitsvertrag geben können", sagt Sanftleben. Zudem bestehe die Möglichkeit, sich zum Wohnbereichs- und Pflegedienstleiter - mit einem Studium zum Heimleiter zu qualifizieren.

Und das gilt nicht nur fürs DRK, wie der Sprecher der zuständigen Arbeitsagentur Oschatz, Volkmar Beier, bestätigt: "Die Übernahmechancen sind so gut wie nie zuvor." Die Zahl der freien Stellen in der Altenpflege sei in den letzten Monaten so hoch gewesen, dass nun verstärkt Umschulungen anboten werden. Laut Beier ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bereich Gesundheit/Soziales im Landkreis seit 2009 um 9,5 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum ist die Zahl aller Beschäftigten nur um 3,3 Prozent gewachsen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013

Ulrike Witt

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