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Am 12. Juni geht am Westufer die letzte Bratwurst über den Tresen

Zwenkauer See Am 12. Juni geht am Westufer die letzte Bratwurst über den Tresen

Acht Jahre war der Imbiss am Aussichtspunkt Zitzschen eine Institution für Ausflügler. Eine Bratwurst, ein Bier, auch mal Steak und Sekt bei Familienfeiern und Brückenfesten – bei Heiko Zierold wartete tagein tagaus eine Stärkung – übrigens die einzige am Westufer des Zwenkauer Sees. Doch diese Zeiten sind bald vorbei. Am 12. Juni schließt er für immer.

Heiko Zierold sagt seinen Gästen auf Wiedersehen: Nacht acht Jahren schließt er seinen Imbiss am Aussichtspunkt Zitzschen.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Acht Jahre war der Imbiss am Aussichtspunkt Zitzschen eine Institution für Ausflügler. Eine Bratwurst, ein Bier, auch mal Steak und Sekt bei Familienfeiern und Brückenfesten – bei Heiko Zierold wartete tagein tagaus eine Stärkung – übrigens die einzige am Westufer des Zwenkauer Sees. Doch diese Zeiten sind bald vorbei. Am 12. Juni schließt er für immer. Der Grund: Zierold hatte nur eine befristete Duldung des Bauaufsichtsamtes Grimma und die läuft jetzt aus.

„Eigentlich habe ich richtig die Schnauze voll: Jahrelang gekämpft, immer zufriedene Gäste und trotzdem stehe ich jetzt vor dem Aus“, sagt der 56-jährige Zitzschener. Die Schuld gibt er der Stadt Zwenkau, die es mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes und der Erarbeitung eines Bebauungsplanes gar nicht eilig gehabt hätte. „Ich bin seit 2009 immer wieder ins Rathaus gegangen und habe erklärt, dass ich bauen will. Passiert ist nichts“, klagt Zierold. Indes ohne Baurecht kein Neubau, wie ihn der Landkreis an diesem, in unmittelbarer Seenähe touristisch attraktiven Standort fordert.

„Ich bedauere die Schließung auch sehr, aber die Umstände haben sich geändert“, sagt Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Nicht die Behörden – Landkreis und Stadt – hätten das Ende des Imbisses besiegelt, sondern Zierold selbst, meint der Rathauschef. Der Zitzschener hätte einen von einem Ingenieurbüro erstellten Entwurf vorlegen und ordentlich investieren müssen: nicht nur in ein festes Gebäude mit Toiletten und Parkplatz, sondern auch in die trink- und abwasserseitige Erschließung des Grundstücks. Wie Schulz bestätigt, hatten die Wasserwerke Leipzig den teuren Anschluss nach Zitzschen mit Hindernissen wie der B 186, der Weißen Elster und der Bahnanlage abgelehnt. Einzige Alternative wären eine dezentrale Wasseraufbereitungsanlage und Abwasserentsorgung gewesen.

„Ich gehe in neun Jahren in Rente, da muss ich mir diese finanzielle Last nicht mehr auferlegen“, sagt Zierold. Zumal die Tochter den Imbiss nicht weiterführen wolle. „Wenn die Stadt früher Baurecht geschaffen hätte, wäre das eine andere Sache gewesen. Ich habe nämlich sehr wohl ein Baukonzept eingereicht, sogar mit Bildern“, fügt er hinzu.

„Wir arbeiten seit zwei Jahren an der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Es gab da verschiedene Weiterentwicklungen am Zwenkauer See, die einfach Zeit brauchen. Und das Verfahren ist auch noch nicht abgeschlossen, ein Bebauungsplanverfahren für den Außenbereich mangels konkreten Bauplanes des potenziellen Investors noch gar nicht eingeleitet“, erklärt hingegen Schulz.

Dennoch sei eine Verlängerung der Duldung nach Rücksprache mit dem Bauaufsichtsamt Grimma möglich gewesen, betont er. Wenn Zierold nicht zwischenzeitlich das Angebot des VfB Zwenkau, die Sportlergaststätte im Eichholz-Stadion zu übernehmen, angenommen hätte. „Es stimmt: Zum 1. Juli mache ich bei den Fußballern weiter. Vorausgesetzt die Renovierung und der Umbau der Küche gehen glatt über die Bühne“, so Zierold.

Im Rathaus hofft Schulz derweil, dass sich für den Aussichtspunkt Zitzschen ein finanzkräftiger Investor und Gastronom erwärmen kann. „Der Standort hat Riesenpotenzial - ein Bootsanleger und ein Badestrand sind dort geplant. Und der künftige Bahnhaltepunkt Zitzschen wird weiteren Zulauf an Gästen bringen“, sagt der Bürgermeister.

Von Ulrike Witt

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