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Amanda Hecktor berichtet über peruanische Kaffeebauern

Amanda Hecktor berichtet über peruanische Kaffeebauern

Großpösna. Wenn Amanda Hecktor für den Jugendclub „No Name“ Kaffee kauft, gibt sie ganz bewusst etwas mehr Geld aus. Denn die Geschäftsführerin der Großpösnaer Einrichtung setzt auf Bohnen, die über den so genannten fairen Handel nach Europa gelangen.

Schon häufig musste sie auf die Frage antworten, warum sie denn beim Kaffee-Einkauf nicht die üblichen Sonderangebote nutzt. Wer es ganz genau wissen wollte, bekam am Donnerstag die Chance dazu. Die gestern 29 Jahre gewordene Jugendclubchefin berichtete per Diavortrag von einem Aufenthalt in Peru. Im Jahre 2005 war sie für sechs Wochen in einem kleinen Bauerndorf und erlebte dort hautnah, unter welch einfachen Bedingungen Kaffee geerntet wird. „Ich wollte mal sehen, woher unser alltägliches Genussmittel kommt“, erzählte Hecktor. Die von ihr besuchten Bauern arbeiten in einer Kooperative, die ihre Ernte ohne weitere Zwischenhändler direkt an den Großmarkt verkaufen. „Auf diese Weise erhalten sie faire Preise“, weiß die aus dem Schwäbischen stammende junge Frau. Denn die Zwischenhändler seien „ziemlich fiese Leute“, die den Produzenten im wahrsten Sinne des Wortes nur Hungerlöhne zahlen. „Für ein Pfund Kaffee geben die den Bauern gerade mal 60 amerikanische Cent, doch um halbwegs leben zu können wären 80 Cent nötig“, sagt Hecktor. Ohnehin sei der Lebensstandard der meisten peruanischen Bauern auf einem sehr niedrigen Niveau. „Elektrisches Licht ist in vielen Häusern unbekannt. In meinem Dorf gab es ein einziges Telefon. Da werden Anrufe per Lautsprecher verkündet“, sagt sie. Die Kooperativen verbessern das kärgliche Leben der Bauern etwas. Sie kümmern sich nicht nur um die Vermarktung, sondern geben auch Tipps für Anbau und Ernte. Zudem verfügen sie über Maschinen, die die Verarbeitung der Kaffeebohnen vereinfachen. „Nicht organisierte Bauern haben für so etwas meist kein Geld, da dienen oft Rinder als Kraftquelle.“ Von der Ausschaltung der teuren Zwischenhändler profitieren nicht nur die Kaffeepflanzer. Hecktor: „Die höheren Ankaufspreise ermöglichen auch den einfachen Hilfsarbeitern ein besseres Leben.“ Die örtliche Kooperative konnte von ihren Einnahmen sogar die Schulbibliothek finanzieren. Trotz allem bleibt das Lebensniveau auf einem sehr niedrigen Niveau: Im Land des Kaffeeanbaus kann sich das edle Getränk kaum jemand leisten. „Und wenn, dann werden meistens nur die minderwertigen Bohnen verarbeitet.“

Bert Endruszeit

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