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Markkleeberg Amphibientouren bis auf Weiteres unmöglich
Region Markkleeberg Amphibientouren bis auf Weiteres unmöglich
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16:43 03.06.2010
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Mit einem Amphibienfahrzeug den Störmthaler See entdecken, das war bislang nur wenigen Passagieren möglich. Quelle: André Kempner
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Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes hat wahrscheinlich auch Konsequenzen für das Mitte Juni stattfindende 12. Seefest.

„Wir sind leider gezwungen, die Amphibientouren bis 20. Juni abzusagen, da uns ein Änderungsbescheid zur Wassergenehmigung zugestellt wurde“, teilte Dörte Waurick, Sprecherin des Eigentümers, Krystallpalast Varieté Leipzig, kurz nach dem Gerichtsbeschluss mit. Dass der Mannschaftstransportwagen trotz Tüv-Gutachtens vorerst auf dem Trockenen steht, sorgt für Unverständnis. „Das Fahrzeug wurde als Sportboot mit gewerblicher Nutzung bewertet und die Sicherheit zertifiziert“, erläutert Waurick. Sowohl die Maße des ungewöhnlichen Dampfers als auch die Beförderung von bis zu zwölf Personen seien im Rahmen der Zulassung. Das glaubten zumindest die Besitzer, die ein Jahr in Sachen Genehmigungsverfahren recherchiert und Testfahrten absolviert haben, wie Waurick versichert.

Nun muss für das vom Landkreis Leipzig und dem Verwaltungsgericht als kleines Fahrgastschiff eingestufte Amphibienfahrzeug erneut ein Antrag gestellt werden. Diesmal bei der zuständigen Schifffahrtsbehörde in der Landesdirektion Dresden. Auf Anfrage erklärte deren Pressesprecher Holm Felber gestern, dass ein entsprechender Antrag noch nicht eingegangen, die Behörde aber bestens vorbereitet sei. „Wir können auf den Fachgutachter zurückgreifen, mit dem der Eigentümer bereits Kontakt hatte“, so Felber. Wie viel Zeit die technische Zulassung in Anspruch nehmen wird, konnte er indessen nicht sagen: „Es handelt sich um das erste Verfahren dieser Art. Sicher kommt es auf die Qualität der Unterlagen an. Alles andere wäre Spekulation.“

Als „obskur“ empfindet die Großpösnaer Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch die Angelegenheit. „Einerseits wird die Schiffbarkeit für den Kurs 1 der Gewässerverbindung von der Landesdirektion Leipzig vorangetrieben, auf der anderen Seite werden touristische Angebote ausgebremst“, meint sie. Und das ausgerechnet kurz vor dem Störmthaler Seefest, einem der Höhepunkte im Großpösnaer Veranstaltungskalender. „Im Ergebnis kann nun auch das Beiboot der Santa Barbara nicht auf dem See fahren“, ärgert sich Lantzsch.

Stefan Barton von der Landesdirektion Leipzig, die das Verfahren erst ins Rollen gebracht hat, kann die Kritik nicht verstehen: „Unserer Behörde muss es doch wohl gestattet sein, auf gesetzliche Notwendigkeiten hinzuweisen. Das hat mit Behinderung des Tourismus in keinster Weise was zu tun.“

Waurick bemüht sich derweil, alle Kunden, die Touren mit dem schwimmenden Auto gebucht hatten, persönlich zu informieren: „Als Ersatz bieten wir Oldtimerfahrten an Land zum halben Preis an.“ Alle anderen Gäste – und das sind im Zweifelsfall fast 500 – bekommen ihr Geld zurück.

Übrigens: Sollte das Amphibienfahrzeug abseits vom Tagebaugelände auf öffentlichen Straßen verkehren, muss auch dafür noch eine Genehmigung vorgelegt werden. Darauf wies Stefan Barton hin.

Ulrike Witt

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