Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Arbeiten im Floßgraben erhitzen Gemüter
Region Markkleeberg Arbeiten im Floßgraben erhitzen Gemüter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 08.03.2010
Technik im Einsatz: Der Floßgraben zwischen Waldbad Lauer und Leipziger Stadtgrenze wird bis Ende April für seine künftige Aufgabe als Kurs des Gewässerverbundes vorbereitet. Quelle: André Kempner
Anzeige
Markkleeberg

Die derzeit im Floßgraben nahe des Ziegeleiweges laufenden Vorbereitungen rufen allerdings Naturschützer und die Bürgerinitiative „Stopp Privatisierung am Cospudener See“ (BI) auf den Plan. Sie wollen möglicherweise einen Baustopp erzwingen. „Der Floßgraben war bisher ein schönes Fließgewässer in einem Landschaftsschutzgebiet. Dort lebte bis vor wenigen Wochen der Eisvogel. Durch die gravierende Veränderung des Steilufers, Baumfällungen und das Abtragen der Unterwasservegetation handelt es sich nicht mehr um eine einfache Unterhaltungsmaßnahme, sondern eine genehmigungspflichtige Baumaßnahme“, betonte gestern BI-Sprecherin Monika Heinrich. Bei derart massiven Einschnitten in die Natur sei ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Ausgleichsbilanzierung gesetzlich vorgeschrieben, glaubt sie. Nico Singer, Geschäftsführer des Ökolöwen, prüft aktuell rechtliche Schritte gegen den aus seiner Sicht „widerrechtlichen Ausbau“ des Floßgrabens. „Auch wenn jetzt nicht direkt im Landschaftsschutzgebiet gearbeitet wird, so hat die Maßnahme doch erhebliche Auswirkungen auf das Fauna-Flora-Habitat Leipziger Auensystem und das Special Protection Area Leipziger Auwald. Schließlich wird das Kiesbett der Elster beschädigt“, so Singer. Er habe nichts gegen die touristische Nutzung, „aber wir müssen vor solchen Eingriffen gehört werden“.„Entspannt“ reagiert man derweil im Markkleeberger Rathaus, wie Sprecher Daniel Kreusch versicherte. „Bei den noch bis zum 30. April andauernden Arbeiten am Floßgraben handelt es sich um reine Gewässerunterhaltung und Gefahrenabwehr. Dafür liegt selbstverständlich eine Genehmigung in Form eines naturschutzfachlichen Einvernehmens des Kreis-Umweltamtes vor“, betonte Kreusch. Er erläuterte, dass sich die geplanten Aktivitäten auf insgesamt rund 400 Metern Länge in zwei Bauabschnitte gliedern. „Der erste erstreckt sich beginnend vom Ableiter aus dem Waldbad Lauer bis zur Kläranlage am Wolfswinkel, der zweite weiter bis zur Leipziger Stadtgrenze“, so Kreusch. Dabei würden Schlamm und Unkraut beseitigt sowie Bäume entfernt, sofern sie künftig für Wassersportler und Gäste des Leipzig-Bootes gefährlich werden können. Die Maßnahme kostet nach Angaben von Kreusch zirka 240 000 Euro. Die Stadt Markkleeberg beteiligt sich mit 80 000 Euro.

Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Großpösna. Wasser ist zum Waschen da – und auch zum Löschen. Die Großpösnaer Kindergartenkinder hatten den Text des beliebten Liedes extra verändert. Mit gutem Grund: Schließlich wollten sie den Feuerwehrleuten mit einem Ständchen und vielen roten Luftballons zu einer ganz besonderen Neuanschaffung gratulieren.

05.03.2010

Hinter verschlossenen Türen wurde am Mittwochabend im Kleinen Lindensaal über den Flächennutzungsplan diskutiert. Details wurden gestern nicht bekannt. Nur eines scheint festzustehen: An der Südspitze des Cospudener Sees werden künftig weder Hotels noch Villen gebaut.

04.03.2010

Markkleeberg. „Freizeit und Tourismus – Kommen und genießen“ – mit diesem Slogan wirbt die Große Kreisstadt im Internet. Macht sich der Gast auf den Weg, ist vor Ort guter Rat teuer.

03.03.2010
Anzeige