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Markkleeberg Auch ganz unten wird kartiert
Region Markkleeberg Auch ganz unten wird kartiert
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17:15 19.05.2015

Die genaue Beschaffenheit unter Wasser ist aber für die Bewirtschaftung der Seen und die Dokumentation der Sanierung wichtig. Derzeit wir daher der Störmthaler See ausgemessen.

Wilfried Meyer hatte im vorigen Herbst eine unliebsame Begegnung. Da schipperte der Schiffseigner der MS Wachau zur Jungfernfahrt durch die Schleuse vom Markkleeberger auf den Störmthaler See und wollte dort mit einigen Festgästen eine Runde drehen, ähnlich der Route, die sein stolzer Schiffsneubau ab dieser Saison regelmäßig drehen soll. Nahe der Magdeborner Halbinsel habe er es plötzlich braun unter Wasser werden gesehen. "Wir waren aber wenigstens noch 150 Meter vom Ufer weg", erzählte er gestern. "Nach den alten LMBV-Angaben hätten wir dort mindestens zwei Meter Wasser unterm Schiff haben müssen."

1,20 Meter seien es noch gewesen, "man konnte den Grund schon sehen, so Meyer. Die Wachau drehte ab, bevor etwas passierte. Seitdem ist für ihn aber klar: "Die alten Höhenkarten der LMBV stimmen nicht hundertprozentig." Er warte jetzt gespannt auf die Tiefenkarten zum See, benötige diese für die endgültige Festlegung der Routen, so Meyer.

Für die Bewirtschaftung der Gewässer seien die genauen Höhenangaben unter Wasser wichtig, weiß auch Karin Franke von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Schifffahrt oder Angler benötigten zum Beispiel diese Angaben. Nach und nach erstelle die LMBV daher Karten dazu.

Im Internet stehen im Servicebereich der Homepage bereits die Tiefenangaben zum Cospudener See und zum Großen Goitzschesee bei Bitterfeld zum kostenlosen Herunterladen bereit. "Noch in diesem Jahr folgt auch der Markkleeberger See", erklärt LMBV-Markscheider Marco Schade. Und in gut vier Wochen hätten sie auch die ausgewerteten Daten zum Störmthaler See, könnten diese für die Seenutzer aufbereiten.

Die LMBV müssten die Unterwasser-Vermessung ohnehin durchführen, erzählt Schade. Vor der Entlassung aus der Bergaufsicht seien diese Daten behördlich vorgeschrieben. Dabei gehe es im Wesentlichen darum zu vergleichen, inwiefern die Flutung zu einer Unterwassererosion geführt habe und ob die Ergebnisse mit den Sanierungsplänen übereinstimmen.

Ganze Datenberge werden dabei derzeit auf dem Störmthaler See bewegt. Per Echolot bestimmt dort die Firma Milan Geoservice vom Boot aus die Wassertiefe. "Wir nehmen 254 Einzelmesswerte pro Sekunde", erklärt Geschäftsführer Sven Jany. Zwei-Terabyte-Datensätze pro Tag seien dabei durchaus üblich - das entspricht 2000- Gigabyte und damit in etwa den Daten von 400 DVD-Filmen.

Drei Angaben würden dabei zugleich genommen, erklärt er das Prozedere. Zu einem hochpräzisen GPS-Signal zur Ortsbestimmung würden die Tiefenangaben des Echolotes gestellt. Dabei müsse aber auch das Kippen und Neigen des Bootes über einen digitalen Kreisel einkalkuliert werden, erzählt er.

Das Schiff fahre in langen Schleifen den See ab. Die Entfernung der Touren voneinander hänge wiederum von der Wassertiefe ab. Das Echolot sende einen Fächer von Strahlen im Winkel von bis zu 130 Grad zum Grund. Bei 40 Meter Wassertiefe könne damit ein Bereich von 171 Metern am Boden abgetastet werden. Entsprechend weit entfernt setze das Boot dann die nächste Runde an, erklärt er.

Für ein Gewässer von der Größe des Störmthaler Sees seien dennoch rund zehn Arbeitstage nötig, so Jany. Wegen des langen Winters habe die Firma erst am Montag wieder die Arbeit aufnehmen können, bis morgen sollten die Messungen noch dauern. Im Büro würden die aufwändigen Daten später miteinander berechnet, daraus die Unterwasserkarte gefertigt. Die sei mit fünf Messwerten je Quadratmeter sehr genau.

Die Angaben seien präziser als sie die Schifffahrt wahrscheinlich benötige, gesteht Schade. Aber die Daten im Maßstab 1:2000 seien nun Mal vorgeschrieben. Sie weiter für den Seenutzer aufzubereiten und daraus eine Karte zum Herunterladen herzustellen, benötige allerdings auch noch mal etwas Zeit.

Interessant sein dürften die Karten auch für Taucher, die sich damit schon vorab über die Tiefenlinien der Gewässer informieren können. So zeigt etwa die Unterwasserkarte des Cospudener Sees eine mehr als 50 Meter tiefe Stelle mit einer steil abfallenden Wand nahe der Einstiegsstelle am Zöbigker Hafen an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2013

Jörg ter Vehn

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