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Aus dem Agra-Bad soll eine Adventure-Golfanlage werden

Aus dem Agra-Bad soll eine Adventure-Golfanlage werden

Die Tage des Agra-Bades sind gezählt. Mit Saisonende schließt Sachsens kleinstes Freibad für immer seine Tore. Das hatte der Stadtrat bereits 2013 im Zuge der Planung fürs neue Sportbad beschlossen.

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Bei Familien mit Kindern ist das Agra-Bad sehr beliebt. Dennoch wird es Mitte September für immer schließen.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Offen war nach der fehlgeschlagenen Bewerbung für die Landesgartenschau 2019, wie das Areal weiter genutzt werden kann. Nun scheint eine Lösung gefunden: Zwei junge Investoren wollen auf 5400 Quadratmetern eine Adventure-Golfanlage errichten. Vom Stadtrat gab es jetzt grünes Licht.

"Das wäre Sachsens erste reine Adventure-Golfanlage", betonten Marcel Kirchhoff und Michael Müller bei der kurzen Präsentation im Großen Lindensaal. In den Ausschüssen hatten sie vorab schon erklärt, dass es sich beim Adventure-Golf, das von den USA aus Europa erobert hat, um eine Mischung aus Mini- und normalem Golf handelt. Gespielt werde auf Kunstrasenbahnen, die durch starke Geländeverformungen geprägt sind. Geplant seien vorerst 18 Bahnen zwischen acht und 50 Meter Länge, dazu ein Teich oder Wasserlauf, ein Spielplatz sowie ein kleines Café, erläuterte Kirchhoff.

Was das Vorhaben für Markkleeberg so attraktiv macht? Die Investoren wollen das Gelände wie gesehen, das heißt mit allen Aufbauten und dem maroden Schwimmbecken, einschließlich des benachbarten Hexenhauses übernehmen. Die Stadt könnte sich damit die Abriss- und Betreiberkosten sparen. Letztere sind im aktuellen Haushalt mit 93 000 Euro ausgewiesen. Und mehr noch: Die Stadt könnte mit der Pacht eine neue Einnahmequelle für den auf hohem Niveau schwächelnden Haushalt generieren. Kurz gesagt: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Das Problem: Vieles scheint sehr vage an dem privaten Projekt, angefangen bei der Finanzierung. Als FDP-Stadtrat und Finanzfachmann Volker Matting nachhakte, erinnerten Kirchhoffs Ausführungen an Nenas 80er Jahre Hit "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann". Es gebe mehrere Finanzierungsmodelle, vielleicht auch Hilfe von der Sächsischen Aufbaubank, hieß es vom Investor. Enttäuscht zeigte sich der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Joachim Schruth, als er erfuhr, dass Kirchhoff und Müller entgegen der Anregung des Umweltausschusses noch nicht mit dem Pro-Agra-Park-Verein Kontakt aufgenommen haben.

"Ich finde das Vorhaben sehr interessant. Heute geht es ja erst mal nur um eine Grundsatzentscheidung. Ihre Hausaufgaben, sprich die konkrete Planung, können sie danach erledigen", meinte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Gleichzeitig machte er klar, dass die Stadt keine Alternativen hat. "Das Geld, um den in der Landesgartenschau-Bewerbung geplanten Wasserspielplatz auf dem Gelände umzusetzen, ist in den nächsten Jahren nicht da. Die Fläche würde damit brach liegen und uns trotzdem Unterhaltungskosten bescheren." Er sei überzeugt, dass die Nutzung als Adventure-Golfanlage auch eine Aufwertung für den Agra-Park bedeutet.

Dieter Bormann, Fraktionschef der Linken, konnte sich mit dem Projekt nicht anfreunden. "Die Zielgruppe wäre gegenüber dem Agra-Bad, das vor allem von Familien mit Kindern, die nicht über so viel Geld verfügen, genutzt wird, eine ganz andere." In der Bürgerfragestunde hatte Uwe Neumann zuvor noch mal an die Stadträte appelliert, den Beschluss zur Schließung des Agra-Bades zurückzunehmen. "Das Aus wäre ein großer Verlust für die Kinder und Markkleeberg will doch kinderfreundlich sein."

Ohne Erfolg. " Das Kleinod aufzugeben, ist uns nicht leicht gefallen, aber der Investitionsstau ist einfach nicht mehr zu stemmen", so der OBM. Außerdem solle der Spielplatz auf der Adventure-Golfanlage kostenfrei zugänglich sein, Schnupperangebote das Golfen auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich machen. Investor Müller, von Beruf Pflegeberater, ergänzte, dass er mit Krankenkassen Verträge schließen wolle, um Nachsorge beispielsweise für Schlaganfallpatienten anbieten zu können.

Mit 16 Ja-, bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde der Beschluss gefasst. Schruth blieb ein einsamer Rufer in der Wüste: "Mich konnten sie ökologisch und ökonomisch nicht überzeugen. Die Finanzierung ist im Moment eine leere Blase."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2015
Ulrike Witt

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 31,36 km²

Einwohner: 24.240 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 773 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04416

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Stadtverwaltung: Rathausplatz 1, 04416 Markkleeberg

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