Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Aus für Hausboote: Investor hat sich zurückgezogen
Region Markkleeberg Aus für Hausboote: Investor hat sich zurückgezogen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 22.05.2017
Der geplante Standort des Wasserwanderrastplatzes am Hildebrand-Gymnasium sorgte 2016 für einen Sturm der Entrüstung. Quelle: André Kempner
Anzeige
Markkleeberg

Professor Dieter Bormann, Fraktionschef der Linken, plauderte im Stadtrat am Mittwochabend aus, was die Stadtverwaltung offensichtlich noch unter der Decke halten wollte: Das Projekt Hausboote auf dem Cospudener See ist gescheitert, Investor Thomas Recknagel vor Wochen abgesprungen.

„Ja, es ist richtig, Herr Recknagel hat für sich entschieden, das Projekt aufzugeben“, bestätigte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) auf telefonische Nachfrage. Wegen eines auswärtigen Termins war er bei der Stadtratssitzung nicht anwesend. Die Stadträte seien im Technischen Ausschuss Anfang Mai über die Situation informiert worden. Alles Weitere müsse der Investor erklären.

Und Recknagel wird deutlich: „Die Kultur im Leipziger Neuseenland ist nicht investitionsfreundlich. Als Unternehmer will ich was voranbringen. Die Behörden suchen aber nur nach Gründen, was alles nicht geht.“ Nach drei Jahren Planung und inzwischen drei Stadtratsbeschlüssen in unterschiedlicher Ausprägung sei das Pferd für ihn geritten.

Dabei sah 2014/15 alles so gut aus. Die Ämter hatten ihm Hoffnung auf die Genehmigungen gemacht, Banken das Projekt unterstützen wollen. Und selbst der Bootsbauer habe die von ihm bestellten fünf Hausboote von Jahr zu Jahr im Auftragsbuch geschoben. Aber auch die Stadt verschob das Projekt Wasserwanderrastplatz. Erst wurde lange nach einem geeigneten Standort am Ostufer des Cossi gesucht, 2016 sorgte dann der favorisierte am Hildebrand-Gymnasium für einen Sturm der Entrüstung.

„Ich habe einfach keine Freude mehr an dem Projekt und es in Frieden beerdigt“, gesteht Recknagel. Er habe mit dem Café „Brot & Kees“ genug zu tun, außerdem etliche Immobilienangebote vorliegen. „Dann gibt es eben keine Hausboote auf dem Cossi und keine neuen Arbeitsplätze“, sagt er - mehr traurig denn trotzig. Im Leipziger Neuseenland werde der Tourismus blockiert statt gefördert. „Mit dem Bau- und Wasserrecht macht man hier Ideen tot. Die Behörden sollten mal nach Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin schauen“, empfiehlt Recknagel.

Was bleibt: Der Wasserwanderrastplatz wird trotzdem gebaut, die Steganlage nur kleiner und kostengünstiger als die bislang geplanten 600 000 Euro ausfallen. „Der Ratsbeschluss vom Dezember wurde unabhängig von der privaten Investition gefasst. Steg, WC-Anlage und Imbiss kommen. Das Projekt wurde bereits überarbeitet“, sagt der OBM. Wann ist offen. „Erst müssen die Bau- und die wasserrechtliche Genehmigung und der Fördermittelbescheid vorliegen.“

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Markranstädt geht es am Wochenende Schlag auf Schlag: Am Samstag wird das 5. Promenadenfest am Westufer des Kulkwitzer Sees gefeiert (die LVZ berichtete), am Sonntag das 25-jährige Bestehen des Gewerbeparks Frankenheim. Zwischen 10 und 18 Uhr laden die Unternehmer unter dem Motto „25 Jahre Gewerbepark Frankenheim – ein Vierteljahrhundert erfolgreich für die Region“ ein.

19.05.2017

Die Dresdner Ministerien für Wirtschaft und Kultus sowie die Landesagentur für Arbeit haben die im Ortsteil Zöbigker ansässige Firma Holl jetzt für ihr Engagement bei der größten sächsischen Berufsorientierungsinitiative „Schau rein!“ geehrt.

18.05.2017

Fünf Freunde, fünf Oldtimer und ein großes Ziel: Von Leipzig ans Matterhorn. Hin und zurück. 2000 Kilometer in neun Tagen. Mit dem Auto kein Problem. Aber mit Simsonrollern (SR 2) der Baujahre um 1960. Ist das zu schaffen?

17.05.2017
Anzeige