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Markkleeberg Ausbaggerung der Pleiße hat jetzt begonnen
Region Markkleeberg Ausbaggerung der Pleiße hat jetzt begonnen
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16:34 17.10.2017
Unterhalb des Agra-Wehres haben die Arbeiten im Flussbett mit schweren Maschinen begonnen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Am Agra-Wehr haben jetzt die eigentlichen Arbeiten zur Störstellenbeseitigung und Tieferlegung der Pleiße begonnen.

Schweres Gerät ist an beiden Flussufern aufgefahren. Derweil Arbeiter mit Hilfe eines Autokranes seit voriger Woche nahe dem Wehr Spundwände in die Pleiße rammen, um einen Teil des Flussbettes dort trocken zu legen, räumt der Kampfmittelbeseitigungsdienst am nördlichen Ende des Baufeldes nahe der S-Bahn-Brücke die gefundenen rostigen Räder, Schränke und Rohre vom Flussufer weg.

Für Fußgänger und Radfahrer ist daher offiziell der flussbegleitende Weg zu einem Teil gesperrt. Steffi Raatzsch, Geschäftsführerein des Zweckverbandes Kommunales Forum Südraum Leipzig, weist ausdrücklich darauf hin, dass auch für Wassersportler aller Art der Fluss zwischen der Brücke und dem Agra-Wehr nun gesperrt ist.

Zum Wehr käme aktuell ohnehin kein Kanusportler. Im Fluss sind riesige Rohre versenkt, die die Pleiße durchlassen, aber mit Schotter abgedeckt zugleich den Baumaschinen eine Querung ermöglichen. Wie berichtet, entsteht unterhalb des Wehres eine so genannte Sohlgleite. Dort soll auf einer Länge von 200 Metern der Übergang zur neuen, tieferen Flusssohle fischfreundlich als Schräge mit einer Reihe von Steinriegeln hergestellt werden. Rund 2700 Kubikmeter Erd- und Wasserbauarbeiten werden dafür direkt hinter dem Tosbecken des Agra-Wehres vorgenommen.

Die Pleiße soll zwischen Leipzig und Markkleeberg auf einer Länge von 1,7 Kilometern insgesamt vertieft werden, um sie schiffbar zu machen. Eine durchgängige Wassertiefe von 80 Zentimetern soll überall erreicht werden. Aktuell behindern einige Flach- und Störstellen die Fahrt auf dem Fluss, der über die geplante „Wasserschlange“ künftig auch den Markkleeberger und den Störmthaler See mit Leipzig verbinden soll.

Über Herbst und Winter sollen daher rund 16 000 Kubikmeter Schlamm aus einer Tiefe von bis zu 1,5 Metern ausgebaggert werden. Im Gegenzug werde die Sohle der Pleiße mit rund 11 300 Kubikmetern verschiedener Materialien wieder befestigt, versprechen die Planer.

Die Nassbaggerarbeiten würden jetzt beginnen, erklärt Raatzsch. Inwieweit der alte Zeitplan, wonach bis Ende Februar die Arbeiten im Fluss beendet sind, noch greift oder ein neuer Plan entworfen werden muss, werde sich in den nächsten Woche zeigen. Raatzsch: „Ich denke, Ende November wissen wir da mehr.“

Eigentlich hatten die Arbeiten Mitte August beginnen sollen. Die Kampfmittelbeseitiger hatten im Vorfeld jedoch eine Vielzahl von auffälligen Metallortungen im Flussbett – obwohl die Pleiße in dem Bereich erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit der Auskohlung der Tagebaue umverlegt worden war, wie Zeitzeugen wissen. In den Archiven habe sich jedoch keine präzise Dokumentation über die Umverlegung der Pleiße in dem Bereich gefunden, daher sei man auf Nummer sicher gegangen, hieß es zur Begründung für die aufwändige Suche durch die Kampfmittelbeseitiger. Wie berichtet, verzögerte die Suche den Beginn der Ausbaggerung. Vor allem nahe den Pleißebrücken stießen die Taucher auf etliche Fahrräder, Gestelle, Stangen, Drähte – und Töpfe.

Von Jörg ter Vehn

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