Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Ausstellung widmet sich Beat als Politikum
Region Markkleeberg Ausstellung widmet sich Beat als Politikum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 01.07.2010
Wie der Beat in der DDR politisiert wurde, schaut sich Silvia Merseburger im Rathaus Markkleeberg an. Auch die wechselvolle Geschichte der Klaus Renft Combo und anderer Gruppen weckt ihr Interesse. Quelle: André Kempner
Anzeige
Markkleeberg

Und den winkten im schlimmsten Fall „Erziehungsmaßnahmen“ im Tagebau.

Wie die DDR-Regierung mit der schon in den 40er Jahren aufkommenden Beat-Bewegung unter den Jugendlichen verfuhr, ist derzeit in einer Ausstellung im Markkleeberger Rathaus zu sehen. „All you need is beat“ heißt die Ausstellung, die der Verein „Archiv Bürgerbewegung Leipzig“ organisiert hat. 20 großformatige Tafeln verdeutlichen das Verhältnis zwischen Jugend, der von ihr geliebten Musik – dem Beat – und der Politik von 1955 bis 1975. Zeitungsausschnitte, Liedtexte, Fotos und Schreiben der SED-Regierung dokumentieren die Geschichte der Jugendbewegung und die darauf folgenden Repressalien von Seiten der Polizei und der Stasi.

Der Beat, entstanden durch Elvis, galt in der DDR als „Ausgeburt imperialistischer Dekadenz“, ist auf einer Tafel zu lesen. „Dabei waren der Beat und die Jugendlichen nicht politisch, sind aber politisiert worden“, erklärt Kulturamtsleiter Ralph von Rauchhaupt. Obwohl sich die Jugendlichen damit lediglich von ihrer Elterngeneration abgrenzen wollten, wurde die Musikrichtung schnell zum Politikum. Die SED machte daraus eine antisozialistische Haltung, die nicht geduldet werden durfte. Erst in den 60er Jahren gab es leichte Lockerungen: Gitarrenwettbewerbe wurden ausgetragen, „The Butlers“ wurden bekannt und Beatles-Platten erschienen sogar bei Amiga. Dennoch: Kurze Zeit später erhielten „The Butlers“ wegen ihres Aussehens und ihrer Spielweise Auftrittsverbot. Endgültig wollte die SED das Problem ausräumen, nachdem es zu Ausschreitungen bei einem Stones-Konzert in der Westberliner Waldbühne gekommen war. Walter Ulbricht forderte, mit dem „Yeah, yeah, yeah und wie das alles heißt“, Schluss zu machen. Doch trotz aller Verbote entstanden immer wieder neue Beat-Gruppen. Wer verboten worden war, wechselte kurzerhand den Namen, die Stadt oder den Bezirk. Wie der Beat trotz der unzähligen Repressalien dennoch zur bestimmenden Jugendkultur wurde, ist auf den Tafeln eindrucksvoll dargestellt. Zu sehen ist die Ausstellung bis Ende Juli zu den Öffnungszeiten der Verwaltung.

Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das kleinste Motorrad der Greenrider ist gelb und kaum mehr als kniehoch. Die Mini-Maschine, nur für den Hausgebrauch zugelassen aber trotzdem zu 50 Stundenkilometern fähig, gehört Tommy Börngen.

01.07.2010

Seit 1. Januar blitzt Markkleeberg selbst. Wie berichtet, hatte die Stadt die Aufgabe vom Landkreis Leipzig übertragen bekommen. Basis ist die Ordnungswidrigkeitenzuständigkeitsverordnung.

30.06.2010

Die Arbeitsgruppe Fahrradkirche Zöbigker hat in den vergangenen Monaten ihren öffentlichen Auftritt neu gestaltet. „Um einem unserer Ziele, einer großen Bekanntheit über die Grenzen Markkleebergs hinaus näher zu kommen, war es für uns wichtig, der Fahrradkirche ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben“, erklärt AG-Sprecherin Julia Jonas.

29.06.2010
Anzeige