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Markkleeberg B 2-Trog oder Tunnel: Es keimt Hoffnung
Region Markkleeberg B 2-Trog oder Tunnel: Es keimt Hoffnung
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22:00 12.07.2015
Die B 2-Brücke zerschneidet seit den 1970er Jahren nicht nur aus der Vogelperspektive den Agra Park zwischen Markkleeberg (rechts) und Leipzig. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

"Wir hatten ein sehr konstruktives, ich denke sogar zukunftsweisendes Gespräch", schätzt Wiebelitz ein. Ziel sei es gewesen, den aktuellen Stand zu erfahren. Und mit dem könne die Region durchaus zufrieden sein. "Als Erstes: Die Verlängerung der A 72 bis Leipzig ist im Bundesverkehrswegeplan gestrichen worden", berichtet Wiebelitz. Überrascht sei sie gewesen, dass fünf Varianten - eine Hochstraße, der von Markkleeberg und Leipzig favorisierte Trog sowie ein Tunnel, beides mit und ohne Standspur - "sehr tiefgründig" geprüft werden.

Als Schwerpunkte hätten sich dabei der Denkmalschutz und die Hydrologie herauskristallisiert. Zudem werde bei den Tunnel- und Trogvarianten aufgrund der Abschrägung nicht mehr von 380 sondern über 600 Meter Länge ausgegangen. Das heißt: Diese Bauwerke würden sich über den gesamten Abschnitt zwischen Goethesteig und Seenallee erstrecken. Bislang hatten Freistaat und Bund einen Ersatzneubau der maroden, 347 Meter langen Agra-Brücke mit 14,5 Millionen Euro, Tunnel und Trog mit jeweils etwa 35 Millionen Euro beziffert.

Positiv einzuordnen sei ein Bodengutachten. "Vom Baugrund her ist alles möglich", betont Wiebelitz. Es werde jetzt auf die endgültige hydrologische Bewertung ankommen. Dabei gehe es nicht nur um die in direkter Nachbarschaft zur B 2 liegende Pleiße, sondern auch Grundwasserleiter. Um die Situation abschließend beurteilen zu können, seien drei Pegel eingerichtet worden.

"Wir haben darauf hingewiesen, dass die in Bau befindliche Pylonenbrücke über die B 2 in Gaschwitz, eine architektonisch sehr noble Lösung, Maßstäbe setzt", erklärt Wiebelitz. Schließlich würden die Grundzüge des Neuseenlandes nur einmal geschaffen. "Was wir jetzt falsch machen, bleibt für lange Zeit", meint die frühere Agra-Chefin. Die Pylonenbrücke sieht sie auch finanziell als Vorbild. "Wenn die LMBV den Bau zahlt, dann ist der Tagebausanierer auch bei der Finanzierung der Agra-Lösung heranzuziehen, denn auch die ist eine Folge des Braunkohletagebaus."

Im Spätherbst will sie mit dem neuen Landrat nach Dresden fahren. "Dann sollen die Ergebnisse komplett vorgestellt werden", erzählt sie. Für Wiebelitz ein wichtiger Schritt: "Dass heißt, uns wird nicht einfach was vorgesetzt, sondern wir werden beteiligt. Das stimmt uns optimistisch. Immerhin stehen 450 Vereinsmitglieder und eine ganze Region hinter uns."

Das Wirtschaftsministerium versichert: "Alle Varianten werden objektiv und nach gleichen Kriterien bewertet und miteinander verglichen, die Ergebnisse anschließend noch mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt." Wann das Planfeststellungsverfahren eröffnet wird, ist offen. "Derzeit können noch keine belastbaren Angaben zu den nachfolgenden Planungsschritten gemacht werden", heißt es.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2015
Ulrike Witt

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