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Markkleeberg Bachs Werk der Superlative erklingt in Leisnigs St. Matthäi
Region Markkleeberg Bachs Werk der Superlative erklingt in Leisnigs St. Matthäi
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15:21 08.03.2019
Aufführungen mit einem Chor und einem Orchester gab es schon in Leisnig. Am 7. April werden es jeweils zwei Ensembles sein – bei Bachs Matthäus-Passion. Quelle: (Archiv) Gerhard Dörner
Leisnig

Seit einem halben Jahrhundert war das in Leisnig und der Region nicht zu hören: Zwei Chöre sowie zwei Orchester führen am 7. April die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach auf. „Der Wunsch kam von den Sängerinnen und Sängern“, so Leisnigs Kirchenmusikdirektor Holger Schmidt. Und er selbst gestehe gern ein: Dieses Werk sei das größte und tollste, was Bach je schrieb.

Zwei Chöre und zwei Orchester

„In dieser Musik gipfelt Bachs Schaffen. Mit zwei Chören, zwei Orchestern sowie fünf Solisten gilt sie als bedeutendste Vertonung des Passionsberichtes mit hochdramatischer Musik. Diese schildert nicht allein das Geschehen. Zusätzlich wirft der Text den Zuhörer auch immer wieder auf sich selbst zurück, statt lediglich von einer dritten Warte aus den Weg zum Kreuz, das Geschehen davor sowie die Sterbeumstände zu beschreiben.

Aufgeführt hat es der Thomaskantor am 30. März 1736 in Leipzig in der Thomaskirche – am Karfreitag. „Wir wählten den 7. April, der in diesem Jahr ebenfalls in der Passionszeit liegt. Wir wollten anderen Projekten, die zu Karfertig laufen, nicht im Wege stehen“, erläutert der Kirchenmusikdirektor. Gute Musiker sind an derart exponierten Terminen im Kirchenjahr gefragte Leute.

Beginn der Proben vor zwei Jahren

Die Leisniger begannen vor etwa zwei Jahren mit den Proben, wobei hier die Kantorei vom Döbelner Kammerchor verstärkt wird. Im Januar gab es ein Probenwochenende. Doch nicht allein Sängerinnen und Sänger aus von Döbelner und Leisniger Ensembles wirken mit: Der zweite Chor besteht aus Sängerinnen und Sängern der Kantorei Markkleeberg. Jedes Ensemble probt für sich. Kurz vor der Aufführung muss sich erweisen, ob alles gut funktioniert.

„Weil es ein sehr aufwendiges Werk ist, wird es sehr selten aufgeführt, in Leisnig zuletzt vor 50 Jahren, mit Kantor Hans-Joachim Schwinger“, so Schmidt. Die Gesangspassagen verlaufen an einigen Stellen dialoghaft, die Ensembles agieren wechselseitig. Gesungen wird achtstimmig, im Eingangschor gesellt sich eine neunte Stimme in Sopranlage dazu. Die Aufführung dauere insgesamt etwa zweieinhalb Stunden.

Die Matthäus-Passion gilt als das umfangreichste und aufwendigste Werk von Johann Sebastian Bach. Als Felix Mendelssohn Bartholdy es im März 1829 wieder zur Aufführung brachte, war es zuvor für hundert Jahre in Vergessenheit geraten. Heute gilt es als Werk der Superlative.

Zusammenarbeit mit Kantorei aus Markkleeberg

Dass Schmidt für große Projekte gern andere Chöre dazu holt, ist nicht ungewöhnlich. Erfolgreiche Aufführungen gab es zum Beispiel in Kooperation mit der Döbelner Kantorei beziehungsweise dem Ephoralchor. Warum sich Schmidt die Kantorei von Markkleeberg für das Projekt wünschte, hat mehrere Gründe: Es wird eine leistungsfähige Kantorei gebraucht, die jedoch ihren eigenen Wirkungskreis räumlich nicht zu nah an Leisnig hat, denn: „Letztlich wird das Werk an beiden Standorten aufgeführt, in Leisnig am 7. April und in Markleeberg am 13. April. Die Konzerte sollten nicht um die Zuhörer konkurrieren.“

Zu Markkleeberg hat Schmidt zudem einen persönlichen Bezug. Aufgewachsen in Zwenkau, sammelte er als Jugendlicher ersten Erfahrungen als Chorsänger in der Kantorei Markkleeberg. Dass nun der heutige Kantor Frank Zimpel für dieses Projekt zusagte, habe ihn um so mehr gefreut.

Aufführung im April

So wie Bach in der Matthäus-Passion zwei Chöre einsetzt, so spielen auch zwei Orchester. „Es ist also alles doppelt besetzt“, so Schmidt. Zum größten Teil bestehen die beiden Instrumentalensembles aus Musikern vom Leipziger Gewandhausorchester sowie vom Orchester des Mitteldeutschen Rundfunks.

In der Leisniger Matthäi-Kirche wird das Werk am 7. April aufgeführt, Beginn ist 16.30 Uhr. Der Kartenvorverkauf läuft im Pfarramt in der Colditzer Straße sowie im Gästeamt in der Kirchstraße.

Von Steffi Robak

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