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Bahnprojekt: „Keine unzumutbaren Belastungen“

Bahnprojekt: „Keine unzumutbaren Belastungen“

Die Deutsche Bahn AG modernisiert im Zuge des City-Tunnels ihr Streckennetz (die LVZ berichtete). Allein drei Markkleeberger Brücken müssen für die Zukunft fit gemacht werden.

arkkleeberg. Mit Folgen für den Straßenverkehr, wie aus dem Umleitungskonzept hervorgeht.

Start für die heiße Phase soll nach den Plänen der Bahn im April 2012 sein. Dann werden die Rathausstraße zwischen Friedrich-Ebert- und Südstraße sowie die Zöbigkerstraße zwischen Schachtweg und Alte Straße erstmals zeitgleich voll gesperrt. Bis August 2012 müssen Kraftfahrer alternativ die B 2, die Breitscheidstraße und die Seenallee nutzen. Ebenfalls als Umleitungsstrecken vorgesehen sind die Parkstraße und die Neue Harth-Unterfahrung in Gaschwitz. Wobei es sich bei der Parkstraße um einen Fußgängertunnel handelt, in Gaschwitz beim Schachtweg um eine Behelfsstraße. Ab September 2012 geht es nahtlos mit der Sperrung der Breitscheidstraße bis März 2013 weiter. Der Verkehr soll über die Rathaus- und Zöbigkerstraße geführt werden. Zumindest bis Januar: Wenn an den dortigen Brücken der Überbau für das linke Gleis erfolgt und die zweite Sperrung bis Mai 2013 beginnt. Für die Händler der unteren Rathausstraße ein „Horror-Szenario“. Viele fürchten um ihre Existenz.

„Aus unseren Zählungen geht hervor, dass nur verhältnismäßig geringe Verkehrsmengen umzuleiten sind. Die Rathausstraße besitzt den Charakter einer Wohngebietsstraße und dürfte im Wesentlichen durch den Innerortsverkehr befahren werden“, heißt es im Konzept. Fußgänger und Radfahrer könnten die gesperrten Abschnitte bis auf wenige Ausnahmen immer passieren, betont die Bahn. Autos und Lastwagen sollen über die Koburger-, Breitscheid- und Hauptstraße fahren, außerdem werde der Ring als Umleitung ausgewiesen. Zusätzlich sind Lichtsignalanlagen am Knoten Breitscheid-/Haupt-/Lößniger- und Dölitzer Straße geplant, die Kreuzung Seenallee/Hauptstraße wird zum provisorischen Kreisverkehr.

Einbezogen in ihre Überlegungen hat die DB auch den Waldbahn-Übergang in der Rathausstraße. Aufgrund der zehnmonatigen Totalsperrung zwischen Leipzig/Hauptbahnhof und Gaschwitz von Ende November 2012 bis September 2013 werden darüber sechs Züge pro Stunde fahren und die früher „Sabotagebalken“ genannte Schranke 36 von 60 Minuten geschlossen sein. Während für Fußgänger der alte Tunnel reaktiviert wird, bleibt den Leipziger Verkehrsbetrieben nur die Straßenbahnlinie 9 alle 20 Minuten fahren zu lassen. Jede zweite Tram wird bereits an der Wendeschleife Parkstraße enden.

Nicht weniger kritisch wird die Situation während der Vollsperrung der Breitscheidstraße zwischen Friedrich-Ebert-/Leipziger Straße und Haupt-/Dölitzer- und Lößniger Straße. Umgeleitet werden Fahrzeuge in beide Richtungen vor allem über die B 2. Hinweisschilder sollen Autofahrer schon an der Wolfgang-Heinze- und der Matzelstraße auf das Nadelöhr aufmerksam machen.

Voraussetzung für das vorliegende Verkehrskonzept war eine Bestandsaufnahme: Zu sperrende Straßen und Umleitungsstrecken wurden im Herbst 2009 per Video festgehalten, Verkehrszählungen vor- und die Kapazität der Lichtsignalanlagen unter die Lupe genommen. Zudem hat die Deutsche Bahn die Vorhaben des Straßenbauamtes Leipzig für die Jahre 2011 bis 13 abgefragt. Avisiert sind gleich acht Maßnahmen: allein drei entlang der B  2 – die Erneuerung der Brücken über den Mönchereiweg und die Mühlpleiße sowie der Ersatzneubau im Agra-Park. Außerdem soll eine Brücke über das Elsterflutbett an der Brückenstraße – vorbehaltlich des Planfeststellungsverfahrens – voraussichtlich 2012 errichtet werden, eine weitere an der S 46 über die Kleine Pleiße und die Staatsstraße bedarf in Wachau einer Überholung. Zumindest erschwerend dürften sich für aus Süden kommende Pendler die Sanierungen der B 95/B 2-Anschlussstelle Großdeuben und der S 72 in Böhlen auswirken.

„Bis auf die B  2-Brückenbauwerke ist der räumliche Abstand so groß, dass keine Beeinflussungen zu erwarten sind“, schätzt das beauftragte Ingenieurbüro für Straßenverkehrstechnik und -organisation Günter Müller aus Frankfurt/Oder ein. Inwieweit es zu Behinderungen durch Rückstaus auf der B 2 kommt, hänge von der verbleibenden Kapazität ab. Konkrete Aussagen dazu seien erst möglich, wenn der detaillierte Ablaufplan für die Agra-Brücke feststeht.

Fazit der Bahn: „Trotz wesentlicher Einschnitte im Markkleeberger Stadtgebiet wird eine ausreichende Qualität des Verkehrsablaufs sichergestellt. Es entstehen keine unzumutbaren Belastungen für die Verkehrsteilnehmer.“

Ob die Deutsche Bahn die Zeitschiene einhalten kann, ist allerdings noch offen. Die Stadt Markkleeberg und Bürgerinitiativen behalten sich den Gerichtsweg nach dem Ende dieses Jahres zu erwartenden Planfeststellungsbeschluss für die „netzergänzenden Maßnahmen“ weiter vor.

Ulrike Witt

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