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Markkleeberg Bangen um Lagovida-Eröffnung
Region Markkleeberg Bangen um Lagovida-Eröffnung
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23:59 24.10.2013
Bauen mit Stil: Die Lampen in Lagovida ähneln Grashalmen. Quelle: André Kempner

Entgangen ist das offenbar nur den Tagebausanierern der LMBV. Die haben jetzt angekündigt, noch im nächsten Frühjahr Filterbrunnen auf dem Gebet des Urlaubsgebietes aufbohren zu wollen. Der Betreiber ist eine Wut.

Anfang Oktober noch war eine LVZ-Anfrage zu den Filterbrunnen im Bereich des Ferienresorts von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) als zuständigem Tagebausanierer abgetan worden. Dort sei alles geklärt, hatte da Sprecherin Claudia Gründig versichert. Inzwischen ist klar: Nichts ist klar.

Rund 70 Filterbrunnen gebe es noch in seinem Gebiet, die kontrolliert und gegebenenfalls richtig verfüllt werden müssten, erklärte diese Woche Lagovida-Planungschef Rüdiger Renno. Die meisten der Brunnen, mit deren Hilfe zu Tagebauzeiten der Grundwasserstand des Gebietes abgesenkt wurde, lägen in Strandnähe im Wasser. Aber einige auch mitten im Urlaubergebiet, wo derzeit Häuser und Wege entstehen. Anfang September habe man ihm noch versichert, dass die Nachprüfung der Brunnen, die alle einzeln aufgebohrt werden müssen, am 23. September starte. Er habe noch darum gebeten, sich für die Arbeiten mit den Baufirmen abzustimmen - aber keine Reaktion erhalten, erinnerte sich Renno.

"Jetzt ist davon die Rede, dass es März oder April werden kann", sagte er. "Eine Katastrophe. So kann man doch nicht mit Investoren umgehen", schimpfte er. Ständig gebe es Sitzungen mit allen Beteiligten, um sich abzustimmen über alles Mögliche, nie seien die Brunnen ein größeres Problem gewesen. "Und jetzt sowas!" - Renno ist außer sich.

Da die Brunnen auch auf dem bestätigten Bebauungsplan der Gemeinde als "verwahrt" - also gesichert - gelten, die Köpfe längst geschliffen sind, könne es durchaus sein, dass eine Straße darauf schon fertig ist, sogar ein Haus darüber gebaut wurde. Wenn dann die LMBV im nächsten Frühjahr kurz vor der Eröffnung der Anlage mit schwerem Gerät zur Kontrolle anrücke, seien Schäden an der Anlage nicht auszuschließen, womöglich die Eröffnung in Gefahr, so Renno. Der Termin dafür müsse jedoch in den nächsten Tagen feststehen, um mit den Buchungen für die wichtige erste Saison beginnen zu können.

Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch sieht in dem Vorfall vor allem ein "Moderationsproblem". Es gehe in Lagovida um sechs landseitige Filterbrunnen, der Rest befinde sich im Wasser. Mit der LMBV sei jetzt eigens eine Lenkungsgruppe gebildet worden, um dieses Problem und weitere, die einer Übergabe des Sees an die Allgemeinheit im April nächsten Jahres im Wege stehen, zu beheben. Lantzsch macht da terminlich selbst schon einen Rückzieher. Bislang hatte sie öffentlich die erste Kreistagssitzung im neuen Jahr als Seeübergabetermin genannt. Der Kreis muss offiziell die so genannte Allgemeinverfügung erlassen.

LMBV-Sprecherin Karin Franke konnte gestern nicht aufklären, warum so spät noch Filterbrunnen bei Lagovida kontrolliert werden müssen - zumal die Seeübergabe seit Jahren vorbereitet wird. Sie bestätigte, dass die Arbeiten erst ab März 2014 vorgesehen sind. Derzeit werde die Ausschreibung dafür vorbereitet. "Vielleicht können einzelne Baulose ja noch irgendwie getauscht werden, um eine Lösung herbeizuführen", machte sie Hoffnung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2013

Jörg ter Vehn

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