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Bauantrag fürs Sportbad liegt beim Kreis

Bauantrag fürs Sportbad liegt beim Kreis

Ganz Markkleeberg wartet auf das neue Sportbad am Bahnhof. Schwimmfans hofften gar, dass sie schon 2015 die ersten Bahnen ziehen können. "Ganz so schnell wird es nicht gehen", bremst Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD).

So soll das Sportbad am Bahnhof nach aktuellem Planungsstand künftig aussehen. Der Baustart ist für Frühjahr 2015 vorgesehen.

Quelle: Stadt Markkleeberg

Markkleeberg. Er selbst hatte sich einen Baustart im Herbst gewünscht. Zu sportlich, warnte das Bauamt schon im Dezember bei der Übergabe des Fördermittelbescheides. Indes, "nach sechs Monaten intensivster Arbeit" wurde jetzt der Bauantrag mit mehr als 100 Unterschriften beim Landkreis eingereicht.

"Wir haben uns bewusst Zeit für die Entwurfsplanung gelassen, sind jedes noch so kleine Detail durchgegangen", erklärt Schütze. Bauamtsleiter Klaus Hartig fügt hinzu: "Einen Bauantrag für ein solches Projekt abzugeben, macht erst Sinn, wenn klar ist, dass das Sportbad wirklich funktional ist und wirtschaftlich betrieben werden kann." Hartig hat in den vergangenen Monaten Gespräche mit der Bädergesellschaft Dresden geführt, sich mit den Betreibern der neuen Schwimmhalle in Borna und - dank Vermittlung von SPD-Stadträtin Sylvia Steinke-Gräfe - auch mit der Förderschule für Behinderte im Schloss Schönefeld ausgetauscht. "Ich habe sehr viele wertvolle Hinweise erhalten, die in die Planung eingeflossen sind."

So werde das Sportbad ein Edelstahlbecken bekommen. Dies sei zwar 180 000 Euro teurer als das ursprünglich vorgesehene Stahlbetonbecken, aber langlebiger. "Es ist bekannt, dass sich bei Stahlbetonbecken nach wenigen Jahren die Fliesen lösen und Reparaturen mit hohem finanziellem Aufwand verbunden sind", erläutert Hartig. Und er legt Wert darauf, dass das Becken zehn mal 25,03 Meter groß sein wird. Die Zentimeter hinter dem Komma machen den Unterschied, lassen Platz für Auffangmatten. "Dadurch sind laut Sächsischen Schwimmverband Jugendwettkämpfe möglich." Und mehr noch. Dank stufenlos zwischen 1,80 Meter und Null verstellbarem Hubboden, behindertengerechtem Treppenzugang und Slipanlage könne neben Schul- auch therapeutisches Schwimmen angeboten werden.

Außerdem habe sich die Verwaltung mit dem Stadtrat, der wie Schütze sagt, "seit März 14-tägig informiert wurde", für eine Kombination aus Blockheizkraftwerk für die Grundlast der Wärmeversorgung und Brennwertkessel auf Gasbasis entschieden. "Der technische Aufwand ist enorm, aber im Sinne einer hohen Rentabilität übers Jahr das Beste. Wir können sogar selbst Energie produzieren und müssen nicht durchgängig Strom zukaufen", sagt Hartig. Dazu passt, dass die Stadt auch im Sportbad - übrigens wird das Becken beleuchtet - auf moderne LED-Technik setzt.

Verändert wurde auch der Grundriss. "Wir setzen auf klare Achsenbeziehungen mit geraden Wegen. Die Umkleidekabinen werden größer, die Türen rollstuhlgerecht 1,20 Meter breit", zählt Hartig auf. Im Keller sei die Aufteilung der Lagerräume an den betrieblichen Erfordernissen ausgerichtet worden. Finanzielle Folgen wird eine weitere Veränderung haben: Die Umkleiden und Duschen für die Mitarbeiter werden ins Bad integriert und nicht mehr im Bahnhof angeordnet. "Wir erreichen damit eine klare Trennung zwischen Sportförderung und Stadtsanierungsmitteln."

Die Baukosten werden sich nach aktuellem Stand - die Ausführungsplanung beginnt gerade erst - auf 5,8 Millionen Euro belaufen. Mit der Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes, das den Eingangsbereich aufnehmen wird, auf 7,1 Millionen Euro. Schütze hofft, dass es bei den 2,3 Millionen Euro Sportfördermitteln nicht bleibt. "Wir werden noch mal einen Antrag auf Erhöhung stellen", kündigt er an. Hartig ist zurückhaltender. "Darauf können wir nicht setzen. Aber wenn wir die Baumaßnahmen Sportbad und Bahnhof im Herbst gemeinsam ausschreiben, können wir günstigere Preise erzielen." Baustart soll nun im März/April 2015 sein, die Übergabe im Herbst 2016.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2014
Ulrike Witt

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