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Markkleeberg Bauchpinsel und Tatort-Requisiten
Region Markkleeberg Bauchpinsel und Tatort-Requisiten
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00:34 31.05.2018
Peggy Nothnagel (Mitte) hat Ulrike Rost eingeladen, damit sie das traditionelle Handwerk demonstriert. Quelle: Fotos: Gislinde Redepenning
Markkleeberg

Um 75 Stände mit schönen, nützlichen und vor allem mit ausgefallenen Accessoires und Gebrauchsgegenständen tummelten sich am Wochenende beim 13. Handwerker- und Töpfermarkt am Pier 1 des Cospudener Sees zahlreiche neugierige Besucher.

Peggy Nothnagel hatte die Qual der Wahl. „Rund 110 Bewerbungen von Ausstellern sind eingegangen, da musste ich eine Auswahl treffen“, erzählt die Veranstalterin vom Töpferhaus Großpösna. Herausgekommen ist ein gelungene Mix aus 55 Töpfern und 20 Kunsthandwerkern. Nebenbei kümmerte sie sich noch um ihren eigenen Stand mit einem Querschnitt ihres Angebots von lebensmittelechter Gebrauchskeramik, die vom Kühlschrank über den Backofen bis zur Mikrowelle einsetzbar ist, bis zur Deko für Haus und Garten. Natürlich hatte sie auch Pflanzgefäße mit filigran eingearbeiteten Naturformen mit, denen sie ihren künstlerischen Stempel aufgedrückt hat.

Ulrike Rost von ihrem Töpferhof in Schkölen bei Markranstädt ist von der ersten Veranstaltung an dabei. „Ich bin ein Urgestein“, lacht sie und setzt sich an ihre traditionelle Schubscheibe. Wie von Zauberhand entsteht innerhalb kürzester Zeit aus einem Klumpen Ton ein bezauberndes Gefäß. Gerne erzählt sie von ihrem Handwerk. „Wenn ich den Leuten erkläre, dass ich jeden Gegenstand 16 Mal in die Hand nehmen muss, bis er fertig ist, verstehen sie erst, warum ein Eierbecher vier Euro kostet“, schmunzelt sie.

Außergewöhnlich ist das Angebot von Feinhaarpinselmacher Karl Bommel aus dem mittelfränkischen Bechhofen. Bürstenmacher gebe es sehr viele, erklärt er. Aber was er aus den Haaren von Rotmarder, Eichhörnchen, Dachs, Ziege oder Rinderohren schaffe, sei einzigartig. Vom Künstler- bis zum Rasierpinsel wird alles wie genau wie vor 50 Jahren in mühevoller Handarbeit gefertigt. Witzig: Auch ein Bauchpinsel „zum Verwöhnen“ ist zu haben.

Heiß geht es am Feuer bei Roger Widdemann zu, nicht nur, weil die Sonne so richtig brennt. Der Schmiedemeister ist mit seiner ganzen Familie gekommen. Seine Tochter Marika ist als gelernte Metallgestalterin in seine Fußstapfen getreten und modelliert aus Ton das Muster für einen filigranen Flaschenverschluss, während Widdemann rhythmsich den Schmiedehammer auf eines seine Kunstobjekte sausen lässt. „Feuerkugeln und Feuerschalen für den Garten sind der Renner“, erzählt er. Wer möchte, kann das Objekt seiner Begierde gleich einpacken oder zusehen, wie es geschmiedet wird. Das dauere so im Schnitt um die zwanzig Minuten.

Seine Frau Karin erzählt von den ungewöhnlichsten Aufträgen, eine ganz besondere Türklinke für die Naunhofer Kirche, Replikate fürs Museum oder eine metallene Rose und Münzen für die Antiquitätensammlung eines Tatorts.

„Schöne Dinge brauchen Zeit“ lautet die Gravur auf einem der hölzernen Schmuckstücke am Stand von Stephan Neumann. Der Saalfelder ist am liebsten im Wald unterwegs, um Robinien zu suchen. „Umgefallene sind perfekt, die sind trocken genug, um verarbeitet zu werden“, betont er. Schöne Formen sollten sie haben, damit er daraus in seiner Wildholzwerkstatt individuell gefertigte und gestaltete Sitzmöbel und Regale fertigen kann. Er geht, wie so viele der Kunsthandwerker um ihn herum, in seinem Beruf auf. „Wenn ich ein tolles Stück Holz im Wald entdecke, kriege ich manchmal Gänsehaut und weiß sofort, was ich daraus bauen kann“, gibt er unumwunden zu. Mit seinen ungewöhnlichen Arbeiten war er auch schon auf der Leipziger Buchmesse vertreten.

Rainer Mewes, Drechsler aus dem Thüringischen Eliasbrunn, hat sein Herz ebenfalls ans Holz als Werkstoff verloren. Sein Sortiment umfasst stilvolle Accessoires fürs Haus. „Dabei verbinden wir die Tradition des alten Handwerks mit den Vorteilen moderner Technik“, sagt er. Vom Füller aus edlen Hölzern bis zum Lampenschirm, der stimmungsvolles Licht verbreitet, arbeitet er „für Leute, die das Echte mögen“.

Von Gislinde Redepenning

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