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Baugrube schon zweimal voll: Pleißebaustelle dauert länger

Abgesoffen Baugrube schon zweimal voll: Pleißebaustelle dauert länger

Es brummt auf der Wasserbaustelle an der Pleiße nahe dem Agra-Wehr. Dennoch wird die Baumaßnahmen wohl nicht wie geplant noch in diesem Winter abgeschlossen. Schuld haben die Pleiße selber - und jene Bürger, die Töpfe, Tonnen, Tresore, Fahrräder, Seile und ähnliches in den Fluss geworfen hatten.

Unterhalb des Agra-Wehrs in Markkleeberg entsteht in der künstlich trockengelegten Baugrube mit dicken Felssteinen die Sohlgleite. Sie soll die unterschiedlichen Höhen des Wassers ausgleichen.

Quelle: Kempner

Markkleeberg. Es brummt auf der Wasserbaustelle an der Pleiße nahe dem Agra-Wehr. Dennoch wird die Baumaßnahmen wohl nicht wie geplant noch in diesem Winter abgeschlossen. Schuld haben die Pleiße selber - und jene Bürger, die Töpfe, Tonnen, Tresore, Fahrräder, Seile und ähnliches in den Fluss geworfen hatten.

Bagger schaufeln sich durchs Flussbett, Lastwagen karren Erde weg und Wasserbausteine heran: „Die Technik ist voll im Einsatz“, erklärt Steffi Raatzsch vom Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig, dem Bauherren an der Pleiße. „Noch mehr einzusetzen würde das Tempo auch nicht steigern“, weiß sie. Dennoch hätten ihr die Baufirmen inzwischen mitgeteilt, dass der Verzug in diesem Winter nicht mehr einzuholen sei, im nächsten Herbst weitergemacht werden müsse.

Wie berichtet, konnten die Firmen nicht wie geplant zum August mit der Sohlvertiefung der Pleiße zwischen Agra-Wehr und S-Bahnbrücke Leipzig beginnen. Bei den routinemäßigen Untersuchungen vor dem ersten Baggerbiss waren derart viele Metallreste im Fluss aufgespürt worden, dass die Kampfmittelbeseitiger gerufen wurden. Die benötigten mit ihren Tauchern wochenlang, um allen Metallstücken auf den Grund zu gehen – und fanden Räder, Drähte, Töpfe, kleine Geldschränke und ähnliches, was Bürger einfach in den Fluss geworfen hatten.

Mit rund acht Wochen Verzug kamen so die Bauarbeiter überhaupt erst zum Zuge. An der neuen so genannten Sohlgleite, die das künftig niedrigere Flussniveau höher führen soll an den Wasserstand am Tosbecken des Wehrs, hängen sie aber noch immer fest. Zwei der insgesamt über ein halbes Dutzend Riegel der Sohlgleite seien inzwischen gut zu erkennen, berichtet Raatzsch. Die dicken Felssteine sind zum Teil in der Höhe versetzt, tragen damit zu einer Lockströmung bei, die die flussaufwärts ziehenden Fische zielsicher auf die bestehende Fischtreppe an der Ostseite des Wehres leiten soll.

Um die Sohlgleite halbwegs im Trockenen bauen zu können, waren lange Spundwände in den Fluss getrieben worden. Die Baugrube sei trotzdem bereits zweimal geflutet worden, erzählt Raatzsch. Dabei habe die zuständige Flussmeisterei nicht mal größere Niederschlagsmengen im Einzugsgebiet als Ursache ausmachen können. Der Bau müsse dann jeweils ruhen, bis die Grube wieder leergepumpt werden könne, was nochmal einen Tag benötige. Im Herbst/Winter sei leider die Zeit der höheren Pegelstände. „Aber wir müssen nun mal in dieser Zeit bauen“, gibt sie zu bedenken.

Hintergrund: Nach naturschutzfachlichen Auflagen vor allem wegen seltener Heuschrecken wie der Grünen Keiljungfer war die Bauzeit von der Landesdirektion auf die Monate zwischen August und Ende Februar festgesetzt worden. Damit sind mehrmalige „nasse Füße“ auf der Baustelle natürlich vorprogrammiert.

Sie hoffe, dass in diesem Winter nach der Fertigstellung der Sohlgleite das Flussbett in Richtung Leipzig noch bis zur Brücke Goethesteig von Störstellen befreit und begradigt werden könne, berichtet Raatzsch. Vorhersagen könne man das bei einer Wasserbaustelle aber nie. „Jeder Bautag bringt hier neue Herausforderungen“, sagt sie. Auch das Ende sei daher kaum vorherzusagen. Nur, dass der Bau im nächsten Jahr erst wieder Anfang August beginnen könne.

Von Jörg ter Vehn

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