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Markkleeberg Baustelle in der Rathausstraße kostet die Händler Kunden
Region Markkleeberg Baustelle in der Rathausstraße kostet die Händler Kunden
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08:02 15.05.2018
Die Händler in der Rathausstraße leiden trotz des umfangreichen Maßnahmenpakets der Stadt unter der Baustelle. Auch die Laufkundschaft muss viel Geduld aufbringen, um sich auf den schmalen Fußwegen durchzuschlängeln. Quelle: Gislinde Redepenning
Markkleeberg

Die Rathausstraße ist im Zuge der Bauarbeiten für die Neugestaltung der „Neuen Mitte“ Markkleebergs zwischen Haupt- und Friedrich-Ebert-Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Das lässt die Geschäftsleute stöhnen.

Auf den schmalen Fußwegen schlängeln sich derzeit die Passanten geduldig zwischen Bauzaun und Hauswand hindurch. Die Stadt gibt sich alle Mühe, die Händler während der Bauphase in der Rathausstraße zu unterstützen: durch Bürgerinformationen, Ausschilderungen, Flyer, Schilder und Hinweise auf die geöffneten Geschäfte in vielerlei Form. Dennoch bleiben viele Kunden weg. Es werde alles Notwendige gemacht, mehr ginge nicht, seufzen die Händler im Einklang, um ein „Man merkt’s auf jeden Fall in der Kasse“, hinzuzufügen.

Eine Flaute wurde auch beim Tourismusverein Leipziger Neuseenland registriert. „Es ist laut und schmutzig, wir könnten permanent putzen“, erklärt Christin Seidewitz. „Und obwohl die Fußwege frei begehbar sind, hat der Besucherstrom nachgelassen.“ Die Tagestouristen kämen weiterhin, Radfahrer auf der Durchreise schlängelten sich einfach durch. Auch Urlauber, die längere Zeit in der Region verbringen wollten, fänden her. Definitiv nachgelassen habe aber der Verkauf von Tickets und regionalen Produkten. „Wir wissen nicht, ob sich das nicht auch auf die Veranstaltungen niederschlägt oder ob die Besucher jetzt ihre Tickets im Internet bestellen“, sagt Seidewitz. Trotz der Ausschilderung und aller Hinweise auf die geöffneten Geschäfte blieben vor allem die Markkleeberger weg. „Die Baustelle schreckt einfach ab, die Bauzäune bilden eine Hemmschwelle“, vermutet die Mitarbeiterin des Tourismusvereins.

Christin Seidewitz in der Tourismusinfo. Quelle: Gislinde Redepenning

Dass weniger Kunden bei ihr hineinschauen, stellt auch Sabine Grünewald, Inhaberin des Thomas Cook Reisebüros, fest. Immerhin rufe die Stammkundschaft bei Fragen rund um die schönste Zeit des Jahres an.

Entspannt sieht Katrin Kahn von der „Süßen Boutique“ die Lage. Es sei doch gerade erst losgegangen. „Ich hoffe, dass meine Stammkunden auch weiterhin ihren Weg zu mir finden werden“, ist sie optimistisch.

„Wenn gearbeitet wird, kann man die Fenster kaum noch aufmachen. Der Dreck zieht gleich rein“, moniert Goldschmiedin Anke Werner. In der Poststelle gleich nebenan herrsche nach wie vor Betrieb, obwohl schon so mancher, der ein größeres Paket aufgeben wollte, zur Postfiliale am Eulenberg abgewandert sei. „Klar, dass diejenigen kommen, die etwas abholen müssen. Spätestens in der Weihnachtszeit wird sich bemerkbar machen, dass die Kurzzeitparkplätze vor dem Haus weggefallen sind“, fügt sie hinzu. Das sei ein Riesenproblem. „Ich hoffe sehr, dass sich die Stadt an ihre Zusagen hält und dass später zumindest die Möglichkeit zum Be- und Entladen vor dem Haus gegeben sein wird“, betont sie.

Tina Meyer hört Kunden klagen. Quelle: Gislinde Redepenning

Die Leute wollten vor dem Haus parken und nicht weit schleppen, ist auch die Erfahrung von Tina Meyer aus dem Floristikgeschäft Wiedemann. „Viele Kunden erzählen, dass sie Probleme haben, einen Parkplatz zu finden“, sagt sie. „Die Menschen sind nun einmal bequem und tragen größere Dinge nicht gerne weit.“

Die nächsten Monate bleiben eine Belastungsprobe. Der Leitungsbau der Wasserwerke dauert voraussichtlich bis August. Im Juli übernimmt die Stadt den  grundhaften Ausbau. Das Bauende ist für Februar 2019 vorgesehen.

Von Gislinde Redepenning

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