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Baustopp an der Zitzschener Brücke

Baustopp an der Zitzschener Brücke

Die Firma Papenburg Ingenieurbau will die Arbeiten an der neuen Brücke bei Zitzschen heute einstellen. Hans-Joachim Zoerner, Leiter der Niederlassung Halle/Saale, wirft dem Auftraggeber, dem Landkreis Leipzig, schlampige Planung, fehlende Ernsthaftigkeit bei der Projektbetreuung und offene Forderungen vor.

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Eigentlich sollte die neue Brücke über die Weiße Elster bei Zitzschen in diesen Tagen übergeben werden. Stattdessen droht ein Rechtsstreit zwischen der Baufirma und dem Auftraggeber, dem Landkreis Leipzig. Auf der Strecke bleiben dabei die Bürger in der Elsteraue.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Der Ersatzneubau der Zitzschener Brücke entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Eigentlich sollte das mit zwei Millionen Euro angesetzte Bauwerk dieser Tage übergeben werden. Doch davon kann keine Rede sein. Fertig sind nur die Widerlager und eine Stütze. Stattdessen wächst der Frust bei den Zitzschenern, die seit über einem Jahr Umwege in Kauf nehmen müssen, aber auch bei den Bauleuten selbst, die um ihr Image fürchten.

Schuld an der Misere ist aus Zoerners Sicht das Kreis-Bauamt. "Schon die Ausschreibung war fehlerhaft. Es gab keine ordentliche Abstimmung bei der Medienverlegung, so dass es zwei Monate dauerte bis die Telekom ihre Kabel verlegt hatte. Dadurch konnten wir 2012, statt wie geplant im August, erst im Oktober starten", erklärt er. Für die nächste Verzögerung habe das Hochwasser der Weißen Elster Anfang Juni gesorgt. "Wenn der Kreis seine Aufgaben erfüllt hätte, wäre maximal ein Monat Pause notwendig gewesen. Andernorts ging es doch auch", meint Zoerner und führt das Beispiel Sachsenmagistrale bei Altenburg an. Auch dort habe die Flut großen Schaden angerichtet, "aber nicht zu so einer ungerechtfertigt langen Verzögerung geführt", sagt Oberbauleiter Silvio Heymann.

Wie berichtet, hatte die Flut das Baufeld komplett unter Wasser gesetzt, Schalungen weggerissen und das Traggerüst auf Zitzschener Seite stark in Mitleidenschaft gezogen. Rolf Löcher, Amtsleiter Straßenhochbau, begründete den wochenlangen Stillstand auf der Baustelle Ende Juli mit einer Schadstoffanalyse und der Ausschreibung für die Beräumung des Baufeldes. Denn dies sei nicht Bestandteil der Vergabe an Papenburg gewesen.

Fakt ist: Die Firma hat ein Berliner Anwaltsbüro eingeschaltet. "Uns reicht es. Alle Terminvorschläge zur Klärung des weiteren Bauverlaufs, zu unseren offenen Forderungen und zur Realisierung der formellen Nachtragsbeauftragungen sind unbeantwortet geblieben oder auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Wir binden in Zitzschen teure Technik und Personal. Das lassen wir uns nicht länger bieten", sagt Zoerner. Er habe ein Gutachten bei Professor Rainer Wanninger von der Technischen Universität Braunschweig in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: 150 Tage Verzögerung, also fast fünf Monate Stillstand auf der Brückenbaustelle. "Und der nächste Winter steht bevor. Ein Fertigstellungstermin ist überhaupt nicht in Sicht", sagt Zoerner.

Rechtsanwalt Marco Lorenz, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, hat dem Landkreis am Montag mitgeteilt, dass Papenburg in Anbetracht einer erneuten Gesprächsabsage und offener Forderungen in Höhe von rund 379 000 Euro das Vorgehen für nicht mehr zumutbar halte. "Wir haben unserem Mandanten empfohlen, sofern der Auftraggeber nicht fristgerecht einen angemessenenen Teilbetrag ausgleicht, keine weiteren Leistungen auf der Baustelle zu erbringen", heißt es in dem Brief. Stichtag ist heute.

Kreissprecherin Brigitte Laux teilte auf Anfrage mit, dass der Kreis auf die Noten zu achten habe. "Auch wenn die Brücke im Interesse der Anwohner schnell fertig werden soll." So müssten von der Baufirma in Rechnung gestellte strittige Mehrkosten wegen der verzögerten Medienverlegung noch endverhandelt werden. Dies sei durch das Hochwasser nicht möglich gewesen. Und auch dessen Auswirkungen gelte es noch abschließend zu prüfen.

"Beide Vertragsparteien waren sich bisher einig, eine gemeinsame Lösung zu finden. Der noch offene Gesprächstermin ist für Ende Oktober beziehungsweise Anfang November vorgesehen", so Laux. Dann könne auch der weitere Bauablauf besprochen werden. Indes auch das mit Datum vom 8. Oktober vom Auftragnehmer eingereichte Gutachten zur Bewertung der verbleibenden Arbeiten müsse erst einer Prüfung unterzogen werden.

"Trotz der sich nicht immer einfach gestaltenden Kommunikation und Zusammenarbeit, soll die Maßnahme so abgeschlossen werden, dass Folgekosten und Sperrungen aufgrund von Nachbesserungen möglichst ausgeschlossen sind", schreibt Laux. Zoerner erwägt derweil "weitere Schritte wegen bewusster Verschleppung der Arbeiten".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2013
Ulrike Witt

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