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Bauverzug beim Umbau der alten Orangerie

Bauverzug beim Umbau der alten Orangerie

Markkleeberg. Das künftige Bürger- und Vereinshaus Gaschwitz ist erst im Herbst bezugsfertig. Ursprünglich sollte der rund 1,65 Millionen Euro teure Umbau der alten Orangerie und des südlichen Torhauses im Mai abgeschlossen sein (die LVZ berichtete).

. Über die Gründe informierte Architektin Christiane Domke im Beisein von Oberbürgermeister Bernd Klose und Ortsvorsteher Günter Schwarze (beide SPD) beim traditionellen Frühjahrsrundgang durch die „Soziale Stadt“.

„Heute können Sie leider nur von der Tür aus einen Blick riskieren. Der Estrich ist noch nicht ausgehärtet“, erklärte Domke am Wochenende. Für etliche Teilnehmer eine Enttäuschung: Hatten sie doch gehofft, endlich die Räume in Augenschein nehmen zu können. Draußen lässt sich derweil erahnen, dass das avisierte kulturelle Zentrum von Gaschwitz „ein Schmuckstück“ wird, wie Klose meinte.

Das nach historischem Vorbild neu entstandene Satteldach mit den Fledermausgauben ist fertig, an der Südseite sind die Saalfenster eingebaut, der Aufzug als Stahlgerippe erkennbar und die Außenanlagen im Grundriss angelegt. „Die Putzarbeiten haben innen und außen begonnen. Allerdings müssen wir noch kaputte Ziegel austauschen“, erläuterte Domke. Welche Farbe letztlich die Fassade bekommt, entscheiden die Denkmalpfleger. Unter dem Dachkasten entdeckte Farbreste geben die Richtung vor: beige bis zartgelb.

„Wir kommen dem Ziel näher“, verkündete Domke. Dabei sollte eigentlich schon in zwei bis drei Wochen Einzug gefeiert werden. „Durch die Aufträge aus dem Konjunkturpaket haben die Baufirmen seit Monaten nicht die Kapazitäten, die sie eigentlich haben sollten“, begründete sie den Verzug. Die Auftragsbücher seien so voll, dass die Firmen statt sechs Mitarbeiter oft nur zwei oder drei schicken könnten. Der harte Winter, der sonst gern für Baurückstände herhalten muss, sei im alten Rittergut nur ein sekundäres Problem gewesen, gestand die Bauleiterin. Dafür machte ihrem Team die barocke Bausubstanz zu schaffen. Sie barg manche Überraschung – vom nicht zu rettenden Dach über die im Grunde nicht mehr vorhandenen Deckenbalken bis hin zum feuchten Keller.

„Bei der Sanierung eines solchen Gebäudes muss man immer Kompromisse eingehen. Aber nur solche, die für die Zukunft Gestaltungsspielräume lassen“, betonte Domke. So bei den Decken, die aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel nur im Bestand erhalten werden konnten. „Wenn unsere Enkel mal viel Geld haben, können sie sich der Sanierung widmen“, empfahl Domke.

Die Runde quittierte das mit einem Schmunzeln. Sind die Gaschwitzer doch froh, dass sie seit 2008/09 dank des Förderprogrammes „Soziale Stadt“ und der Mittel aus dem Fonds für regionale Entwicklung (Efre) sozusagen doppelt profitieren. Aus letzterem fließen immerhin 1,12 Millionen Euro in den Umbau des Bürger- und Vereinshauses.

Ulrike Witt

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