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Markkleeberg „Befähigen statt bevormunden“
Region Markkleeberg „Befähigen statt bevormunden“
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08:00 19.09.2017
Katja Tavernaro will für die FDP in den Bundestag einziehen. Quelle: Jörg ter Vehn
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Markkleeberg

Katja Tavernaro aus Colditz kandidiert am 24. September für die Freie Demokratische Partei (FDP) als Direktkandidatin im Wahlkreis 154 Leipzig-Land.

Sie arbeitet im Vorstand einer 500 Mitarbeiter starken Maschinenbaufirma in Hohenstein-Ernstthal, jettet schnell mal zu Firmengesprächen nach Sizilien, pendelt jeden Tag von ihrem Wohnort Colditz zur Arbeit. Mit einem Mittelklasse-VW. „Einen dicken Vorstandswagen fahren? Das kann man mit den Leuten nicht machen“, meint die 40-jährige Juristin.

„Der Kinder wegen“ sei sie aufs Land gezogen. Vier hat sie, zwei Jungs und zwei Mädchen, der jüngste ist sieben. Tavernaro plaudert darüber ganz locker, wie sie insgesamt so gar nicht wie ein Firmenvorstand daherkommt. Wegen der Kinder sei sie wohl so geerdet, lächelt sie.

Politisch kann sie aber austeilen. Die CDU sei für sie zu streng organisiert, immer schon eher ein Altherrenverein gewesen. Aus Überzeugung sei sie 2013 in die FDP eingetreten, als alle Umfragen die Freien Demokraten am Boden sahen. Inzwischen ist sie stellvertretende Kreisvorsitzende im Kreisverband Muldental/Leipziger Land.

„Befähigen statt bevormunden“ lautet einer ihrer Wahlkampfslogans. Bei den Flüchtlingen etwa sei ein „Bollwerk an Regeln“ aufgebaut worden, die nahezu verhinderten, dass diese arbeiten können. „Dabei muss es möglich sein, dass sie von Anfang an hier arbeiten dürfen“, sagt sie. Denn: „Nur über die Arbeit funktioniert Integration.“ Gleichwohl sei es nicht möglich, jeden, der aus wirtschaftlichen Gründen sein Land verließ, in Deutschland zu integrieren. Anders sei das in einer Notsituation, wie etwa vor zwei Jahren. Die Grenzöffnung hätte sie damals auch gemacht, sagt sie.

Die Flexibilität der Arbeitnehmer will sie fördern, etwa die Kilometerpauschale für Pendler wieder erhöhen. Der öffentliche Nahverkehr könne auch ganz gezielt große Betriebe anfahren, um sie auch für Arbeitnehmer ohne Auto besser erreichbar zu machen, findet sie. Im Landkreis Leipzig ärgere sie zum Beispiel, dass in den Ferien die Busse deutlich seltener fahren. Damit sei es nahezu unmöglich, dass etwa die Kinder morgens in den Hort gelangen.

Natürlich sei das alles eine Sache der Finanzen. „Aber Geld ist genug da. Die Frage ist nur, wofür gebe ich es aus“, sagt sie. Es gebe durchaus ein paar Ausgaben, auf die sie verzichten könne. „Die Rüstungsindustrie braucht man für meinen Geschmack zum Beispiel nicht mehr“, erklärt sie.

Bildung, Chancengleichheit, Familienpolitik, Wirtschaftspolitik und Agrarpolitik sind Tavernaros Themen. Bei der Kohle etwa findet sie aktuell die Abkehr nicht in Ordnung: „Es ist nie gut, eine Technologie zu verteufeln. Der Markt wird es von sich aus klären“, glaubt Tavernaro. Kreisthemen habe sie nicht so viele, gesteht sie. Das sei wohl ihr Manko. Sie wohne eben erst seit acht Jahren in Colditz, sei noch nicht so mit den Themen des Kreises verwachsen.

Von Jörg ter Vehn

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