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Markkleeberg Beim 11. Pappbootrennen werden die Teams von 8500 Zuschauern angefeuert
Region Markkleeberg Beim 11. Pappbootrennen werden die Teams von 8500 Zuschauern angefeuert
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19:41 28.08.2017
Als ausgeschlafene Truppe präsentierte sich das Team der „Bed Boys“, das schließlich als Sieger des Tages hervorging.  Quelle: Foto: Jan Iven
Markkleeberg

Rund 8500 Zuschauer verfolgten am Sonntag das 11. Pappbootrennen im Kanupark Markkleeberg. Die Aufgabe für die 18 Teams: Nur aus Pappe und Klebeband ein mehr oder weniger seetüchtiges Pappboot zu basteln. Das Ziel: Den 270 Meter langen Wildwasserkanal hinabfahren. Und das natürlich möglichst schnell, doch für die meisten wäre es schon ein Erfolg, überhaupt am Ziel anzukommen.

Auch das Team OSB Hai-Light hatte sich viel vorgenommen. „Wir arbeiten alle zusammen in einem Ingenieurbüro und verstehen daher einiges vom Bauen“, sagte Patrick Barthel kurz vor dem Start im Kanupark Markkleeberg. Zusammen sind die Kollegen schon beim Seifenkistenrennen am Fockeberg oder bei der Regatta am Völkerschlachtdenkmal angetreten. Patrick Barthel steigt als Meerjungfrau verkleidet in das haiförmige Boot. „Wir haben einen Hai gebastelt, weil wir in unserer Firma schließlich Hightech herstellen“, sagt der 28-jährige und lacht.

Und dann starten die 18 Teams schließlich nacheinander. Was besonders überrascht: Die Boote, die aus insgesamt 378 Quadratmetern Pappe und zwölf Kilometer Klebeband gebastelt wurden, schwimmen erstaunlich gut. Mutige Paddler stürzen sich allein oder zu zweit in ihren Fahrzeugen Marke Eigenbau die Fluten hinab. Wobei sich alle Teams besonders viel Mühe gegeben haben, möglichst kreative Boote samt passender Kostüme vorzubereiten. So schwimmt etwa ein riesiger Keks, ein Spacetaxi oder ein überdimensionierte Hammer in der reißenden Strömung. Wer bremst, verliert. Besser gesagt, wer aus seiner Pappe fällt, wird von den Mitarbeitern des Kanuparks aus dem Wasser gezogen.

Schließlich treten die Vorjahressieger an den Start. Sie nennen sich die Bed Boys, die Betten-Jungs, und tatsächlich tragen sie ein schwimmendes Pappbett ins Wasser. Passend dazu tragen sie Schlafmützen und Nachthemden. Doch was ist das? Kaum berührt das Boot das Wasser, scheint es auseinander zu fallen. Unter dem Bett kommt eine Art schwarzer Torpedo zum Vorschein. Die Moderatoren wittern scherzhaft Betrug, doch tatsächlich haben die Bed Boys alles vor Ort selbst geklebt. Und dann findet der Paddler des Teams nach dem Start mit seinem Torpedoboot eine gute Linie im Wildwasserkanal und rauscht die Strömung hinab. Um die Kurve, immer weiter, bis zum Ziel. Die Zeit von 1:32 Minuten bleibt ungeschlagen an diesem Tag. Sieg für die Bed Boys. Kapitän Christian Formella ist zufrieden: „Wir haben jetzt schon zum vierten Mal gewonnen. Dieses Jahr wollten wir die Leute mit unserem verkleideten Boot ein bisschen überraschen.“ Und das ist auch gelungen.

Und dann steigt als vorletzter Starter noch Patrick Barthel in das Hai-Boot. Doch schon auf dem Weg zur Startlinie erleidet er plötzlich heftige Schlagseite. Der Hai kentert und Patrick Barthel muss schwimmen. „Da wurde der Hai leider schon vor dem Start gegrillt“, scherzt der Moderator. Patrick Barthel nimmt es sportlich. „Natürlich ist es schade, dass das Rennen so schnell vorbei für uns war. Es hat trotzdem Spaß gemacht. Immerhin: von 18 Teams schafften es neun Pappboote mehr oder weniger aufrecht durch das Ziel, so viele wie selten zuvor.

Bei den Zuschauern kam das Pappbootrennen gut an. „Die Teams haben echt tolle kreative Ideen für ihre Boote, die Rennen sind spannend“, sagte Petra Bethke aus Narsdorf. Die 57-Jährige war mit Mann und Freunden gekommen. Auch Christoph Kirsten, Leiter vom Kanupark, ist zufrieden. „Wir hatten tolles Wetter, viele Besucher und die Rennen sind super gelaufen“, sagte er nach der Veranstaltung. Bei der abschließenden Siegerehrung wird das Team Spacetaxi als Zweitplatzierter geehrt. Auf dem Dritten Platz landen die Argonauten mit einem dem Nachbau eines antiken Schiffes. Das beste Design gewann ein schwimmender Papptrabi. Für den besten Auftritt wurde das Team Nasse Schnauze mit ihrem schwimmenden Hund ausgezeichnet.

Von Jan Iven

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