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Markkleeberg Belastungen der wachsenden Stadt sollen gerecht verteilt werden
Region Markkleeberg Belastungen der wachsenden Stadt sollen gerecht verteilt werden
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00:43 20.04.2018
Fritjof Mothes (rechts) moderierte die Darlegung der Ergebnisse aus drei Werkstattgesprächen zur künftigen Bebauung der Harthweide in der Mensa des Schulzentrums. Bürgermeister Holger Schulz (vierter von rechts) und Bauamtsleiterin Steffi Gebauer (zweite von links) müssen jetzt ein Bündel voller Aufgaben abarbeiten. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Nach drei langen Werkstattgesprächen zur Verkehrsplanung in der Kernstadt Zwenkau und zur Erschießung des neuen Wohngebiets Harthweide trafen sich betroffene und interessierte Zwenkauer am Montag in der voll besetzten Mensa des Schulzentrums. Fritjof Mothes vom Planungsbüro Stadtlabor stellte die Ergebnisse vor.

„Unser Bebauungsplanverfahren hat Widersprüche hervorgerufen und Redebedarf aufgezeigt“, blickte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) auf turbulente Monate zurück. In der Konsequenz hatte die Stadt zu einem Bürgerbeteiligungsverfahren aufgerufen. Bis Ende Januar gingen 23 teilweise sehr umfangreiche Meinungen, Anregungen und Hinweise ein. „Jede Stimme wurde gehört“, betonte Mothes. Das galt auch für das Gremium von 20 Zwenkauern aus der Verwaltung, den Fraktionen, aus Vereinen und Institutionen, die im Ratssaal der Stadt zusammen und in Arbeitsgruppen Schwerpunktthemen erarbeitet haben. Auch die Bürgerinitiativen „Zum Kap“ und „Großdeubener Weg“ waren vertreten.

„Es gab breite Diskussionen“, sagte Mothes. Zwenkau sei eine zukunftsfähige Stadt mit innovativen Konzepten. Das bringe zwangsläufig Belastungen wie mehr Verkehr und mehr Lärm mit sich. Eine gesamtheitliche Lösung für zugezogene und alteingesessene Bürger müsse her. Es nütze nichts, ein Wolkenkuckucksheim aufzubauen, veranschaulichte er.

Ursprünglich waren zwei Werkstattgespräche geplant. „Wir haben dann aufgrund des umfangreichen Themenkataloges beschlossen, noch eine dritte Runde zu drehen“, erklärte der Stadtplaner.

Das Resultat ist ein Konsenspapier mit elf Handlungsfeldern, in dem um jede Formulierung gerungen wurde. Besonders wichtig war den Akteuren die Verkehrsberuhigung mit Tempo-30 Strecken und eine gerechte Lastenverteilung. Der öffentliche Personenverkehr soll durch ein verbessertes Bussystem weiterentwickelt werden. Auch ein aktives Parkmanagement sowie „Park und Ride“- Angebote scheinen sinnvoll.

Die verkehrliche Erschließung der Harthweide sei im Kontext einer gesamtstädtischen Verkehrsorganisation und im Zusammenhang mit weiteren geplanten Erschließungsgebieten wie der „Alten Schäferei“ zu betrachten, heißt es im Konsenspapier. Die dafür vorgesehene Osttangente, die sich an die Ausgestaltung der bereits vorhandenen Straße „Am Kap“ anschließt, heiße künftig „Oststraße“. Neue Querverbindungen in West-Ost-Richtung sollen die vorhandene Rasterstruktur fortsetzen, um den Großdeubener Weg zu entlasten. Ziel sei auch ein attraktiver Seenrundweg.

„Das Konsenspapier ist noch kein Beschluss“, betonte Mothes. Auf seiner Grundlage werde dem Stadtrat am 26. April eine Beschlussvorlage vorgelegt.

Danach wolle man das Verkehrskonzept mit Fachplanern und Experten so zügig wie möglich im Detail abarbeiten, versprach Bauamtsleiterin Steffi Gebauer, die sich jedoch auf keinen Zeitplan festnageln ließ, obwohl nicht nur künftige Bauherren drängelten.

Längst gibt es Interessenten, die in den Startlöchern stehen und mit Sorge steigende Baupreise und Zinsen beobachten. „Wir würden gerne dort hinziehen und so schnell wie möglich loslegen“, kamen Stimmen aus dem Publikum. Man wisse von Leuten, die schon wieder vor dem Absprung stünden, weil sie ihr Vorhaben aufgrund der wachsenden Kosten finanziell nicht mehr stemmen könnten.

Das komplette Konsenspapier ist auf der Internetseite der Stadt unter www.zwenkau.de einzusehen.

Von Gislinde Redepenning

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