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Belgershainer planen Zukunft mit Großpösna

Belgershainer planen Zukunft mit Großpösna

Großpösna. Belgershainer beim Nachbarn: Montagabend schauten die neu gewählten Gemeinderäte, darunter viele Jüngere, mit Bürgermeister Thomas Hagenow im Großpösnaer Rathaus vorbei.

omas Hagenow im Großpösnaer Rathaus vorbei. Diese „Kennenlernsitzung“, wie sie Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch nannte, begann mit einem Rundgang durch das Rittergut.

Südöstlich von Großpösna liegt das rund 3400 Einwohner starke Belgershain mit den weiteren Ortsteilen Köhra, Rohrbach und Threna. „Vor zwei Jahren lag sogar noch die Kreisgrenze dazwischen“, erinnerte Lantzsch. Die Annäherung läuft aber schon länger. Bereits 2007 hatten beide Orte ein Eingemeindungspapier vorbereitet. „Uns verbindet der dörfliche Charakter, und wir liegen mit dem Oberholz mitten im Landkreis Leipzig“, führte Lantzsch ins Feld. Derzeit ist Belgershain noch in die seit 2008 bestehende Verwaltungsgemeinschaft mit Naunhof und Parthenstein eingebunden, darüber aber nicht besonders glücklich, wie Hagenow durchblicken ließ. „Deswegen versuchen wir verwaltungsmäßig woanders unterzukommen“, sagte er. Nach der Vorstellung der zwei Dutzend Anwesenden ging es schnell zur Sache. „Wenn es zur Neustrukturierung kommen sollte, würden wir zusammen über 8000 Einwohner haben“, malte die Bürgermeisterin aus. Dieser Veränderung müssten allerdings alle, auch Naunhof, zustimmen. „Wir hoffen, dass uns die Landespolitik dafür Spielregeln an die Hand gibt“, so Lantzsch. Vorteile sehen die Bürgermeister in der größeren Einwohnerzahl, dank der auch künftig auf jedem einzelnen Fachgebiet der Verwaltung ein Spezialist vor Ort sitzen könnte.

Neben einer Kooperation bei der Breitbanderschließung erläuterte Hauptamtsleiter Daniel Strobel weitere mögliche Projekte. Unter anderem mit Mitteln aus dem Regionalen Entwicklungskonzept (REK) könnten Espenhain, Großpösna und Belgershain gemeinsame Radwege entlang bestehender Straßen, und dabei besonders die Verbindungen zwischen den Ortsteilen, konzipieren, um so das Neuseenland an das Muldental und die Parthenaue anzubinden. Für die 15 000 Euro teure Entwicklung sind 9000 Euro Fördermittel veranschlagt. Derzeit liegt der Antrag auf Platz 9 der Prioritätenliste und habe „gute Aussichten“ realisiert zu werden, so Strobel. Noch fehlt ein Förderprogramm für eine Sanierung des Bahnhofes Belgershain zum Verkehrsknotenpunkt für 300 000 Euro.

Die Neugier aufs Neuseenland weckte Lantzsch mit einer Einladung auf eine Tour mit dem Amphibienfahrzeug. Dafür gibt es seit Mitte März die langersehnte wasserrechtliche Genehmigung für ein Jahr. Aufs Wasser will sie auch den Nachwuchs schicken und dafür am Störmthaler See eine Wasserskischule ansiedeln, „um den Kindern diesen Spaß nicht vorzuenthalten“.

„Ich bin überrascht, was alles schon läuft“, meinte einer zweieinhalb Stunden und viele Argumente später. Einigkeit herrschte darüber, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. „Die Verwaltungsgemeinschaften werden keinen Bestand haben“, sagte Lantzsch. Mehrmals betonten die Bürgermeister, es handele sich bei ihnen um ein Zusammengehen gleichwertiger Orte. „Wir sind schon mehr vermischt als wir es annehmen“, fand eine Gemeinderätin und nannte gemeinsame Sportaktivitäten als Beispiel. „Solange es mit dem politischen Zusammengehen noch holpert, versuchen wir das in der Kulturzusammenarbeit zu aktivieren“, plädierte ein anderer für das erfolgreiche Miteinander im Soziokulturellen Zentrum Kuhstall, das nun auch im Schloss Belgershain auf Mitstreiter hofft.

Ausgesetzt ist die Machbarkeitsstudie für den Zusammenschluss beider Gemeinden. Zunächst wird die Analyse des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen abgewartet. Liegt das Ergebnis Ende September vor, wollen sich die Vertreter wieder treffen und erörtern, ob und wie es mit dem Nachbarn klappen könnte.

Kendra Reinhardt

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