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Berufswunsch Pianistin – aber nur in Europa

Berufswunsch Pianistin – aber nur in Europa

Still ist es eigentlich nur nachts im Hause Steppes. Tagsüber klingt immer Musik auf die Straße. Doch keine „Musik aus der Konserve“, wie es Mutter Franziska Steppes ausdrückt, sondern hausgemachte Musik.

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Porträt von Schumann-Preisträgerin Charlotte Steppes am Klavier in Markkleeberg.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Während der sechsjährige Sohn Carl derzeit Blockflöte lernt und schon mehr kann als andere in seinem Alter, spielt Tochter Charlotte Geige und Klavier. Letzteres so gut, dass sie schon mehrfach für ihre Leistungen ausgezeichnet wurde.

Gerade ist die Zehnjährige Preisträgerin beim bundesweiten Kleinen Schumann Wettbewerb in Zwickau geworden. Eigentlich, so erzählt ihre Mutter, sei sie schon mit Musik zur Welt gekommen. „Im Kreißsaal lief, weil es in der Adventszeit war, das Weihnachtsoratorium.“

Früh erkannten Musikpädagogen das rhythmische Gefühl der damals gerade einjährigen Charlotte, die Tonleiter spielte sie treffsicher auf dem Xylophon. Mit vier Jahren stellten sie ihre Eltern dann bei einer Klavierlehrerin vor, „aber meine Finger waren da leider noch zu klein“, erinnert sich Charlotte. Erst ein Jahr später wurde ihr Traum wahr: Sie wurde an der Johann-Sebastian-Bach-Musikschule angenommen und erhielt nun einmal pro Woche Unterricht auf den weißen und schwarzen Tasten.

Es zeigte sich allerdings schnell, dass Charlotte mehr Stunden brauchte. Sie lernte dermaßen schnell, und die Stücke wurden so anspruchsvoll, dass eine Stunde bei Weitem nicht ausreichte. So steht in einem ihrer Zeugnisse: „Die Schwierigkeit ihrer Stücke ist weit über dem Durchschnitt, sie spielt mit innerer Anteilnahme und technisch sehr sauber.“ Zu ihren Lieblingskomponisten gehören Mozart, Bach, Beethoven, Mendelssohn und eben Schumann. Zu dem Zeitpunkt hatte Charlotte bereits mehrfach an dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ erfolgreich teilgenommen.

Um noch mehr üben zu dürfen und damit die Feinarbeit zu verbessern, bewarb sich Charlotte, die in die Thomanerklasse an der Thomasschule geht, für die Begabtenförderung des Freistaates Sachsens erstmalig im vergangenen Jahr – mit Erfolg. Zwölf Monate lang bekam sie weiteren Klavierunterricht. Da diese Förderung jedes Jahr erneut vergeben wird, steht für sie am Wochenende der nächste Wettbewerb an.

Auch in ihrer Freizeit dreht sich viel um Musik. Da darf das Buch „Charlottes musikalische Abenteuer“ natürlich nicht fehlen. Dass das Buch, in dem ein Flügelwesen stündlich neue Komponisten trifft, ausgerechnet so heißt, ist jedoch Zufall. „Aber ein schöner“, wie die Schülerin findet.

Die Frage nach dem Berufswunsch lässt sich bei dem Mädchen fast von alleine beantworten. Pianistin will sie werden – aber nur in Europa, nur dort, wohin sie mit dem Auto oder dem Zug fahren kann. „Weiter darf es nicht sein, weil ich Fliegen nicht mag“, gibt sie zu. Um Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke müssen sich ihre Eltern keine Gedanken machen. Noten sind immer gut – und sehnlich erwünscht.

Derzeit übt Charlotte wieder Schumann-Stücke. Am 12. September, anlässlich des 170. Hochzeitstages von Robert und Clara Schumann, wird sie auf Gut Mölkau in die Rolle der Clara schlüpfen und deren Werke spielen. Außerdem steht im Grassi-Museum am Wochenende das Fest der weißen und schwarzen Tasten an.

Wenn Charlotte mal nicht „richtig“ übt, spielt sie trotzdem auf dem Klavier – um ihren Bruder auf der Blockflöte zu begleiten. „Ohne Musik geht es einfach nicht“, sagt die Zehnjährige lachend

Julia Tonne

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