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Bodo Pientka auf Mission Knoke

Bodo Pientka auf Mission Knoke

Der Hannoveraner Maler Heinz Knoke dürfte nur Insidern ein Begriff sein. Bislang. Denn Kunstsammler Bodo Pientka hat sich seiner Werke angenommen. Er will dem zeitlebens verkannten, 1991 verstorbenen Künstler zu spätem Ruhm verhelfen.

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Im Westphalschen Herrenbad: Bodo Pientka, Siegbert Ketelhut und Elke März (v.l.) mit dem Bild "Symposion" von Heinz Knoke. Die Kostüme im Stil der Zwanziger stammen von Designerin Amanda Siegert.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. In Kulturamtsleiter Falk Hartig hat er dabei einen Verbündeten gefunden. Der wagt neue Wege, öffnet die Belle Etage im Westphalschen Haus für besondere Kunst und versucht so, die Leipziger Kunstszene nach Markkleeberg zu locken.

 Mit der am Donnerstagabend eröffneten Ausstellung "Die Narrative Figuration im Werk von Heinz Knoke" ist das gelungen. Viel Publikum drängte zur Vernissage, nicht nur um die 40 Original-Aquatintaradierungen aus Pientkas Sammlung zu bewundern. "Ich bin heute nur von Freunden umgeben", meinte Pientka, wie immer mit weißem Hut. Er empfinde es als große Ehre, Knokes Arbeiten im exklusiven Zwanzigerjahre-Ambiente in direkter Folge auf Michael Fischer-Arts Nordkorea-Schau und in dessen Beisein präsentieren zu können.

 "Heinz Knoke, Jahrgang 1922, war seiner Zeit weit voraus. Er wurde von vielen nicht verstanden. Ich möchte ihn populär machen", verkündete Pientka. Unbeeindruckt von gegenläufigen Tendenzen zeitgenössischer Kunst habe Knoke sich immer wieder aufs Neue mit der menschlichen Figur auseinandergesetzt. In den Körpern habe er Existenzen festgehalten. "Das Spektrum der Protagonisten ist breit gefächert, reicht vom Athlet über den zwielichtigen Geschäftsmann bis zu Figuren, die der Mythologie entlehnt sind. Menschen im Spannungsfeld zwischen heroischer Tat und erbärmlicher Vergänglichkeit, die auf dem schmalen Grat der Geschichte des 20. Jahrhunderts balancieren", so Pientka.

 Schwerpunkte der Ausstellung sind der Assurbanipal-Zyklus, 1965 basierend auf einer Studienreise durch den vorderen Orient entstanden, der intellektuelle wie wolllüstige Prometheus-Zyklus von 1968 und der Anfang der Siebziger geschaffene Symposion-Zyklus bei dem Knoke Körperteile isoliert und überdimensional vergrößert hat.

 Pientkas Mission, Knoke populär zu machen, ist mit der Schau in Markkleeberg noch lange nicht am Ende. Fünf Originale will der Kunstmäzen dem  Museum der Bildenden Künste in Leipzig stiften. "Als Dankeschön, dass ich anlässlich den zehnjährigen Bestehens des Neubaus Anfang Dezember zu der handvoll ausgewählter Kunstfreunde gehören durfte, die ihr Lieblingswerk - in meinem Fall Max Klingers ´Beethoven´ - einem breiten Publikum vorstellen konnten." Es sei ihm als Leipziger ein Bedürfnis, dass seine Sammlung in Leipzig bleibt, betonte Pientka, der bei der VNG-Tochter Ontras arbeitet.

 Die Ausstellung im Westphalschen Haus ist bis zum 19. April dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2015
Ulrike Witt

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