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Markkleeberg Brandschutz nicht immer und nicht überall gewährleistet
Region Markkleeberg Brandschutz nicht immer und nicht überall gewährleistet
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14:08 19.05.2015

Dass seine Wehr gut aufgestellt ist, machte er beim Rückblick auf das mit 129 Einsätzen "eher durchschnittliche Jahr 2014" deutlich. Nichtsdestotrotz legte er im Lindensaal auch wieder den Finger in die Wunde.

"Wir brauchen eine Personalentwicklungskonzeption. Spätestens mit dem Ausscheiden der nächsten Kameradengeneration wird man ernsthaft über Grundsatzfragen nachdenken müssen. Ich bin mir sicher, dass eine Reform des Feuerwehrwesens notwendig ist, wenn der Brandschutz flächendeckend gewährleistet werden soll", mahnte Walther. Sein Sorgenkind heißt seit Jahren Gaschwitz. 115 Aktive gibt es in den drei Ortswehren. Dies seien zwar 19 mehr als die Feuerwehrverordnung angesichts der Technik vorsehe, aber 29 zu wenig, um jederzeit einsatzfähig zu sein. Während die Schwerpunktfeuerwehr Markkleeberg-West ausreichend Aktive für eine Dreifachbesetzung hat, die Ortswehr Wachau immerhin noch eine Zweifachbesetzung gewährleisten kann, sei die Ortswehr Gaschwitz mit acht Aktiven nicht mehr einsatzbereit. "Die Feuerwehr ist Pflichtaufgabe der Gemeinde", sagte Walther in Richtung Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Im Zweifelsfall müsse diese eben auch unpopuläre Entscheidungen wie das Aus einer Ortswehr durchsetzen.

Schütze dankte den Kameraden für ihr ehrenamtliches Engagement. "Das ist keine Selbstverständlichkeit, das kann ich gar nicht oft genug betonen. Leider ist noch immer vielen Bürgern nicht bewusst, dass wir keine Berufs-, sondern eine Freiwillige Feuerwehr haben." Wehrsprecher Michael Röder hatte zuvor die Einsätze 2014 mit einem selbstgestalteten Film in Erinnerung gerufen. "Eindrucksvolle Bilder und die beste Werbung für unsere Feuerwehr", meinte Alt-Oberbürgermeister und Ehrenkamerad Bernd Klose. Der aktuelle Rathauschef versprach trotz knapper Haushaltmittel auch weiterhin in die Ausrüstung zu investieren. 2014 seien es fast 600 000 Euro gewesen, der größte Brocken die 360 000 Euro Anzahlung für eine neue Drehleiter (LVZ berichtete).

"Die Stadt hat bisher gute Arbeit geleistet", attestierte Walther denn auch. Die Kalthalle für die Wasserwehr sei zwar nicht der angedachte Erweiterungsbau in West, aber eine akzeptable Lösung, die außerplanmäßige Anschaffung der Drehleiter eine vorausschauende, wenn auch im Stadtrat, was die technischen Anforderungen angeht, umstrittene Entscheidung. Walther redete auch in diesem Punkt Klartext. Es sei zwar gut, dass in dem Gremium jetzt drei Feuerwehrleute sitzen, gegen Synergieeffekte habe er nichts, aber bei Fragen des Brandschutzes sei noch immer der Stadtwehrleiter anzuhören. Dass seine Wehr sparsam ist, machte er an den inzwischen 21 Ausbildern in den eigenen Reihen deutlich. "Wir sind nicht mehr auf den Landkreis angewiesen und haben noch 3500 Euro gespart."

Als Nachfolger wünsche er sich jemanden, der neben einer hohen fachlichen Qualifikation über Durchsetzungsvermögen verfügt und Visionen entwickeln kann, legt Walther die Latte für die Bewerber hoch. Diese oder diesen zu finden, wird eine der Herausforderungen des Jahres 2015 für die Freiwillige Feuerwehr Markkleeberg sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Ulrike Witt

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