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Bürger packen im Agra-Park an - Freiwillige Helfer widmen sich den Schaugärten

Bürger packen im Agra-Park an - Freiwillige Helfer widmen sich den Schaugärten

Was viele fleißige Hände in kurzer Zeit schaffen können, war am Samstag im Agra-Park zu sehen. Rund 35 Markkleeberger und Leipziger Bürger folgten dem Aufruf des Grünen Rings, der Stiftung "Bürger für Leipzig" und der Stadt und arbeiteten mit Hacke, Säge und Harke in den Schaugärten.

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Freiwillige Helfer widmen sich am ersten Agra-Pflegetag den Schaugärten. Diese stehen beispielhaft für die Gartenarchitektur der Siebzigerjahre.

Quelle: Ulrike Witt

Markkleeberg. Angelegt wurden die inzwischen verwilderten Rabatten und Wege, die bis zum Pleiße-Damm reichen, in den Siebzigerjahren.

"Auf Initiative des Grünen Rings und der Bürgerstiftung ist der Agra-Park zum Park des Jahres 2014 ernannt worden. Und er soll sich von seiner besten Seite präsentieren", erklärte Anke Leske, Sachgebietsleiterin Liegenschaften im Markkleeberger Rathaus. Die Schaugärten, die nicht zum ursprünglichen Herfurth´schen Park gehörten, sondern den Weg vom Agra-Eingang Raschwitzer Straße zum Agra-Veranstaltungsgelände säumten, stünden beispielhaft für ein Kapitel der Gartenarchitektur. "So wie das Areal angelegt wurde, mit allein 1000 Quadratmeter Wegen, würde das heutzutage keiner mehr tun", so Leske.

Um das Stück Zeitgeschichte zu erhalten, wurden die Rosenrabatten am Samstag von wilden Ahornschösslingen und Unkraut befreit, ein Teil des Wegesystems beräumt. "Heute machen wir nur den Anfang. Für Ende Oktober ist der zweite Pflegetag geplant und natürlich geht es dann Jahr für Jahr weiter", erläuterte Leske. Profitieren soll auch die Ökoschule. Seit 2009 steht der Rundbau zwischen Festanger und Agra-Park, in direkter Nachbarschaft zu den Schaugärten. Beide trennt ein Wald und ein Zaun. Der Wald wird demnächst erweitert. Hainbuchen, die in den Schaugärten wuchern, werden umgesetzt.

Leske freute sich über das Engagement der freiwilligen Helfer. "Bis vor einigen Jahren waren 80 Leute, vor allem ABM-Kräfte, mit der Pflege des Markkleeberger Agra-Parks beschäftigt. Heute haben wir dafür nur noch zwei Festangestellte und eine beauftragte Firma. Die öffentliche Hand kann leider nicht alles leisten." Daher sei jede helfende Hand willkommen. Zudem hoffe die Stadt auf einen Nebeneffekt. "Wer mehrere Stunden geschwitzt hat, der wird nicht achtlos Papier und Bierflaschen wegwerfen."

Dabei waren am Samstag eine ganze Reihe von Mitgliedern und Sympathisanten des Bürgervereins Pro Agra-Park, darunter Vorsitzender Karsten Schütze und Vorstandsmitglied Sebastian Bothe. "Unser Ziel ist ja nicht nur die Tieferlegung der B 2, sondern den Park als historisch wertvolles Ensemble zu erhalten und hier gemeinsam mit Leipzig eine Landes- oder Bundesgartenschau auszurichten", meinte Bothe. Eva Kirchhof vom Bürgerverein Dölitz sagte: "Wir sind auch Anrainer und haben großes Interesse, dass der Agra-Park noch schöner wird." Markkleebergs Tourismusmanagerin Rebecca Heinze sitzt in der im Rathaus neu gegründeten Arbeitsgruppe "Agra 2014", mit anzupacken ist für sie "selbstverständlich". Das gilt auch für Paul, neun Jahre jung und im Unkraut jäten schon ein ganz Großer.

In den nächsten Monaten möchte Leske Kontakt mit der kreiseigenen Gartenbauschule in Wurzen aufnehmen. "Einerseits würden wir damit an alte Traditionen anknüpfen, schließlich war die Gärtnerausbildung über viele Jahrzehnte in Markkleeberg beheimatet und fachkundige Unterstützung können wir gebrauchen. Andererseits könnte der Nachwuchs im Agra-Park einiges über landschaftsarchitektonische Belange lernen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2013

Ulrike Witt

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