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Markkleeberg Bürger wütend wegen Ausbau der Bornaischen Straße
Region Markkleeberg Bürger wütend wegen Ausbau der Bornaischen Straße
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16:30 19.05.2015

Die wichtigste Information: Start ist am 5. August, die Übergabe am 29. November.

"Die Baumaßnahme wird für Sie nicht ohne Belastungen abgehen, das ist uns klar. Aber nach Jahren sind sich endlich alle Beteiligten einig, die Planung ist fertig und die Fördermittel stehen bereit", warb Bürgermeister Philipp Staude um Verständnis.

Knapp vier Monate müsse die Bornaische Straße auf 340 Meter Länge zwischen Schillerplatz und Wachauer Straße voll gesperrt werden. Ursprünglich seien fünf Monate für das Projekt angedacht gewesen, zu dem auch die Kreuzung und 100 Meter der Wachauer Straße gehören. "Die kurze Bauzeit ist nur dank einer gemeinsamen Ausschreibung von KWL, Freistaat und Stadt möglich", betonte die Projektverantwortliche vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), Doris Albrecht.

Dass der Individualverkehr großräumig über Bornaische Straße, Leinestraße und Bornaische Chaussee umgeleitet wird, sorgte für Unmut. "Da hält sich doch sowieso keiner dran", lautete der Tenor im Publikum. Wie die Anwohner der Siedlung Goldene Höhe, die ihre Häuser ganz offiziell über die Rilkestraße erreichen, würden auch andere dies als illegale, aber kurze Umleitung für sich entdecken.

Als Tom Kunert vom Technischen Baubereich der Stadt erklärte, dass auch die LVB-Busse diesen Weg nehmen, stadtauswärts durch das Wachauer Ende, stadteinwärts durch die Heinrich-von-Kleist-Straße oder notfallmäßig die Heinrich-Heine-Straße fahren, wurde es laut. "Unsere Straßen sind schon jetzt kaputt. Wer trägt die Reparaturkosten und wohin sollen wir mit unseren Autos, wenn Sie Halteverbot einrichten?", meldeten sich Hausbesitzer zu Wort.

"Wir machen vorab eine Bestandsaufnahme. Folgekosten tragen die Bauträger, das ist vertraglich geregelt", beruhigte Kunert. Nicht klären ließ sich das Parkproblem. Wie schon im Stadtrat kam die Anfrage, ob denn nicht der Parkplatz an der Seepromenade kostenlos für Anwohner und Gewerbetreibende reserviert werden könne. "Das ist nicht möglich. Dann wissen die See-Besucher wieder nicht wohin mit ihren Autos und parken in den Seitenstraßen", meinte Staude. Zumal der See im zweiten Bauabschnitt ab Oktober nur über die Krobitzsch- und die Franz-Etzold-Straße erreichbar sei.

Kunert versicherte, dass das Ordnungsamt während der Baumaßnahme den Umleitungsbereich verstärkt kontrollieren werde. Staude bat insbesondere Gewerbetreibende, sich mit ihrem konkreten Problem an die Stadt und den Baubetrieb zu wenden. "Wir finden eine Lösung, wir bauen schließlich nicht zum ersten Mal eine Straße aus."

Als Planer Andreas Wasner den eigentlichen Straßenausbau erläuterte, hatten schon etliche Bürger den Raum wütend verlassen. "Wir versuchen im vorgegebenen Querschnitt der S 46 alle Nutzungsansprüche - vom Auto-, Fuß- und Radverkehr über den Lieferverkehr per LKW bis zur touristischen Nutzung sprich Busse -, so gut es geht unter einen Hut zu bekommen. Das ist nicht einfach", gestand Wasner. Eine besondere Herausforderung sei dabei der Kreuzungsbereich mit der Zufahrt zum Markkleeberger See. Die aktuelle Planung sei ein Kompromiss, der letztlich mehr Komfort für alle biete. "Wir haben das Beste herausgeholt", versicherte auch Staude.

Da die KWL in bewährter Art die Baustelle am 5. August eröffnen werden, erklärte deren Projektverantwortlicher, Torsten Kröll, was die Wasserwerker vorhaben. "Wir beginnen am Schillerplatz mit der Verlegung von Trinkwasserleitungen und vergrößern die Abwasserleitungen von 40er auf 60er Rohre." Da die Straßenbahn nach mehrwöchigem Schienenersatzverkehr am ersten Schultag nach den Sommerferien wieder fahren werde, müsse dieser Teil am 25. August abgeschlossen sein. Im folgenden Abschnitt bis zur Wachauer Straße würden auch alte Hausanschlüsse bis zur Grundstücksgrenze ausgewechselt.

Eine gute Nachricht, auch wenn die nur noch wenige erreichte: "Es werden keine Ausbaubeiträge fällig. Aufgrund der geringen Belegung der S 46 seit der Inbetriebnahme der A 38 muss die Stadt nichts zahlen", so Albrecht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2013

Ulrike Witt

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