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Markkleeberg Bürgerinitiative gegen Pläne für Lutherstift
Region Markkleeberg Bürgerinitiative gegen Pläne für Lutherstift
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22:00 10.05.2011
Umstritten: Das Lutherstift könnte Heim für straffällig gewordene Jugendliche werden. Quelle: Andr Kempner
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In dem Ortsteil von Großpösna sollen im ehemaligen Lutherstift fünf bis sieben Jugendliche ihre Haftstrafe verbüßen (die LVZ berichtete). Gestern Abend übergaben Vertreter der Bürgerinitiative eine Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) und Ortsvorsteherin Doris Parentin.

„Wir versuchen zu verhindern, dass ein Jugendstrafvollzug mitten im Dorf entsteht, weil wir glauben, dass es hierfür geeignetere Orte gibt“, sagte Volker Strobel von der Bürgerinitiative. Eine Einrichtung dieser Art stehe der touristischen Entwicklung am Störmthaler See, der sich zum Ort der Naherholung entwickeln solle, entgegen. „Gibt es keine Kasernen, wo man so etwas einrichten kann?“, fragte Strobel. Außerdem fänden es die Vertreter der Bürgerinitiative, zu der nach Aussage von Strobel etwa 20 Mitglieder zählen, auch merkwürdig, dass man eine öffentliche Aufgabe in private Hände gebe. „Wir stehen hinter den Zielen des Projektes, wie der Resozialisierung von Jugendlichen, aber wir stellen die Mittel, mit denen der Verein Prisma arbeitet, und den Standort in Frage“, so Strobel.

Bereits Mitte März hatte Vorsitzender Tobias Merckle die Arbeit des Vereins Prisma im Ortschafts- und Gemeinderat vorgestellt. Er arbeitet mit einem pädagogischen Konzept, das seit einigen Jahren im Haus Leonberg nahe Stuttgart umgesetzt wird. Es sieht sehr strenge Erziehungsmethoden vor, die die gegenseitige Kontrolle der Jugendlichen und einen minutiös geregelten Tagesablauf einschließen, aber ohne hohe Zäune auskommt. Genau dieser Punkt stört jedoch die Bürgerinitiative.

„Da wird de facto eine Haftanstalt ohne Sicherheitseinrichtungen und mit einer 15 Kilometer entfernten Polizeistation eingerichtet. Das passt nicht mitten ins Wohngebiet“, machte Strobel Stimmung. Immerhin 240 Unterschriften hätten er und seine Mitstreiter nach eigenen Angaben im Dorf gegen den Jugendstrafvollzug in offenen Formen in Störmthal gesammelt.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative teilten auch mit, sie möchten einen „unbefristeten Jugendstrafvollzug in offenen Formen“ verhindern. Bisher war jedoch immer von einer Dauer des Projektes von zwei, maximal drei Jahren die Rede. Das Landratsamt bestätigte heute auf Nachfrage, dass ein Antrag des Trägers Diakonie Innere Mission Leipzig auf Nutzungsänderung zur Wohnstätte für das Projekt Jugendstrafvollzug in freien Formen eingegangen sei. Dieser ist auf drei Jahre befristet. Das Amt steige nun in die rechtliche Prüfung ein, so Sprecherin Brigitte Laux.

Auch Ortsvorsteherin Doris Parentin sagte, dass eine Entscheidung noch lange nicht gefallen sei. Parentin, die bereits das Seehaus Leonberg besichtigt hatte, finde das Projekt positiv, da es Jugendlichen eine Chance gebe. Wann und welche Entscheidung jedoch im Ortschaftsrat getroffen werde, sei noch offen. „Dafür müssen noch zu viele Dinge geklärt werden“, so Parentin.

Kerstin Leppich

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