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Bürgermeister Philipp Staude tauscht Schreibtisch gegen Bühne

Bürgermeisterabschied Bürgermeister Philipp Staude tauscht Schreibtisch gegen Bühne

Bürgermeister Philipp Staude gibt heute seinen „Abschiedsblues“ im Rathaus. Nach „25 Jahren unter drei Dirigenten“ will der 65-jährige als Pensionär und leidenschaftlicher Musiker seine eigene Musik spielen.

Die Akten geordnet, die Gitarre in der Hand: Philipp Staude freut sich auf das Pensionärsleben.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Bürgermeister Philipp Staude gibt heute seinen „Abschiedsblues“ im Rathaus. Nach „25 Jahren unter drei Dirigenten“ will der 65-jährige als Pensionär und leidenschaftlicher Musiker seine eigene Musik spielen.

Ins Rathaus zog Staude 1990 als Stadtrat der Unabhängigen Bürgerbewegung. „Bürgermeister Karlheinz Eichler hat mir dann die Stelle als Finanzdezernent angeboten, weil ich im Finanzausschuss immer gedrängt habe, dass es vorangehen muss“, erinnert sich Staude.

Fachlich war er gerüstet. Nach dem Abitur hatte der Hildebrandianer an der Handelshochschule Leipzig Binnenhandelsökonomie studiert, Ende der Siebziger promoviert. Danach war er als ökonomischer Direktor im Holzhandel, an der Energieschule und Ende der Achtziger an der Bauingenieurschule tätig.

1994, unter Bürgermeister Bernd Klose, wurde er Beigeordneter, ein Jahr später Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (WBG). „Die Zusammenarbeit mit Dr. Klose war klasse, wenn auch nicht immer einfach“, sagt Staude. 19 Jahre haben die beiden Männer zusammengearbeitet, sind im Rathaus aber immer beim „Sie“ geblieben. „Aus Achtung“, betont Staude. Heute verbinde sie eine Freundschaft und Erinnerungen an spannende Zeiten.

Schelmisch lacht Staude, wenn er an den Bau der Turnhalle Großstädteln denkt. „Markkleeberg hatte immer ein gutes finanzielles Polster. Als es 1998/99 um die Eingemeindung ging, wollten wir das aufbrauchen. Die Leipziger hätten sich doch kaputt gelacht“, meint Staude. In einer Nacht- und Nebelaktion sei die Halle außerplanmäßig hochgezogen worden. „Heute würde das kein Stadtrat mehr mitmachen“, fügt er hinzu.

Gern denkt er auch an den Bau des Hildebrand-Gymnasiums: „Das war ein strategischer Schachzug, der die Entwicklung Markkleebergs maßgeblich beeinflusst hat.“ Und dann ist da noch die WBG. „Als ich 1995 Geschäftsführer wurde - eigentlich wollte ich das nur zwei Jahre machen – stand das Unternehmen mit 3200 Wohnungen vor der Insolvenz. Ein Drittel haben wir verkauft, konnten damit die Sanierung der anderen finanzieren. Auch da hat Dr. Klose Weitblick bewiesen“, sagt Staude. Zur Hochform ist er 2013 aufgelaufen, als er den erkrankten OBM bis zum Amtsantritt von Karsten Schütze vertrat. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, gesteht Staude.

Ganz zurückziehen wird er sich aus dem Arbeitsleben noch nicht. „Bis Ende des Jahres mache ich die WBG noch als Halbtagsjob und stehe meiner Nachfolgerin, Jana Thomas, als Berater zur Verfügung“, verkündet er. Vor allem will er aber seine zweite Karriere als Musiker anschieben. Denn Spaß hatte Staude immer auch außerhalb des Rathauses - beim Musikmachen mit der Rathauscombo.

„In Zukunft will ich jeden Vormittag Gitarre üben“, verrät er. Außerdem wolle er sportlich aktiver werden, den Lions treu bleiben und seinen großen Freundeskreis pflegen. Das erste Highlight nach „Dienstschluss“ wird morgen Abend das Konzert mit der Rathauscombo und Gästen im Großen Lindensaal.

Von Ulrike Witt

Markkleeberg Rathaus 51.2791563 12.3705496
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