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Markkleeberg Buhnen sollen das Strandbad Markkleeberg-Ost retten
Region Markkleeberg Buhnen sollen das Strandbad Markkleeberg-Ost retten
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10:04 06.06.2016
Sand weggespült: Bis zu sechs Meter kleiner ist das Strandbad Markkleeberg-Ost seit dem Hochwasser 2013 geworden. Jetzt sollen Buhnen helfen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

„Erst mal müssen wir klären, ob das Strandbad Markkleeberg-Ost überhaupt eine Zukunft hat.“ Dieser Satz von Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) ließ die Stadträte bei der jüngsten Sitzung im Großen Lindensaal aufhorchen. Anlass war der Antrag des Fraktionsvorsitzenden Oliver Fritzsche (CDU), das Areal zum Familienstrandbad auszubauen (die LVZ berichtete).

„Natürlich werden wir das vorgeschlagene Rauchverbot und den Prüfauftrag zur Umsetzung der Spielgeräte vom Agra-Bad diskutieren. Das Problem ist aber weit vielschichtiger“, erklärt Schütze. Seit dem Hochwasser 2013 habe der Markkleeberger See mit 113,10 Meter über Normalhöhennull einen höheren Wasserstand. Im Grunde nur zehn Zentimeter mehr als in den Planungen - „zusammen mit Wellenschlag führt das aber an manchen Stellen zu Abtragungen, an anderen zu Ablagerungen im Uferbereich“, erläutert der Rathauschef. Das ohnehin kleine Strandbad werde dadurch noch kleiner und die Bewirtschaftung durch die städtische Tochter Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen EGW Wachau erschwert.

„Es ist beispielsweise nicht mehr möglich, das Strandbad maschinell zu reinigen. Das bedeutet mehr Personalaufwand und höhere Kosten“, sagt Schütze. Um den Betrieb dauerhaft und in guter Qualität absichern zu können, müssten dringend Maßnahmen ergriffen werden. „Wir ziehen jetzt in Erwägung, kurzfristig Buhnen zu errichten“, so der Oberbürgermeister. Entscheiden müsse der Aufsichtsrat der EGW. Immerhin gehe es um mehr als 100 000 Euro. Diese seien zwar im Wirtschaftsplan für Investitionen an den Stränden eingestellt, müssten aber nicht ausgegeben werden, wenn der Tagebausanierer LMBV seiner Pflicht, so Schütze, nachkommen würde. Doch das Bundesunternehmen will nicht zahlen.

„Bei uns wird seit langem am erhöhten Wasserstand gearbeitet. Da die avisierten Varianten, wie der Ausbau der Kleinen Pleiße, einen Planfeststellungsbeschluss erfordern und damit nicht schnell umsetzbar sind, wurde nach anderen mittelfristigen Lösungen gesucht“, sagt LMBV-Sprecherin Claudia Gründig. Mit der Stadt sei eine Interimslösung zur Ableitung von Überschusswasser aus dem Seenverbund Störmthaler/Markkleeberger See besprochen und bei der Landesdirektion eingereicht worden.

„Das Strandbad war in allen Planungen als solches ausgewiesen. Es ist doch nicht unsere Schuld, dass der Wasserspiegel gestiegen ist. Und es kann nicht sein, dass wir jetzt für den Schaden aufkommen müssen“, ärgert sich Schütze. Schon 2015 habe die EGW Tausende in die Erhaltung der Strände am Markkleeberger See investieren müssen.

„Der Aufsichtsrat wird sich noch im Juni intensiv mit dem Thema befassen. Grundlage sind Gutachten zur geologischen Situation und zum Wellenschlag, der so stark nie vorhergesagt war“, sagt EGW-Geschäftsführer Claus Mann. Die Gutachten hätten nachgewiesen, dass es nach dem Hochwasser 2013 zu teilweise fünf bis sechs Meter großen Strandverlusten gekommen ist. „Wir müssen in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro schauen, ob Buhnen oder eine andere wassertechnische Baumaßnahme geeignet ist, den Strand dauerhaft zu erhalten“, so Mann. Danach müsse darüber geredet werden, wie das Strandbad künftig bewirtschaftet werden kann.

Im Rathaus gibt es bereits konkrete Vorstellungen. „Aufbauend auf dem CDU-Antrag sollten wir überlegen, ob es nicht Sinn macht, das ohnehin eingezäunte Strandbad wirklich zum sicheren Familienbad zu machen“, sagt Schütze. Dazu gehörten ein abgesperrter Wasserbereich, Schwimmmeister, Öffnungszeiten und Eintritt. „Damit würden wir zwar von unserem Grundsatz, alle Strände an den Seen frei zugänglich zu halten, abrücken, die Qualität wäre aber weit besser“, gibt der Oberbürgermeister zu bedenken.

Eine Idee ganz im Sinne der EGW. „Das Strandbad Markkleeberg-Ost ist das am nächsten an der Stadt gelegene und am besten mit der Buslinie 106 und der Straßenbahn erreichbare“, sagt Mann. Außerdem könnte wenigstens hier dem stetig zunehmenden Vandalismus Einhalt geboten werden. „Erst am Mittwoch haben wir wieder eine große Aufräumaktion gestartet. Lagerfeuer, Grillüberbleibsel und zweckentfremdete Nutzung von Strandmobiliar machen uns schwer zu schaffen“, berichtet er.

Von Ulrike Witt

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