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Markkleeberg CDU trotz Verlusten vorn – AfD zweitstärkste Kraft
Region Markkleeberg CDU trotz Verlusten vorn – AfD zweitstärkste Kraft
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23:07 24.09.2017
Hohe Wahlbeteiligung: Stimmabgabe im Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Markkleeberg. Quelle: Kempner
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Markkleeberg

Mit großer Spannung wurde am Sonntag auch im Leipziger Südraum den Ergebnissen der Bundestagswahl 2017 entgegengefiebert. Dass die CDU wieder stärkste Kraft wird, schien trotz zuletzt schwächelnder Prognosen gesetzt. Offen war hingegen der Kampf um die weiteren Plätze. Es wurde ein Wahlabend mit vielen Überraschungen: herben Verlusten auf der einen Seite und neuen starken Kräften ganz am rechten Rand des Parteienspektrums.

Markkleeberg

Die Wahlbeteiligung war in Markkleeberg mit 79,4 Prozent deutlich höher als 2013, das Ergebnis für viele allerdings ernüchternd. Die CDU kam mit 29,1 Prozent, 4630 Stimmen, zwar erwartungsgemäß auf den ersten Platz, verlor aber fast 15 Prozent Stimmen gegenüber der letzten Bundestagswahl. Zweitstärkste Kraft wurde gestern zum Entsetzen etlicher Beobachter an den Wahlaushängen die AfD mit 19,2 Prozent, was 3052 Stimmen entspricht. Noch vor der SPD, die nur 13,2 Prozent, 2096 Stimmen, erreichte, sicherte sich die Linke den dritten Platz mit 15,9 Prozent und 2532 Stimmen. Auf die wieder erstarkte FDP entfielen 10,7 Prozent, also 1698 Stimmen. Die Grünen legten mit 1092 Stimmen und 6,9 Prozent gegenüber 2013 geringfügig zu. Das Auszählen hatte wegen der hohen Anzahl von 3858 Briefwählern diesmal mehr Zeit in Anspruch genommen. Dabei seien schon extra mehr „Zähler“ engagiert worden, hieß es

Markranstädt

Fast 17 Prozent ihrer Stimmenanteile von 2013 verloren die Christdemokraten in Markranstädt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kam die CDU noch auf 30,3 Prozent der Stimmen. Das waren genau 3006. Auf Platz zwei folgte die AfD, die mit 2550 auf 25,7 Prozent der Stimmen kam. Drittstärkste Kraft in der Stadt am See wurden die Linken mit 1387 Stimmen und 14 Prozent Anteil. Die SPD errang 12,3 Prozent (1218 Stimmen), die FDP kam auf 9,1 Prozent (903) und die Grünen auf genau drei Prozent (298). Die Wahlbeteiligung lag 5,2 Prozentpunkte höher als 2013 und erreichte 77,2 Prozent. Rund 1800 Markranstädter hatten bis Freitagabend ihre Briefwahlunterlagen angefordert, über 400 mehr als vor vier Jahren.

Zwenkau

Verloren hat die CDU auch in der konservativen Hochburg Zwenkau. Holte sie 2013 noch 48,3 Prozent, waren es gestern mit 1915 Stimmen nur noch 33,1 Prozent. Mit 1399 Stimmen und 24,2 Prozent ist die AfD dort jetzt zweitstärkste Kraft. Die Linke kam mit 13,8 Prozent, 797 Stimmen, auf den dritten Platz, die SPD mit 11,9 Prozent, 687 Stimmen, noch dahinter ein. Für die FDP stimmten 8,3 Prozent, 478 Zwenkauer, für die Grünen nur 196, was 3,4 Prozent bedeutet. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,9 Prozent und damit deutlich höher als noch vor vier Jahren. 1061 stimmten per Briefwahlschein ab, die bis Freitag 18 Uhr im Rathaus angefordert worden waren. Dabei kam es laut Rathaus zu Problemen, diese Scheine mussten laut Bürgermeister Holger Schulz ein zweites Mal gezählt werden.

Großpösna

„Keine besonderen Vorkommnisse“, vermeldete Großpösnas Hauptamts- und Wahlleiter Daniel Strobel. Das Ergebnis lag bereits gegen 20.45 Uhr vor, hatte es allerdings in sich und barg – wie auch in der Bundespolitik – so einige Überraschungen. Stärkste Kraft, die aber kräftig gegenüber 2013 verlor, bleibt die CDU mit 29 Prozent. Die AfD wurde mit 24,6 Prozent, genau waren es 906 Stimmen, zur zweitstärksten Kraft im Ort. Die Linke kam auf 13,9 Prozent, die SPD noch auf 11,1 Prozent. Die Grünen wären in Großpösna allein an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, kamen nur auf 4,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 84 Prozent um sieben Prozentpunkte höher als noch 2013. Wie überall war auch die Zahl der Briefwähler in Großpösna diesmal mit 753 beziehungsweise 16,99 Prozent außergewöhnlich hoch.

2013 hatte die CDU bei den Zweitstimmen jeweils klar die Nase vorn. In Großpösna errang sie 48,4 Prozent, in Zwenkau 48,3, in Markranstädt 47,2 und in Markkleeberg 43,5 Prozent. Zweitstärkste Kraft war die Linke mit 19,1 Prozent in Markranstädt, 18,4 in Zwenkau und 18,3 in Großpösna. Nur in Markkleeberg kam die SPD mit 19,8 Prozent auf Platz zwei.

Von Ulrike Witt/Jörg ter Vehn

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