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Markkleeberg Containerunterkunft in Großpösna: Alle Zeichen stehen auf Klage
Region Markkleeberg Containerunterkunft in Großpösna: Alle Zeichen stehen auf Klage
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11:10 21.11.2016
Bestellt, aber nicht mehr genutzt: Die Flüchtlingsunterkunft in Großpösna. Quelle: Andre Kempner
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Grosspösna

Alle Versuche, für die Container der ungenutzten Flüchtlingsunterkunft in Großpösna eine neue Verwendung zu finden, scheiterten bislang. Jetzt läuft alles auf eine Klage gegen den DRK-Kreisverband Leipzig-Land vor den Gerichten hinaus.

Wie berichtet, war die Unterkunft für rund einhundert Flüchtlinge im Eiltempo über den vorigen Winter vom Kreis geplant worden, als ein Ende des Flüchtlingsstroms nicht absehbar war. Kreis und DRK bedienten sich dabei der Firma Uni Domo Invest aus Ostwestfalen. Die orderte insgesamt 78 nagelneue Container für die Einrichtung, rund 45 wurden aufgestellt, bis Geschäftsführer Isa Sunal die Notbremse zog. Denn da war nach dem Ende der Balkanroute und dem Ende der Flüchtlingswelle erst der Kreis von seinem Betreibervertrag mit dem DRK zurückgetreten, danach das DRK vom Vertrag mit der Uni Domo. Und Sunal war auf den Containern sitzen geblieben – und dem Schaden: „Rund 1,1 Millionen Euro“, schätzt er. „Nächste Woche geht die Klage raus“, verspricht der Geschäftsführer.

Es habe ein paar Tipps für mögliche Käufer seitens des Kreises und auch der Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch gegeben, sagt Sunal dankbar. „Aber eigentlich wollten die alle die Container mehr oder weniger umsonst auf den Hof gestellt bekommen haben“, erzählt er. Wenn sich nicht noch etwas finde, werde er die Anlage bis zum Jahresende abbauen lassen und bei sich einlagern.

Seine Firma habe auch Anlagen in den Raum Bremen und ins Ruhrgebiet geliefert, dort gute Erfahrungen gemacht. Nicht so im Osten: „Keiner will für etwas verantwortlich sein, außer Frau Lantzsch war niemand wirklich gesprächsbereit.“ Seine Firma habe dem DRK und dem Kreis in der Krise helfen wollen, „dafür sollen wir jetzt über die Klinge springen“, meint er verbittert.

Beim DRK teilte Geschäftsführer Jens Bruske mit, dass die Gemeinde den Pachtvertrag für das Gelände mit dem DRK zum Ende Dezember gekündigt habe. Mit der Bürgermeisterin werde er Anfang des Monats beraten, wie es weitergeht. Bei der anstehenden Klage sei er „guter Hoffnung“, so Bruske.

Von Jörg ter Vehn

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