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Markkleeberg Cospudener See: Kaum Hoffnung auf schnelles Ende der Absperrung
Region Markkleeberg Cospudener See: Kaum Hoffnung auf schnelles Ende der Absperrung
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00:35 14.06.2015
Rundweg geschlossen: Enttäuschte Ausflügler drehen um oder suchen sich ein Schlupfloch an der Gefahrenstelle. Quelle: Jörg ter Vehn
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Markkleeberg

"Es ist furchtbar", schimpft Christian Conrad vom Seebetreiber Pier 1. Er erhalte massenhaft Beschwerden über den geschlossenen Rundweg, den die Ausflugsgäste trotz aller Schilder natürlich dennoch nutzen wollten. Der See habe jedes Jahr rund 600 000 Besucher, da könne nicht plötzlich und auf unbestimmte Zeit die Lebensader einfach abgeschnitten werden, findet er.

Conrad kritisiert vor allem die Informationspolitik der LMBV. "Die kommt aus ihrem Bergbaudenken einfach nicht hinaus. Tourismus scheint denen egal zu sein." Bei der Dimension der Baustelle und den Millionenkosten den Besucherstrom einfach nicht zu bedenken, sei fatal, meint Conrad.

Projektmanager Gert Pöthe von der LMBV sieht das aus einem anderen Blickwinkel. Nach dem Wasseraustritt und dem Geländeaufbruch nahe dem Rundweg sei ein Sachverständiger für den Bergbau hinzugezogen worden. "Wenn der mir sagt, ich soll den Weg absperren, werde ich das natürlich tun", erklärt er. Aktuell werde das Problem analysiert und nach einer Lösung gesucht, verspricht er. Wie lange das dauert, kann er nicht sagen. Die Baugrundverbesserung des Tagebaukippenbodens gehe voraussichtlich bis zum Februar nächsten Jahres. "Wir hoffe aber, dass wir den Rundweg noch in diesem Jahr wieder aufbekommen", sagt er.

Unterdessen suchen viele Radfahrer und Spaziergänger Schlupflöcher, um die Baustelle trotz massiver Absperrungen trotzdem zu passieren - wer fährt schließlich gerne eine kilometerlange Sackgasse zurück?

Pöthe kann nur auf die Gefahren hinweisen. Ganz nah am Rundweg sei sogar die Erde aufgebrochen, erklärt er. Wenn dies unter dem Asphalt des Weges geschehe und dabei etwas wegplatze, sei das für Spaziergänger und Radfahrer sehr gefährlich, warnt er. Der Baugrund sei extrem inhomogen. Auf der Baustelle sei sogar schon eine Raupe einen Meter tief versackt. Grund: "Eine Wasserblase." Die Störstelle sei 6000 Quadratmeter groß gewesen.

Hoffnung auf ein rasches Ende der Sperrung macht er nicht. Zumal ja auch noch der Bereich am Weg selber verdichtet werden müsse, sagt Pöthe.

Die LMBV lässt aktuell den sandigen Tagebaukippenboden für den künftigen Harthkanal verbessern. Dazu werden 16 000 so genannte Rüttelstopfsäulen bis zu 25 Meter tief in den Boden gedrängt, Sand und Kies ins Erdreich eingebracht, dadurch der gesamte Boden so stark verdichtet, dass er hinterher Baulasten tragen kann. Dass dabei das Wasser im Boden verdrängt wird, liegt in der Natur der Sache und ist gewünscht. Dass es allerdings oben austritt, eher nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2015
Jörg ter Vehn

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