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Cospudener See musste auf Anweisung von oben 20 Zentimeter verlieren

Landesdirektion verlangt Aderlass Cospudener See musste auf Anweisung von oben 20 Zentimeter verlieren

Hunderttausende vergnügen sich jeden Sommer im Cospudener See. Was ihnen derzeit sichtlich fehlt, sind etwa 20 Zentimeter Wasserhöhe. Das sei Absicht, so die Tagebausanierer. Das Wasser habe vorher zu hoch gestanden, meint die Landesdirektion

Idyll mit behördlich verordnetem Flachwasser: der Bootsverleiher im Hafen Zöbigker sitzt schon halb auf dem Trockenen.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg/Leipzig. Hunderttausende vergnügen sich jeden Sommer im Cospudener See. Was ihnen derzeit sichtlich fehlt, sind etwa 20 Zentimeter Wasserhöhe. Das sei Absicht, so die Tagebausanierer. Das Wasser habe vorher zu hoch gestanden, meint die Landesdirektion.

„In die da konnte man vorher vom Steg aus direkt einsteigen“, sagt Cesar Arguedas vom Bootsverleih im Hafen Zöbigker und zeigt auf drei Ruderboote. Jetzt dümpeln diese im Flachwasser oder liegen gleich im Sand fest. Er habe alle 20 Tret- und sechs Ruderboote wegen der Wasserknappheit umgestellt. „Aber so kann es nicht bleiben, wir brauchen das Wasser“, sagt er.

Überall an den Ufern ist zu sehen, dass rund 20 Zentimeter vom Cospudener See schnell abgelassen wurden: Streifen an den Hafenanlagen, durchhängende Befestigungsketten, fehlende Vegetation, unbekannte Unterwasserhindernisse, die plötzlich auftauchen – „bei uns haben sich auch Leute beschwert“, erzählt Seebetreiber Christian Conrad. Allen voran der Bootsverleiher, der jetzt halb auf dem Trockenen liege.

Liegen im Sand

Liegen im Sand: Ruderbootes des Bottsverleiherss.

Quelle: Kempner

Auf Anordnung der Landesdirektion sei der Wasserstand des Cospudener Sees zwischen Juni und Juli heruntergefahren worden, erklärt Claudia Gründig von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) den Hintergrund. Vorher sei über einen längeren Zeitraum 110,20 Meter über Null eingestaut gewesen, jetzt seien es 110,0 Meter, wie von der Landesdirektion 2007 planfestgestellt und jetzt gefordert.

Laut des damaligen Beschlusses, an dem sich auch die Anbindung des Gewässers an die nachfolgenden Gräben orientiert, solle der Pegel des Sees zwischen 109,8 und 110,2 Meter bewirtschaftet werden, erklärt sie. Da der geplante mittlere Wasserstand von 110,0 mehrfach anhaltend überschritten war, sei die LMBV von der Landesdirektion aufgefordert worden, zeitnah zu handeln, so Gründig. Das überschüssige Wasser sei über die Öffnung des Wehres an der Schleuse Cospuden am Nordstrand abgelassen worden.

Die Natur im biologisch sensiblen und oft recht flachen Floßgraben dürfte es in den vergangenen Wochen gefreut haben, die Seebesucher weniger, denen etwa beim Schwimmen nun einige Wasserpflanzen um die Beine streichen. So breitet sich nach Informationen des MDR zum Beispiel gerade die schmalblättrige Wasserpest „Elodea Nuttallii“ im See aus. Während einige Wissenschaftler schon Alarm geben, kann Lutz Kamski von der Taucherbasis am See an dem Unterwassergrün bislang nichts Schlechtes finden. Das Wasser sei klar und sauber wie eh und je, so Kamski, und mehr Leben im Wasser hätten sich doch alle gewünscht.

Die Spuren zeigen es

Die Spuren zeigen es: Der Steg für die Segelboote lag jahrelang tief im Wasser, muss jetzt womöglich neu justiert werden.

Quelle: Kempner

Seebetreiber Conrad stellt der Aderlass des Cossi aber vor Probleme. „Das wenige Wasser zwingt uns zum Nachjustieren unserer Einrichtungen“, erklärt er. So müssten womöglich Stege wieder tiefer gelegt oder Verankerungsketten nachgespannt werden. Immerhin sehe es so aus, als ob an der Slipstelle das Wasser noch tief genug sei zum Ein- und Aussetzen von Booten. Aber im Hafenbereich werde er womöglich einen Bagger ordern müssen, um den Flachbereich beim Bootsverleiher zu vertiefen.

Das alles könne er jetzt während der Saison nicht gut machen. „Daher wäre es schön gewesen, man hätte uns vorher informiert und das Absenken auf den Herbst verschoben. Dann hätten wir uns darauf einstellen können.“

Von Jörg ter Vehn

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