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Markkleeberg Countdown für Arbeiten an der Pleiße läuft
Region Markkleeberg Countdown für Arbeiten an der Pleiße läuft
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07:00 16.06.2017
Kein roter Teppich, aber eine Schutzschicht aus Geotextil und Schotter wird derzeit an der Pleiße für die Baufahrzeuge ausgelegt. Ab August soll die Pleiße auf eine einheitliche Sohletiefe gebracht werden.
Markkleeberg/Leipzig

Die Baustraßen entlang des Flusses zeugen davon: Anfang August startet die Sohlevertiefung der Pleiße - ein ökologisch sensibles Vorhaben, etwa wegen der geschützten Libellenart Grüne Keiljungfer (die LVZ berichtete). Sorgen bereiten den Bauleuten aber aktuell eher die Radfahrer – und die Sperrung der B 2-Brücken.

Die Arbeiten der Stadt Leipzig am Abzweig Goethesteig seit Donnerstag seien im Vorjahr erst nach Abschluss der Ausschreibung für die Sohlvertiefung bekannt geworden, ärgerte sich gestern Steffi Raatzsch vom Kommunalen Forum. Die Abfuhr des Aushubes könne nun nicht mehr wie geplant über den Goethesteig und die B2 laufen, „die Lastwagen müssen andere, kleinere Straßen nutzen“, bittet sie um Verständnis.

Auf der rund 1,7 Kilometer langen Flussstrecke zwischen Agra-Wehr und S-Bahn-Brücke Leipzig soll so einiges an Erdmassen raus. Wie berichtet, werden die Störstellen entfernt, um den Fluss durchgängig befahrbar zu machen für angepasste Ausflugsboote. Rund 16 000 Kubikmeter soll der Schwimmbagger herausholen. Bis zu 1,5 Meter tief müsse gebaggert werden, an einigen Stellen aber auch gar nichts, so Uwe Jäschke von der beauftragten Firma Ecosoil aus Bitterfeld. Im Gegenzug komme auch wieder einiges hinein: Mit einer Filterschicht aus Kiessand und einer Schicht Wasserbausteinen soll die Sohle der Pleiße künftig befestigt sein. Im Detail sind das laut Planern zusammen rund 11 300 Kubikmeter.

Dazu kämen noch rund 2700 Kubikmeter Erd- und Wasserbauarbeiten an der so genannten Sohlgleite direkt hinter dem Tosbecken des Agra-Wehres. Dort soll auf einer Länge von 200 Metern der Übergang zur neuen, tieferen Flussohle fischfreundlich als Schräge mit einer Reihe von Steinriegeln hergestellt werden. Ökologisch aufgewertet werde die Pleiße auch durch neue, wechselfeuchte Bereiche am Flussufer und rund 1100 Sträucher, die im Nachgang bis Ende April gepflanzt werden, heißt es. Der eigentliche Wasserbau müsse Ende Februar fertig sein, so Raatzsch.

Ziel der Maßnahme sei es insgesamt, eine durchgängige Wassertiefe von 80 Zentimetern überall zu erreichen, erklärt Planer Utz Blasczyk vom Büro Eta AG Engineering aus Leipzig. Die Arbeiten an der Pleiße dienen bekanntlich als Vorstufe für einen schiffbaren Kurs von Leipzig bis zum Markkleeberger See. Erst kürzlich hatten die Tagebausanierer dafür den Neubau der so genannten Wasserschlange vom Agra-Wehr bis zum See wieder ins Spiel gebracht.

Das wird noch Jahre dauern. Aktuell kommen die Ausflügler mit dem Rad an der Pleiße entlang – „obwohl offiziell ab der Goethestraße gesperrt ist, die Umleitung über die Koburger Straße führt“, erzählt Raatzsch. Passiert sei zwar noch nichts, so Jäschke. „Aber die Baggerfahrer gehen natürlich davon aus, dass der Bereich gesperrt ist und schauen sich nicht ständig um“, warnt er vor den Gefahren auf der Baustelle.

Von Jörg ter Vehn

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