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Dankeschön für Engagierte vertagt

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Peinlich, peinlich: Mit der Beteiligung der Stadt Markkleeberg an der Sächsischen Ehrenamtskarte will das Rathaus ein Zeichen setzen für viele engagierte Helfer in Vereinen, Feuerwehr und sonstwo.

Markkleeberg. Beim jüngsten Stadtrat musste Bürgermeister Philipp Staude die Vorlage allerdings wieder von der Tagesordnung nehmen - weil wichtige Angaben etwa zur Höhe der Ermäßigungen fehlten.

 Kaum bekannt ist die Sächsische Ehrenamtskarte in der Region. Was Wunder, im Landreis sei nur noch Großpösna daran beteiligt, hieß es in der jüngsten Stadtratssitzung. Laut Freistaat nehmen jedoch auch Groitzsch, Grimma, Neukieritzsch und Leipzig daran teil. Inhaber der Ehrenamtskarte könnten zum Beispiel das Angebot der Sächsischen Burgen- und Schlösserverwaltung günstiger nutzen, erläuterte Wolfgang Heinze, verantwortlich für Kultur und Soziales in Markkleeberg. Für Jüngere vielleicht auch attraktiv: Belantis gewährt den Ehrenamtlern 20 Prozent Nachlass auf die Eintrittskarten. Den gleichen Rabatt gibt es beim Besuch des Bergbau-Technik-Parkes. Das erwähnte Heinze nicht.

 Erhalten könnten die Karte alle Engagierten, die im Freistaat wohnen, mindestens 18 Jahre alt sind und sich seit mindestens drei Jahren wöchentlich zirka fünf Stunden ehrenamtlich engagieren, heißt es in der Vorlage. Die Karte müsse am Wohnsitzort beantragt werde, gelte dann bis Ende 2015. In einer ersten Runde vor ein paar Jahren habe sich nur eine Person beworben, sagte Heinze. "Und diese war nicht berechtigt."

 Die SPD-Fraktion beantragte Ende Februar nun erneut die Teilnahme der Stadt an der Aktion. "Ausgangspunkt war die Arbeitsgemeinschaft der Sportvereine", erläuterte der Ortsvorsitzende Karsten Schütze. Ziel sei es, mit weiteren Vergünstigungen die Karte attraktiver zu gestalten, vielleicht auch private Partner zum Mitmachen zu animieren. Der zuständige Sozialausschuss habe sich zu der Vorlage verständigt, meinte er.

 Allerdings konnten die Räte dem Beschlussvorschlag nicht entnehmen, inwieweit sich die Stadt Markkleeberg an den Vergünstigungen beteiligen will. "Die Anerkennung ist eine gute Sache", meinte etwa Oliver Fritzsche (CDU). Er schlage nur vor, konkrete Leistungen zu benennen und auch die Höhe der Vergünstigungen mit in den Beschluss aufzunehmen. Heinze erwiderte, die Stadt stelle sich ermäßigte Eintrittspreise in den Markkleeberger Einrichtungen wie etwa der Stadtbibliothek oder städtische Kulturveranstaltungen im Westphalschen Haus vor. Auf dem Niveau der ermäßigten Karten könnten dort die Vergünstigungen liegen.

 Matthias Kunze (FDP) schlug vor, den Rahmen schon etwas konkreter festzulegen. Tatsächlich hatte die Verwaltung in der Sachdarstellung zum Beschluss Möglichkeiten der Ermäßigungen mit "wie zum Beispiel" erklärt - vollkommen untypisch für Beschlüsse, die sonst klare und eindeutige Sachverhalte unmissverständlich regeln.

 Gerhard Pötzsch (CDU), als Geschäftsmann genau solche Vertragsinhalte gewohnt, meinte dann auch etwas spöttisch, es sei jetzt wohl an der Zeit, dass die Stadt ihre Vorlage zurückziehe und überarbeite, um sie gegebenenfalls später neu vorlegen zu können.

 Das tat Bürgermeister Philipp Staude auch sichtlich genervt von der Diskussion um die Vorlage, mit der die Verwaltung Gutes für die engagierten Ehrenamtler tun wollte - aber nicht so richtig wusste, wie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2013

Jörg ter Vehn

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