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Markkleeberg Das große Aufräumen nach der stürmischen Friederike
Region Markkleeberg Das große Aufräumen nach der stürmischen Friederike
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12:17 19.02.2018
Über 5000 Festmeter Holz hat der Orkan Friederike im Oberholz umgelegt, davon betroffen sind vor allem Fichten, bei denen über die Hälfte des Bestandes flächig umgeworfen wurde. Ein Forwarder holt hier das bereits gesägte Holz aus dem Wald. Quelle: André Kempner
Grosspösna

Ein Drittel aller Schäden im gesamten Freistaat hat Sturmtief Friederike im Forstbezirk Leipzig hinterlassen. Im Oberholz hat der Orkan das Zweifache dessen umgefegt, was sonst jährlich regulär gefällt und bearbeitet wird. Das Aufräumen ist in vollem Gange.

Selten muss Spaziergängern derzeit ein Satz klarer sein, der sonst auch gilt: Das Betreten des Waldes geschieht auf eigene Gefahr. Davon gibt es aktuell im Oberholz dank der fleißigen Waldarbeiter zwar immer weniger, aber noch genug. „Einzelne Sperrungen von Abschnitten, in denen gearbeitet wird, sind dringend zu beachten“, warnt denn auch Forstdirektor Andreas Padberg.

Mit rund 5500 Festmetern Holz habe der Sturm Mitte Januar im Oberholz etwa die zweifache Menge des normalen jährlichen Einschlages auf einmal umgelegt, erklärt er. Drei Drittel davon habe Fichten und Kiefern getroffen. Mit 55 Prozent seien mehr als die Hälfte aller Fichtenbestände flächig geworfen worden, stünden jetzt kahl. Gemessen an den Holzvorräten seien es sogar 65 Prozent der Fichte, die nun verschwunden sei.

Quelle: Kempner

Die Höhe des Schadens könne gar nicht so einfach bemessen werde, sagt Padberg, der den Forstbezirk Leipzig leitet. Allein das geschädigte, im Wald liegende Holz habe einen Wert von rund sechs Millionen Euro. Gottlob werde Holz auf dem Markt gerade gut abgenommen, erzählt Revierleiter Christoph Seifert. Der Schaden für die Forstwirtschaft sei aber um etliches Höher, erklärt Padberg. „Denn die Bestände etwa der Fichte hatten mit 40 Jahren noch nicht mal die Hälfte ihrer Lebenszeit erreicht, waren gar nicht hiebreif“, erläutert er. Dadurch gingen große künftige Beträge verloren.

Padberg sieht in dem Sturm aber auch ein starkes Plädoyer, den Waldumbau zu beschleunigen. Denn die Fichte, die am stärksten getroffen war, sei im Oberholz nicht standortgerecht. Ließe man die Natur machen, würden im Oberholz 90 Prozent mit Stieleichen und Hainbuchen bestockt sein. Diese Baumarten seien auch vom Sturm am wenigsten betroffen gewesen, gelte es nun zu fördern. Sie sollen vorrangig auf den entstandenen Kahlflächen ab dem Frühjahr 2019 gepflanzt werden.

Rund neun Hektar davon gebe es, zu 85 Prozent seien sie vorher von Fichten bewachsen gewesen. In den letzten Wochen seien nach dem nötigen Vergaberecht bundesweit geeignete Firmen mit Forstspezialmaschinen gebunden worden, die nun die Berge an Holz aus dem Wald holen. Wie berichtet drängt dabei die Zeit, bevor der Borkenkäfer sich im Schadholz massenhaft vermehrt.

Seit zweieinhalb Wochen seien im Oberholz Erntemaschinen („Harvester“) im Einsatz, um vorrangig Fichtenstämme zu bearbeiten. Aktuell seien mit 1300 Festmetern zwei Drittel der geschädigten Fichtenbestände aufbereitet. Seit einer Woche würden die gesägten Stämme mit Rückefahrzeugen aus dem Wald geholt, an den Waldwegen zum Abtransport bereit gelegt. Zirka 500 Festmeter lagerten so bereits – etwa 20 Lastwagenladungen voll. Ärgerlich sei, dass nach den Arbeiten Waldwege neu gemacht werden müssten, die gerade im Vorjahr gerichtet wurden, meint Padberg.

Bis zum Auftreten der Borkenkäfer im Frühjahr sei im Oberholz die Fichte beräumt, ist sich Padberg sicher. In anderen Wäldern sei das schwieriger, erzählt er. So sei im Colditzer Forst die fünf- bis siebenfache Menge des jährlichen Einschlags vom Sturm umgelegt worden, fast 20 Prozent der Holzvorräte lägen am Boden. Daher würden die diesjährigen Waldjugendspiele von dort auch ins Oberholz nach Großpösna verlegt.

Von Jörg ter Vehn

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