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Markkleeberg Das kleine Guggenheim in Markkleeberg
Region Markkleeberg Das kleine Guggenheim in Markkleeberg
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16:06 19.05.2015

Der Name suggeriert Selbstbewusstsein, Geltungsbedürfnis - vielleicht auch ein bisschen Größenwahn. Auf jeden Fall haben Kerstin Langner und Andreas J. Mueller die Messlatte hoch angesetzt.

Fast 19 Jahre lang leitete das Paar das kleine, aber feine Museum in Mölkau. Allerdings drohte das Fachwerkhaus aus allen Nähten zu platzen. Von den insgesamt 70 000 Fotografien der Sammlung konnte nur ein Bruchteil ausgestellt werden. Über zehn Jahre lang waren die beiden auf der Suche nach einem größeren Haus. "Weil wir so auf Leipzig fokussiert waren, haben wir überhaupt nicht mitbekommen, dass nur elf Kilometer von uns entfernt ein Museumsneubau leersteht", erinnert sich Mueller. Das neue Domizil wurde Mitte der 90er Jahre errichtet und bietet mit 1500 Quadratmetern zehnmal mehr Ausstellungsfläche. Nach acht Monaten Vorbereitungszeit ist die neue Ausstellung nun so gut wie fertig.

Mit seiner zylindrischen Architektur mutet das Gebäudeinnere an wie eine kleine Version des New Yorker Guggenheim-Museums. Durch die breite Glasfront ist alles lichtdurchflutet. Entlang des spiralförmigen Aufgangs hängen Fotografien aus anderthalb Jahrhunderten. Der Besucher spaziert durch die Jahrzehnte, beginnend von den ersten Aufnahmen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Werken. Durch die chronologische Anordnung der Bilder wird deutlich, dass sich die Fotografie im Laufe der Zeit von einer reinen Abbildungstechnik zur Kunstform entwickelte.

Über den Aufgang gelangt man zu weiteren Ausstellungsräumen. Im Erdgeschoss erhalten die Besucher Einblicke in früheste fotografische Techniken und in die Reisefotografie. Besonders auffällig ist ein knapp einen Kubikmeter großer Würfel, der sich bei genauem Hinsehen als Großbildkamera entpuppt. "Es war lange nicht möglich, Vergrößerungen anzufertigen. Deswegen musste man die Kameras entsprechend groß bauen", erklärt Ulrike Langner.

In einem Seitenraum sind Aktfotos des im vergangenen Jahr verstorbenen Markkleeberger Fotografen Günter Rössler zu sehen, der auch als Helmut Newton des Ostens bezeichnet wird. "Er hatte Kultstatus, weil er in einer anspruchsvollen Form Akte fotografierte, als es noch etwas ungewöhnliches war", betont Mueller.

Die erste Etage informiert über die Atelierfotografie. Dort sind auch Dunkelkammer-Utensilien ausgestellt. Die Etage darüber ist zeitgenössischen Fotografen wie Jeanloup Sieff, Karin Székessy, Gerhard Hopf und Peter Langner gewidmet. Letzterer legte mit seiner Kamerasammlung auch den Grundstein für das 1989 gegründete Kamera- und Fotomuseum. Der 1994 verstorbene Mann von Ulrike Langner war zu DDR-Zeiten als Sport- und Parteifotograf tätig, fertigte jedoch auch Bilder an, die wegen ihrer sozialen Authentizität nicht öffentlich gezeigt werden durften, aber nun ebenfalls in der obersten Etage zu sehen sind.

Dass im Deutschen Fotomuseum sowohl Kameratechnik als auch Fotografien präsentiert werden, ist laut Mueller der größte Unterschied zu anderen Fotomuseen in Deutschland, die sich entweder mit der Kunst oder der Technik auseinandersetzten. "Wir haben uns umgesehen in der Museumslandschaft und trauen uns diesen Namen zu."

Dem 62-Jährigen ist allerdings klar, dass er damit eine Angriffsfläche bietet. In der Tat weist die Ausstellung trotz der umfangreichen Kamerasammlung im Bereich der Fotografie einige Lücken auf. Dennoch sollte der Besucher im Hinterkopf behalten, dass es sich um kein staatliches Museum handelt, zumal es neben privaten Sponsoren nur von der Stadt Markkleeberg unterstützt wird.

Andreas J. Mueller verspricht jedoch, die Ausstellung zu erweitern. Ein Nebenraum wird noch ausgebaut, außerdem werden ein Museumsshop und ein Café eingerichtet. "Eigentlich bräuchten wir ein viel größeres Museum, um noch mehr zeigen zu können", lacht er.

iDas Deutsche Fotomuseum eröffnet am Dienstag und ist täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Es befindet sich in der Raschwitzer Straße 11 in Markkleeberg. Weitere Infos: www.fotomuseum.eu

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2013

Felix Forberg

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