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Markkleeberg „Das kriegt doch nicht jeder Normalsterbliche zu sehen“
Region Markkleeberg „Das kriegt doch nicht jeder Normalsterbliche zu sehen“
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09:00 04.10.2017
Blick hinter die Kulissen: Uta Wagner (40) und ihr Vater Konrad Dierichen (67) mit Fahrdienstleiter Michael Gruber (l.) im Verlies des Todes. Quelle: Kempner
Zwenkau/Leipzig

Diesen Tag werden Uta Wagner (40 Jahre) und ihr Vater Konrad Dierichen (67) nicht so schnell vergessen. Die Nischwitzer dürfen dank der LVZ-Aktion Leserglück im Freizeitpark Belantis hinter die Kulissen schauen. Und das Glück steht den beiden förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie strahlen mit der Herbstsonne um die Wette.

„Herzlich Willkommen“, begrüßt Mitarbeiterin Anne Köppe das fröhliche Duo am Schloss. „Ihre Frau hat mir gesagt, Sie sollen mindestens drei Mal mit der Achterbahn Huracan fahren“, sagt die junge Frau zu Konrad Dierichen. Der lacht herzlich: „Sie ist die Schuldige, sie hat die Tickets gewonnen. Weil ihre Beine nicht mitmachen, sind wir heute hier.“

Während Uta Wagner das Abenteuerreich von etlichen Besuchen mit ihren neun Jahre alten Zwillingen Max und Alexa kennt, ist es für den Vater eine Premiere. „Ich war das letzte Mal vor 20 Jahren an der Ostsee in einem Freizeitpark“, erzählt er. Aufgeregt sind aber beide. „Was uns heute geboten wird, kriegt doch nicht jeder Normalsterbliche zu sehen“, strahlt Konrad Dierichen.

Vom Schloss geht es an der „Cobra des Amun Ra“ und der Pyramide vorbei zum „Strand der Götter“. Hier steht ein Fototermin an. Das eigentliche Ziel heißt „Verlies des Grauens“. Fahrdienstleiter Michael Gruber empfängt sie auf der „Insel der Ritter“. „Die Burg gehört Euch heute ganz allein“, erklärt er den staunenden Gästen. Wo an Spitzentagen im Sommer pro Stunde bis zu 1000 Besucher durchgeschleust werden, herrscht Ruhe. Vorerst.

Als die Türen geschlossen sind, der Keller im Dunkel versinkt, beginnt die Show. Plötzlich ertönt eine tiefe Stimme: „Nach den ersten zehn Jahren im Verlies habe ich aufgehört zu zählen. Meine Hoffnung ruht auf Zauberer Merlin. Nur er kann den schwarzen Sheriff besiegen.“ Leichtes Unbehagen macht sich breit. „Sie kommen wieder raus – irgendwann“, sagt Köppe amüsiert. Erstmal geht es in die Gondel.

Vier Minuten später. „Faszinierend, man sieht immer wieder neue Bilder und hat das Gefühl, sich zu drehen“, schwärmt der Vater. Michael Gruber kennt das: „Die Anlage soll die Sinne verwirren. Der Gleichgewichtssinn wird überrumpelt.“ Durch die im 30 Grad Winkel stehenden Sitze entstehe der Eindruck umzukippen, real drehe sich nur die Hülle. „Da die Gondel ein geschlossener Raum ist, gelten besonders hohe Anforderungen an den Brandschutz“, weiß er als Mitglied im Belantis-Evakuierungsteam.

Die Stimmung ist aufgekratzt. Uta Wagner und Konrad Dierichen können verschnaufen. Köppe lädt sie zur „Fahrt des Odysseus“ ein. Gemächlich gleitet das Boot übers Wasser. Zeit für Fragen: „Wie lange gibt es Belantis schon? Wie viele Mitarbeiter hat der Freizeitpark?“, will Uta Wagner wissen. „Eröffnung war 2003. Wir haben einen festen Stamm von 30 bis 50 Leuten. Alle anderen sind Saisonkräfte. Wenn Sie Lust haben, wir brauchen auch jetzt noch Leute“, so Köppe.

Danach fahren Vater und Tochter Achterbahn. Zum Schluss zieht es die beiden noch in den Schloss-Laden. „Ich muss den Zwillingen was mitbringen. Heute früh waren sie ganz traurig, weil sie in die Schule mussten“, erzählt Uta Wagner. In den Ferien will sie mit den Drittklässlern wiederkommen: „Mit unserem Zweijahresticket ist so ein Besuch immer drin.“

Von Ulrike Witt

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