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„Das war nur die Generalprobe“

„Das war nur die Generalprobe“

Zwenkau. Das Ziel verfehlt, aber wacker geschlagen: So lautet das Fazit für die Premiere der Zwenkauer beim Städtewettbewerb von Enviam und Mitgas.

Die Energieversorger machten am Samstag mit ihrem Trailer im Waldbad Station und bereicherten das 20. Laurentiusfest um eine Attraktion. 161 Erwachsene und Kinder stiegen in sechs Stunden auf die Räder und erstrampelten 284 Kilometer und damit 1136 Euro für den guten Zweck.„Zwenkau hat Glück. Nicht jede Kommune kann einen so sportlichen Bürgermeister aufweisen“, meinte Enviam-Regionalbetreuerin Konstanze Lange als sich Holger Schulz (CDU) um 12 Uhr als Erster aufs Rad setzte. Sein Ziel: 300 Kilometer und den Sieg für Zwenkau. Zehn Minuten später stieg er geschafft aus dem Sattel: „Gar nicht so einfach. Für Durchtrainierte aber durchaus machbar.“ Manchem Zwenkauer schwante da schon, dass die Premiere ein hartes Stück Arbeit wird. Einzig die Profis vom Radfahrer-Verein 1890 blieben optimistisch.

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Zwenkau. Das Ziel verfehlt, aber wacker geschlagen: So lautet das Fazit für die Premiere der Zwenkauer beim Städtewettbewerb von Enviam und Mitgas. Die Energieversorger machten am Samstag mit ihrem Trailer im Waldbad Station und bereicherten das 20. Laurentiusfest um eine Attraktion.

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„Wir sind topfit“, erklärte Neuseenclassics-Renndirektor Harald Redepenning. Allerdings bevor er sich auf den bergan fahrenden Ergometer setzte. Danach gestand er völlig verschwitzt: „Ich glaube, ich muss mehr trainieren.“ Immerhin konnte er acht Kilometer verbuchen. Der zwölfjährige Jonas erradelte 2,3 und brauchte nach fünf Minuten wie die Großen einen ordentlichen Schluck aus der Flasche. Keine 100 Meter entfernt wurde auch gekämpft: beim Harry-Schulz-Beachvolleyballturnier. Mittendrin der Rathauschef. Schließlich ist der Wettbewerb nach seinem Vater benannt – Teilnahme Ehrensache. Ohnehin war Schulz beim Laurentiusfest im Dauereinsatz.Am Freitagabend sprach er bei der Eröffnung in der Laurentiuskirche. „Die positive Entwicklung Zwenkaus in den letzten 20 Jahren spiegelt sich im Laurentiusfest wieder“, so Schulz. Wurde bis 1989 der Tag des Berg- und Energiearbeiters begangen, sei das Laurentiusfest längst Beleg für das lebendige Vereinsleben und Ausdruck des bürgerschaftlichen Engagements: „Ich danke allen, die ihr Scherflein dazu beitragen.“ Einer, der das bis 1999 als katholischer Pfarrer getan hat, ist Franz Scharfenberg. Dass er zum runden Geburtstag aus der Oberlausitz anreiste, freute viele. „Pfarrer Franz steht wie Alt-Bürgermeister Herbert Ehme für den Neubeginn“, betonte Schulz.„Als ich 1989 meinen Dienst antrat, dachten viele ich werde strafversetzt“, erinnerte sich Scharfenberg. Er hätte sogar Bedenkzeit bekommen. „Dabei fiel mein Anteil auf herrliches Land.“ Nur hätte den christlichen Gedanken in der damaligen Situation weiß Gott nicht jeder verstanden. Nach der Wende habe er mit Ehme etwas gesucht, das Farbe in die vom Tagebau geschundene Stadt bringt. „Wir mussten die Kultur wieder zum Leben erwecken. Mit dem Laurentiusfest ist das gelungen“, so Scharfenberg.„Sehr gute Aussichten“ für die 20. Auflage sah Schulz beim Verkosten der Zwenkauer Dampfbierspezialität. Mit nur einem Schlag hatte er zuvor den Hahn im Fass versenkt. Woher er das könne? „Aus Studentenzeiten.“ Mehr verriet Schulz nicht. Nur, dass das Bier schmecke und er ein zweites Fass spendiert. Bernd Hautmann, Braumeister der Antla-Brauerei im oberfränkischen Kronach, hatte nichts anderes erwartet: „Das ist ein naturtrübes Bier mit 12,8 Prozent Stammwürze und 5,1 Prozent Alkohol. Vollmundig und kräftig.“ Demnächst will er im „Seehof“, der zur Antla-Brauerei gehört, eine kleine Braustelle einrichten.Bei mehr als einem Glas Gerstensaft werden die Zwenkauer wohl auch den Schlachtplan für den Städtewettbewerb 2012 austüfteln. Denn trotz einer „starken letzten Stunde“, wie Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer befand, rückte das Siegerpodest in unerreichbare Ferne. „Das war nur die Generalprobe. Nächstes Jahr schlagen wir richtig zu“, gab Schewitzer nach dem Endstand mit 284 Kilometern und dem vorläufigen siebten Platz die Marschroute aus. Das Formtief vom Nachmittag war schon kein Thema mehr. Immerhin sind den Zwenkauern 1436 Euro sicher. Denn Schulz konnte beim Enviam-Wissenstest glänzen und zu den 1136 erradelten weitere 300 Euro holen. Und die werden mit 52 Prozent der Stimmen in eine behindertengerechte Toilettenanlage im Kulturkino fließen. Ob Zwenkau unter den ersten Zehn bleibt und bis zu 5000 Euro erhält, ist fraglich. Das Waldbad war die 18. Station, weitere zwölf folgen bis Mitte Oktober. Die Besucher des „Lauri-Festes“ nahmen es olympisch. Ihre Devise: Dabei sein ist alles. Sie testeten sich im Quadparcours, beim Slackline, an der Kletterwand und beim Schnuppertauchen. Beliebt auch der Arschbombenwettbewerb – ob als Akteur oder Zuschauer aus trockener Distanz. Was fürs Auge bot zudem die Bikertaufe. Der Chef des Motorradstammtisches, Udo Schnelle, fuhr mit 56 Kollegen lautstark und chromblitzend vor. Am Abend waren sie dann alle wieder vereint: bei Musik und Tanz.

Ulrike Witt

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