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Denkanstöße für eine lebendige Gesellschaft

Denkanstöße für eine lebendige Gesellschaft

Samstagnachmittag im Agra-Park: Multikulturelles Sommerfest, die Sonne lacht, kleine Fußballer toben über den Rasen, von der Bühne klingt Live-Musik, beim Italiener wird Eis geschleckt.

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Mischt sich ein: Tommy Penk am Fair-Trade-Stand beim Multikulturellen Sommerfest vor der Parkgaststätte.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Mittendrin steht Tommy Penk, Markkleeberger, 23 Jahre jung. Am 22. September will er für Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag einziehen. Heute möchte er am Fair-Trade-Stand "Denkanstöße" geben.

"Politik hört nicht vor der Haustür und nicht an der Ländergrenze auf. Wir dürfen nicht wegschauen, wenn in Pakistan Textilfabriken einstürzen und Kinderarbeit zum Alltag gehört", meint Penk und zeigt zu den Fußballern: "Unser Motto heißt ´Fair Play - Fair Pay´. Die Jungs spielen mit fair gehandelten Bällen. Der Sieger des Streetsoccer-Turniers nimmt so einen Ball mit nach Hause." Als Penk Ende 2011 mit Diana Bergmann das Fair-Trade-Town-Projekt im Stadtrat vorstellte, wurden sie von einigen milde belächelt. "Stimmt, aber das hat sich verändert. Die Ablehnung schwindet mehr und mehr, das Interesse wächst. Ich bin optimistisch", sagt Penk.

Der junge blonde Mann wirkt auf den ersten Blick zurückhaltend. Ist er aber nicht, Penk mischt sich ein, engagiert sich für seine Heimat. "Ich habe mich schon als Schüler am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium für Politik interessiert. Nur noch nicht so recht gewusst wohin", erzählt er. 2009 habe sich das mit der Debatte um die Unister-Hotelpläne am Cospudener See verändert. "Für mich war das eine prinzipielle Sache: Man muss nicht jeden Zentimeter an den Seen bebauen und die Grünen waren die einzigen, die das von Anfang an konsequent vertreten haben", sagt Penk. Danach habe er nicht lange gefackelt, trat der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei und kandidierte gleich noch für den Stadtrat - mit 19.

Dass er damals scheiterte, findet er im Rückblick betrachtet ganz gut. "Als sachkundiger Bürger im Umweltausschuss hatte ich in den letzten vier Jahren die Möglichkeit, Einblick in Planungsprozesse zu gewinnen. Ich habe die Informationen aufgesogen wie ein Schwamm. Die Erfahrung möchte ich nicht missen. Heute kann ich ganz anders mitreden und entscheiden", erklärt Penk. Seit 2010 ist er Sprecher der Markkleeberger Grünen-Ortsgruppe und der Grünen Jugend im Landkreis Leipzig. Demnächst wird er sein Studium der Politik und Geschichte an der Universität Leipzig abschließen.

Für den Bundestag hat sich Penk drei Schwerpunkte gesetzt: Bildung und Jugend, Energiewende und Verkehr. "Ich möchte eine lebendige Gesellschaft, so wie heute beim multikulturellen Sommerfest, eine die sich aktiv einmischt, die nicht bourgeois verharrt." Mit erhobenem Zeigefinger und einem verordneten Veggie-Day, sagt er schmunzelnd, könne dies nicht geschehen. "Es geht nicht um Bevormundung, sondern darum, in einem der reich-sten Länder der Welt eine gesellschaftliche Diskussion anzustoßen."

Frische Ideen seien gefragt und zwar für alle Lebensbereiche. "Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, wir müssen alle Braunkohletagebaue schließen, ihr dürft kein Fleisch essen und nicht mit dem Auto fahren. Wir müssen aber generationenübergreifend überlegen, wie die Zukunft aussehen kann." Gerade auf dem Land, wo die Jugend mangels beruflicher Perspektiven und kultureller Möglichkeiten vertrieben und der öffentliche Personennahverkehr ausgedünnt werde.

Die im Wahlkampf von verschiedenen Seiten geäußerte Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung kann Penk nicht nachvollziehen. "Die bestehenden demokratischen Strukturen vom Stadtrat bis zum Bundestag müssen nur besser genutzt werden", betont der Markkleeberger. Es sei ihm absolut unverständlich, wenn Bürger auf die über Jahrhunderte hart erkämpften Grundrechte verzichten und nicht zur Wahl gehen oder sich bei öffentlichen Diskussionen nicht einbringen. "Wer nicht wählt, kann anschließend nicht meckern", findet Penk.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.09.2013

Ulrike Witt

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