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Denkmalschutz-Auflagen treiben Sanierungskosten in die Höhe

Kulturkino Denkmalschutz-Auflagen treiben Sanierungskosten in die Höhe

Die Modernisierung des Kulturkinos wird teurer als gedacht. Statt 660 000 Euro weist die von der Kulturinitiative vorgelegte aktualisierte Kostenschätzung 783 000 Euro aus. Grund sind Auflagen des Denkmalschutzes. Die seit April mit Fördermitteln aus dem Stadtumbau-Ost-Programm laufende Sanierung kann indes ungehindert weitergehen.

Das Zwenkauer Kulturkino ist noch bis Oktober 2016 eine Baustelle.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Die Modernisierung des Kulturkinos wird teurer als gedacht. Statt 660000 Euro weist die von der Kulturinitiative vorgelegte aktualisierte Kostenschätzung jetzt 783 000 Euro aus. Grund sind Auflagen des Denkmalschutzes. Die seit April mit Fördermitteln aus dem Stadtumbau Ost laufende energetische Sanierung kann indes ungehindert weitergehen. Der Stadtrat hat Bürgermeister Holger Schulz (CDU) beauftragt, einen Nachtrag zum Modernisierungs- und Instandsetzungsvertrag zu unterzeichnen.

„Die Auflagen der Denkmalbehörde bedeuten allein Mehrkosten in Höhe von 24 000 Euro, die damit verbundenen zusätzlichen Anforderungen beim Brandschutz und in der Lüftungstechnik einschließlich der erheblichen Fachplanerkosten schlagen mit 99 000 Euro zu Buche, was zusammen 123 000 Euro macht“, erläuterte Bauamtsleiterin Steffi Gebauer. Die Denkmalschützer hatten die Einbindung des historischen Vorführraumes im Dachgeschoss gefordert. Was künftig mehr Besucher erlaubt, das Kulturkino aber auch in die Gebäudeklasse 5 katapultiert. Damit gilt laut Bauaufsichtsbehörde die Versammlungsstättenrichtlinie, deren Umsetzung immer mit Mehraufwendungen verbunden ist.

Da es sich beim Kulturkino um eine sogenannte soziale, nicht gewinnorientierte Gemeinbedarfseinrichtung handelt, können bis zu 85 Prozent der Nettokosten, also insgesamt 665 500 Euro gefördert werden. Ausgeschlossen hat der Stadtrat eine spätere nochmalige Anhebung der Fördersumme. Die 665 500 Euro sind damit als Obergrenze festgeschrieben. Die Finanzierung übernimmt, wie beim Förderprogramm Stadtumbau Ost üblich, zu einem Drittel die Stadt, zu zwei Dritteln Bund und Land. Die Sächsische Aufbaubank muss dem Nachtrag noch zustimmen und die Kulturinitiative für den zusätzlichen Eigenanteil – 15 Prozent von 123 000 Euro Mehrkosten – die Spendentrommel rühren.

Der Vorsitzende der Kulturinitiative, Steffen Wieser, erläuterte den Stand der Bauarbeiten. „Die energetische Dachsanierung ist abgeschlossen. In Eigenleistung haben wir über den Sommer 680 Quadratmeter Putz von der Fassade abgeschlagen und dabei mindestens zwölf bislang verborgene Fenster gefunden“, berichtete er. Beendet sei auch die Putz- und Farbuntersuchung des 1927 errichteten Kinos durch die Restauratoren. „Klar ist jetzt, dass ursprünglich eine grobe Putzlösung ohne Farbauftrag verwendet wurde“, so Wieser.

Komplett abgetragen wurde dieser Tage der Schornstein. „Dahinter haben wir zu unserer großen Freude noch Originalbausubstanz entdeckt. Die Denkmalpflege wird auch hier Analysen vornehmen“, kündigte Wieser an. Zurück zu den Wurzeln geht es auch bei den Fenstern. Die großen Kastenfenster werden zugunsten kleinteiliger verschwinden. „Der Einbau beginnt Ende Oktober. Davor soll in den nächsten Wochen noch der marode Fußboden im großen Saal herausgerissen werden“, beschrieb er die nächsten Schritte und betonte: „Wir sind frohen Mutes, dass die Eröffnung im Oktober 2016 wie geplant über die Bühne gehen kann.“

Schulz bezeichnete das Ja zum Nachtrag als „eine wichtige Entscheidung für die städtebauliche und kulturelle Entwicklung Zwenkaus.“ Wer sich ein Bild vom Bau machen möchte, die Herbstwanderung am Sonntag anlässlich 25 Jahre Deutsche Einheit mit Bürgermeister Holger Schulz und Amtsvorgänger Herbert Ehme startet diesmal am Kulturkino.

Von Ulrike Witt

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