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Deponie Cröbern erschließt weiteres 3,1 Hektar großes Ablagefeld

Aufwändige Abdichtungen Deponie Cröbern erschließt weiteres 3,1 Hektar großes Ablagefeld

Die Deponie Cröbern wächst. In diesen Tagen laufen die aufwändigen, sechs Millionen Euro teuren Vorbereitungen, um den rund 3,1 Hektar großen Abschnitt Nummer 15 in Betrieb zu nehmen.

Aussichtspunkt Cröbern: Bernd Beyer und Mitarbeiterin Daniela Trujillo am kürzlich für Besuchergruppen eröffneten Beobachtungspunkt auf dem Deponieberg.

Quelle: André Kempner

Grosspösna/Leipzig. Die Deponie Cröbern wächst. In diesen Tagen laufen die Vorbereitungen, um den rund 3,1 Hektar großen Abschnitt Nummer 15 in Betrieb zu nehmen.

„Insgesamt 48,8 Hektar Fläche sind für die Deponie genehmigt. Jetzt sind wir bei 36,5“, erklärt Bernd Beyer von der Westsächsischen Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV), die im Auftrag des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Westsachsen die Deponie und die dazugehörigen Anlagen betreibt. Im Verband wiederum bestimmen Leipzig und der Landkreis Leipzig den Kurs.

Rund sechs Millionen Euro würden für das neue Deponiefeld investiert, erläutert der Geschäftsführer. Denn bevor dort etwas deponiert werden darf, seien noch etliche Schritte nötig.

Wie berichtet, verfügt die Zentraldeponie Cröbern, die nach der Wende in einem ehemaligen Tagebau entstand, über eine ausgeklügelte Abdichtung. Insgesamt 4,9 Meter mächtig sind die verschiedenen Schichten, die verhindern sollen, dass Wasser aus der Deponie in den Boden sickert. Die unterste geotechnische Barriere, ein tonähnliches Material, ist drei Meter dick. Darauf kommen Tonschichten verschiedener Qualitäten von zusammen 1,5 Meter Stärke. „Wir haben ausgerechnet, dass Wasser rund 2500 Jahre brauchen würde, um dadurch zu sickern“, erklärt Beyer. Vorher müsse es aber erst mal durch eine Kunststoffabdichtung, die auf den Tonschichten liegt. Mit einer Dicke von 2,5 Millimetern ist der Kunststoffmantel dick wie eine Platte. Darüber kommen Sand und eine Drainschicht, in der das Sickerwasser abgefangen und zu einer eigenen Reinigungsanlage geleitet wird. Die Zentraldeponie gilt mit ihrer Abdichtung als eine der sichersten in Europa. Unikum: Ein Tunnel führt unter der Deponie hindurch, über den zum einen das Sickerwasser in Rohren abgeleitet wird, und in dem zum anderen die aufwändige Analysetechnik Veränderungen im Abfallkörper misst.

Dieser Tunnel müsse nun für das neue Baufeld um 81 Meter verlängert werden, das Leitungsnetz um einen Kilometer wachsen , erklärt Beyer die Ausbaumaßnahmen. Die drei Meter dicke geotechnische Barriere sei beim letzten Ausbau bereits für das jetzige Feld mit aufgetragen worden, so dass nun nur noch die rund 1,9 Meter dicken anderen Schichten aufgebracht werden müssten. Dies geschehe jedoch in mehreren Lagen, die immer wieder neu kontrolliert würden.

Alle drei bis vier Jahre werden auf der Deponie Cröbern neue Felder in Betrieb genommen. Beyer rechnet mit einer Nutzung bis zum Jahr 2035. Über sechs Millionen Kubikmeter seien bereits angehäuft, genehmigt 12,8 Millionen Tonnen.

Parallel arbeitet die Deponie bereits an Plänen für die Nachnutzung. Wie berichtet, wächst auch der Sichtschutzwald rings um die Deponie Jahr für Jahr.

Von Jörg ter Vehn

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