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Der große Auftritt des kleinen Schlumperbaches

Der große Auftritt des kleinen Schlumperbaches

Großpösna. Was lange währt: Im Herbst 1998 trafen sich eine handvoll Künstler, um ihre Ideen bei der Gestaltung des Störmthaler Sees einzubringen. Inzwischen sind rund die Hälfte der Projekte von "Kunst statt Kohle" umgesetzt.

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Gewässerstufen statt Rohr: Insgesamt 23 Meter Höhenunterschied muss der Schlumperbach auf seinem Weg hinunter zum Störmthaler See abbauen.

Quelle: André Kempner

Jüngstes wird die Einmündung des Schlumperbachs über eine Kaskade in den Störmthaler See, bei der auch die Geologie des früheren Tagebaus erlebbar wird.

Ein hässliches Metallrohr führt derzeit den Bach von Störmthal aus die steile Böschung hinunter in eine Art Lagune des Sees. Wie berichtet, plant hier die Gemeinde auch ein Kneipp-Becken, hat nebenan auf der Landzunge damit begonnen, den "Silberwald" anzulegen. Eine hohe Aufenthaltsqualität verspricht sich die Kommune so von dem künftigen Ensemble. Die Kaskaden des Schlumperbaches wären das Tüpfelchen auf dem I.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) als Bergbausanierer hat diese Woche erklärt, bei der geplanten Einbindung des Baches auch die Ideen des Projektes "Kunst statt Kohle" zu berücksichtigen, ebenso die Wünsche der Gemeinde. In diesem Jahr werde von der LMBV eine entsprechende Aufgabenstellung als Grundlage für die Maßnahme erarbeitet, so Sprecherin Karin Franke. Die eigentliche Maßnahme könne dann 2015 realisiert werden. Ein entsprechender Planfeststellungsbeschluss liege vor.

"Um den Schlumperbach in den Störmthaler See einzubinden, ist ein Höhenunterschied über die Böschung von rund 23 Metern zu überwinden", erklärt Franke die Maßnahme. "Dies soll über Kaskaden erfolgen." Bei deren Gestaltung wiederum sollten die Ideen des Projekts "Kunst statt Kohle" einfließen, etwa die farbliche Gestaltung der Kaskaden mit Steinen, die der Geologie des Tagebaus entsprechen.

Künstlerin Heinke Binder war gestern froh, dass ihre Idee "Anschliff" von früher so noch zu etwas führt. Sie sei als Beraterin bei der Umsetzung dabei, treffe sich schon nächste Woche mit einem Geologen, um Details der Gestaltung zu besprechen. Eingebunden werde auf jeden Fall auch der Verein für Erdgeschichte versicherte sie.

Ihr gehe es darum, aus verschiedenen Materialien diejenigen auszuwählen, die den Erdformationen am Störmthaler Ufer nahekommen. So könne an die spezielle Entstehungsgeschichte des Sees erinnert werden.

Elf Projekte hatten die Künstler entworfen. "Gut die Hälfte davon haben wir abarbeiten können", freute sich Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos).

Das größte, die "Vineta" von Ute Hartwig-Schulz, ist inzwischen so etwas wie das Markenzeichen des Sees geworden. Aber auch die Kohlebriketts mit dem Prisma wurden gepresst und das "Lied der Grille" von Gerold Busch komponiert. Der "Butterfly" von Rainer Strege am Südufer des Sees sei natürlich vor allem im Frühjahr und Sommer zu bestaunen, so Lantzsch. Wie berichtet, bilden verschiedene Pflanzen und Sträucher den Schmetterling nach. Die "Versteinerte Zeit", ebenfalls von Heinke Binder, sei leider dem Vandalismus zum Opfer gefallen, bedauerte Lantzsch.

Der Schlumperbach, der vom Oberholz früher bis nach Magdeborn führte, war durch den Tagebau unterbrochen worden. Seine Wiedereinbindung in die Vorflut gehört zu den Sanierungsaufgaben der LMBV. Der geplante Verlauf jetzt folge in etwa der früheren Bachaue, so Großpösnas Bauamtschef Detlef Richter. Nach seinen Angaben könnte die Kaskade in den See auch ein reizvolles Schauspiel werden: "Der Bach führt eigentlich das ganze Jahr über Wasser."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.02.2014

Jörg ter Vehn

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