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Markkleeberg Deutsches Fotomuseum: Markkleeberger Fotograf greift nach den Sternen
Region Markkleeberg Deutsches Fotomuseum: Markkleeberger Fotograf greift nach den Sternen
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14:18 11.03.2018
David Wemhöner zeigt in der Ausstellung „Es leuchten die Sterne“ Weltall-Bilder im Deutschen Fotomuseum. Sie zeigen den Himmel über Markkleeberg. Quelle: Foto: André Kempner
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Markkleeberg

In einer Sonderausstellung zeigt das Deutsche Fotomuseum ab Sonntag Werke des Markkleeberger Astrofotografen David Wemhöner. „Es leuchten die Sterne“ ist die erste Ausstellung des 41-Jährigen.

Wemhöners Begeisterung für die Astronomie hat der Komet Hale-Bopp im Jahr 1997 geweckt. Um das Himmelsphänomen vergrößert beobachten zu können, habe er sich damals sein erstes Teleskop gekauft, erzählt der dreifache Vater. Zunächst habe er sich nur mit der Astronomie beschäftigt, die Phänomene am Nachthimmel noch nicht festgehalten.

Sternwarte im Garten

Seit etwa 15 Jahren fotografiert Wemhöner tausende Lichtjahre entfernte Sterne über Markkleeberg. In seinem Garten in Zöbigker hat sich Wemhöner, der als Fahrmaschinist an der Oper in Leipzig arbeitet, inzwischen eine kleine Sternwarte gebaut: „Mit meinem Teleskop mit farbreiner Optik und 600 Millimeter Brennweite gucke ich über unser Sonnensystem hinaus“, erzählt er.

Um die Weiten des Universums festzuhalten, fotografiert er durch den Refraktor ohne Infrarot-Sperrfilter, blendet mit einem anderen Filter das störende Kunstlicht der Stadt aus. Mit Belichtungszeiten von bis zu fünf Stunden bildet Wemhöner mit seiner handelsüblichen Spiegelreflexkamera die Tiefen und den bunten Nebel fremder Galaxien ab. „Die Farben sind nur durch die Fotografie zu erkennen“, sagt er. Mit dem bloßen Auge erscheine das Universum schwarz-weiß.

Die besonderen Ergebnisse seiner jahrelangen Studien hängen nun gerahmt im Deutschen Fotomuseum. Eine ergänzende Diaschau zeigt, wie der Künstler arbeitet. Auch Animationen von fernen Himmelskörpern sind zu sehen.

Fotomuseum: „Mal eine ganz andere Ausstellung“

„Das ist mal eine ganz andere Ausstellung“, bemerkt Andreas Mueller vom Fotomuseum. Zum einen sei es eher ungewöhnlich, dass ein Künstler aus Markkleeberg im Fotomuseum ausstellt. Zum anderen beleuchteten seine Bilder einen zentralen Aspekt der Fotografie, findet Mueller: Denn solange es Kameras gibt, hätten Menschen das All fotografiert. Bereits Foto-Pionier Louis Daguerre habe im Jahr 1838 den Blick auf den Mond festgehalten. Und die Faszination der Himmelskörper halte bis heute an.

Wemhöner zeigt die Schönheit der interstellaren Nebel, die Formen ferner Galaxien, das Funkeln der Sterne. Sämtliche Fotos sind in Markkleeberg entstanden, zeigen also den Himmel unmittelbar vor der Haustür, besser gesagt: darüber!

Wemhöner fotografiert den Himmel in 30 Nächten im Jahr

Wegen des Dunstes und ungünstiger Wetterlagen könne man hier nur an etwa 50 Tagen im Jahr in die Tiefen des Universums blicken, sagt Wemhöner. In rund 30 Nächten fotografiert er, immer wenn es seine Arbeit in der Oper zulässt: Dann stellt er das Teleskop ein, sorgt mit einem Computer dafür, dass die Kamera den Sternen und Galaxien hinterher wandert. Denn um ein statisches Bild zu erhalten, muss Wemhöner die Kamerastellung an die Drehung der Erde anpassen. Am nächsten Morgen begutachtet der Fotograf dann das abgebildete Himmelszelt. Aus dem Stegreif erkennt er die 30 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 891, den 1350 Lichtjahre entfernten Orionnebel M 42 und freut sich, wenn er die zweieinhalb Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie erblickt. Letztere habe er aus seinem Garten sogar mit bloßem Auge erspäht, erzählt Wemhöner.

Die Ausstellung „Es leuchten die Sterne“ ist bis zum 19. August zu sehen. Das Deutsche Fotomuseum im Agra-Park ist von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Theresa Held

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