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Markkleeberg Die Königin der Instrumente – in der Digitalversion
Region Markkleeberg Die Königin der Instrumente – in der Digitalversion
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09:00 25.07.2016
Braucht keine Laufkundschaft: Thomas Hinze in seinem neuen Orgelladen in der Markkleeberger Rathausstraße. Quelle: A. Kempner
Markkleeberg

In der Rathausstraße in Markkleeberg gibt es seit Jahren ein Kommen und Gehen. Geschäfte werden eröffnet, oft noch viel schneller wieder geschlossen. Die Laufkundschaft fehle, klagen viele Händler. Neuzugang Thomas Hinze stört das nicht: Er verkauft in seinem Laden in Hausnummer 13 Digitalorgeln. „Das ist nichts, was man im Vorbeigehen mitnimmt“, sagt er.

Der 50-jährige, gebürtige Markkleeberger ist kein Verkäufer im herkömmlichen Sinne. Er kennt seine Instrumente ganz genau, hat sie viele Jahre selbst gebaut und kann sie auch spielen. „Mitte der Achtzigerjahre habe ich bei Kantor Helmut Packmohr in der Martin-Luther-Kirche eine Ausbildung an der klassischen Orgel bekommen“, erzählt Hinze. Anfang der Neunziger setzte er noch ein Studium im Fachbereich Orgel-Literaturspiel an der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle, schloss das mit der so genannten B-Prüfung ab.

Soweit Hinzes musikalische Seite. Die andere, handwerkliche begann mit der Lehre zum BMSR-Techniker im Werk Böhlen und pflegt er heute in seiner zum Laden gehörenden Werkstatt. Wie viele verlor er nach der Wende seinen Job und zog gen Westen, wo er bei der Firma Ahlborn-Orgeln, damals nahe Stuttgart, anfing. „Ich habe über 15 Jahre dort gearbeitet, elektronische Orgeln zusammengebaut, repariert und vertrieben“, berichtet Hinze. 2009 habe er sich selbstständig gemacht – in seiner Heimat Sachsen.

„40 Jahre DDR haben Spuren hinterlassen, auch in der Orgellandschaft“, sagt er. Viele Kirchgemeinden im Osten könnten sich anders als im Westen teure neue Instrumente nicht leisten. „Für eine Pfeifenorgel liegen die Kosten im sechsstelligen Bereich. Da ist die digitale Orgel, die ab 1600 Euro zu haben und oft auch noch mobil einsetzbar ist, für viele eine Alternative“, weiß Hinze. Dank seiner langjährigen Erfahrung in der Branche hat er Kontakt zu vielen Kirchenmusikern.

In Markkleeberg und Leipzig hat Hinze schon einige Orgeln verkauft: Die Instrumente stünden in der katholischen Kirche St. Peter und Paul, in den Friedhofskapellen in der Rathaus- und der Hauptstraße, eine auch im Probenraum des Forum Thomanum. „Klangqualität, Spielgefühl und das Preis-Leistungsverhältnis sind beim Kauf entscheidend“, weiß Hinze. Er greift routiniert in die Tasten und erklärt die Basis der Digitalorgel – die Samplingtechnik, bei der fertige Tonaufnahmen abgespielt werden. Zu seinen Kunden zählen übrigens auch Privatleute sowie Theater und Opernhäuser. „In fast jeder Wagner-Oper ist ein Orgelpart drin“, erklärt der Fachmann.

Von Ulrike Witt

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