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"Die Laga ist eine Riesenchance"

"Die Laga ist eine Riesenchance"

Grauer Himmel, Regen - nicht die besten Bedingungen für einen Spaziergang über das Gelände der Landesgartenschau 2019. Nichtsdestotrotz entschieden sich am Samstag etliche Markkleeberger für eine Tour mit Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) und Landschaftsarchitekt Dirk Seelemann.

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An der ersten von elf Stationen erklären Karsten Schütze (links) und Dirk Seelemann in der Raschwitzer Straße Konzept und Ziel der Laga.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Im Grunde war es sogar das passende Wetter. Das Grau von oben verstärkte den Eindruck der "hässlichen Ecken", wie Schütze gestand. Denn punkten kann die Stadt bei ihrer Bewerbung nicht mit Aushängeschildern, sondern nur mit Flächen, die Entwicklungsbedarf haben. Davon gibt es einige. Und so führte der Weg vom Rathausplatz, dem zentralen Eingang für alle Gäste, die mit der S-Bahn kommen werden, vorbei an der abrissreifen Turnhalle in der Raschwitzer Straße, zum Garagenhof Mönchereistraße und weiter zum Agra-Gartenverein.

"Die Anlage wird aufgewertet. Sie werden die Parzellen als Mustergärten kaum wiedererkennen", sagte Schütze. Das fürchtete Marlies Müller auch. "Ich bin skeptisch. Seit Jahren arbeite ich jede freie Minute in meinem Garten, jetzt soll alles anders werden. Begeistert bin ich nicht." Aber "etwas beruhigt", nachdem Schütze versprach, "dass kein Garten verloren geht".

Hinter der Kita "Weltentdecker" am Festanger erklärte Seelemann, dass in der Flucht eine neue Brücke über Pleiße und B 2 errichtet werden soll. Ein Mann wollte wissen, warum eine weitere Brücke für Fußgänger und Radler benötigt wird, es gebe doch links und rechts im Abstand von 200 Metern bereits zwei. Für die erwarteten 600 000 Besucher reichten die nicht aus, betonte Seelemann, der das Konzept entwickelt hat. Zudem liege eine in der Agra und damit nicht im Laga-Gelände.

"Wir sind noch in der Meinungsbildungsphase", sagte Familie Patitz vor der Ökoschule. Grundsätzlich fänden sie die Laga gut, schließlich würden städtebauliche Missstände beseitigt, aber viele Besucher brächten eben auch viel Lärm und Dreck mit.

Ganz anders FDP-Ortschef Volker Matting: "Die Laga ist ein genialer Schachzug unseres Oberbürgermeisters, eine Riesenchance für Markkleeberg. Wenn 250 000 Besucher mit der S-Bahn kommen, bringt das auch für die Rathausstraße die dringend notwendige Belebung." Insofern sei die Bewerbung eine strategische Entscheidung für die ganze Stadt, "auch wenn es finanziell eine Herausforderung wird."

Auf dem Veranstaltungsplatz an der Möncherei, zu Agra-Zeiten Maschinenvorführring, jetzt Austragungsort der 1813-Gefechtsdarstellungen, fachsimpelte die Gruppe über den Standort der Blumenhalle und die Nachnutzung als Reithalle. Hundert Meter weiter am Kinder- und Jugendbiwak über das 1813-Dorf und Parkplätze in Markkleeberg-Ost, auf denen nach 2019 ein neues Wohngebiet entstehen soll. Am Schlosspark sahen die Spaziergänger schließlich selbst unter Regenschirmen den Rhododendron-Park erblühen.

"Ich unterstütze die Bewerbung aus vollem Herzen", meinte Mario Preller, der bei der Freiwilligen Feuerwehr und im Verband Jahrfeier Völkerschlacht aktiv ist. "Wir könnten brachliegende Flächen beseitigen und die Historie einbinden. Das wäre eine tolle Aufwertung für Markkleeberg."

Nach anderthalb Stunden wieder am Rathaus ging es hoch in die erste Etage, wo Seelemann am Laga-Modell letzte Fragen beantwortete. Schütze verriet derweil, dass die Bewerbungsmappe, die der Stadtrat am Mittwochabend einstimmig verabschiedet hatte, am Freitag in Dresden beim Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft abgegeben wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.03.2014
Ulrike Witt

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